Friedrich Karl Köpke
Friedrich Karl Köpke (auch Karl Köpke; * 19. März 1785 in Medow; † 15. März 1865 in Berlin) war ein deutscher Germanist und Gymnasiallehrer.
Leben
Köpke war Nachfahre von Balthasar Köpke und Sohn des Pastors Samuel Anastasius Christoph Köpke. Er besuchte die Dorfschule von Medow und ab 1795 die Lateinschule von Anklam. Nach dem Tod seines Vaters übernahm sein Bruder Gustav Köpke die Erziehung seines Bruders. Er holte ihn 1798 an das Gymnasium zum Grauen Kloster nach Berlin, an dem unter anderem Johann Joachim Spalding sein Lehrer war. 1804 wurde er an der Universität Halle immatrikuliert. Nachdem er sich zunächst der Theologie zugewandt hatte, studierte er unter Friedrich August Wolf Philologie. Er wurde dessen Famulus. In Halle verband ihn eine Freundschaft mit den Wolf-Schülern Karl Ludwig Kannegießer, Immanuel Bekker, August Boeckh und Johannes Schulze. 1806 schlossen die Franzosen die Universität und Köpke floh nach Berlin.
Köpke trat 1806 in das Seminar für Gelehrte Schulen in Berlin ein, bestand die notwendige Prüfung und erhielt am 1. Dezember 1806 eine Stelle als Lehrer am Köllnischen Gymnasium in Berlin. 1808 wurde er an der Universität Erfurt zum Doktor der Philosophie promoviert, außerdem wechselte er an das Friedrichswerdersche Gymnasium. 1810 kam er als Oberlehrer an das Collegium Fridericianum nach Königsberg in Preußen. Dort wurde er von Karl Lachmann in seinem wissenschaftlichen Streben gefördert und schloss sich einem Kreis um Max von Schenkendorf und Ernst Moritz Arndt an.
Köpke wurde 1817 Professor am Joachimsthalschen Gymnasium. Dort wirkte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1857. Außerdem war er Bibliothekar der Schulbibliothek des Gymnasiums. Als sein Hauptwerk gilt Das Passional: eine Legenden-Sammlung des dreizehnten Jahrhunderts.
Der Altphilologe Ernst Siegfried Köpke war sein Vetter.
Werke (Auswahl)
- Barlaam und Josaphat: von Rudolf von Montfort. Herausgegeben und mit einem Wörterbuch versehen von Fr. Karl Köpke, Nicolovius, Königsberg 1818.
- Geschichte der Bibliothek des Joachimthalschen Gymnasiums, Nietack, Berlin 1831.
- Das Passional: eine Legenden-Sammlung des dreizehnten Jahrhunderts, Basse, Quedlinburg 1852 (Neudruck Rodopi, Amsterdam 1966).
Literatur
- Ernst Köpke: Köpke, Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 671–673.
- Peter K. Stein: Köpke, Friedrich Karl. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 368 (deutsche-biographie.de).