Friedrich Ludwig (Botaniker)

Friedrich Ludwig (* 24. Oktober 1851 in Schleusingen; † 21. Juli 1918 in Greiz) war ein deutscher Lehrer, Botaniker und Entomologe. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „F.Ludw.

Leben

Friedrich Ludwig besuchte das Gymnasium in Schleusingen, studierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und der Georg-August-Universität Göttingen Naturwissenschaften, promovierte 1874 in Göttingen mit seiner Dissertation Über die Phosphoreszenz der Pilze und des Holzes und wirkte in der Folge ab 1. April 1875 als Lehrer für Naturwissenschaften am Gymnasium Greiz. Friedrich Ludwig wurde 1886 zum Professor und im Jahr 1906 zum Hofrat ernannt.

Er bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[1] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Dr. Fr. Ludwig, Lehrer der Naturwissenschaft in Greiz wurde er auf Blatt 11 in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[2]

Friedrich Ludwig ist Erstbeschreiber von Puccinia tepperi F.Ludw. 1892, einer Ständerpilzart aus der Ordnung der Rostpilze (Pucciniales).

Von seiner Korrespondenz werden mehrere von seinen an den Schriftsteller Edwin Bormann geschriebenen Briefen an der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Über die Phosphoreszenz der Pilze und des Holzes. Inaugural-Dissertation der philosophischen Fakultät zu Göttingen, Gadow, Hildburghausen 1874 (books.google.de)
  • Lehrbuch der niederen Kryptogamen. Mit besonderer Berücksichtigung derjenigen Arten, die fur den Menschen von Bedeutung sind oder im Haushalte der Natur eine hervorragende Rolle spielen. Enke, Stuttgart 1892 (archive.org)
  • Lehrbuch der Biologie der Pflanzen. Enke, Stuttgart 1895 (hathitrust.org), (MDZ)

Anmerkungen

  1. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  2. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877 (= Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Jahrgang 68, Heft 2). Münster 2006 (zobodat.at [PDF]).