Friedrich Haag (Politiker, 1989)

Friedrich Haag (* 20. Januar 1989 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (FDP). Seit 2021 ist er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg.

Leben

Haag machte die Fachhochschulreife und anschließend eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Seit 2015 ist er selbstständiger Unternehmer mit zwei RAN Tankstellen in Stuttgart. Außerdem ist er Landwirt im Nebenerwerb. Seit 1999 ist Haag Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart, Abteilung Degerloch/Hoffeld. Er engagiert sich zudem im Stiftungsrat der Helene Pfleiderer-Stiftung. Die Stiftung fördert lokale Projekte in der Jugend- und Altenhilfe. Im „Landtagsfanclub des VfB Stuttgart 1893“ fungiert er als stellv. Vorsitzender.

Von 2019 bis 2021 war Haag Bezirksbeirat in Stuttgart-Degerloch. Er gab dieses Amt aufgrund seines Landtagsmandats auf. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021 wurde er über ein Zweitmandat im Wahlkreis Stuttgart II in den Landtag gewählt. Mit 12,9 Prozent errang Haag als FDP-Kandidat den drittbesten Stimmenanteil im Wahlkreis.

Er ist wohnungsbaupolitischer Sprecher und Sprecher für individuelle Mobilität der FDP/DVP-Fraktion und Mitglied in den Landtagsausschüssen Landesentwicklung und Wohnen sowie Verkehr. Außerdem ist er Mitglied im Kuratorium der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Schwerpunkte seiner parlamentarischen Arbeit seit 2021 sind die Bereiche Mobilität, Antriebstechnologien für Pkw und Lkw sowie die Automobil- und Zuliefererindustrie in Baden-Württemberg. Haag setzt sich seit Beginn seiner Abgeordnetentätigkeit mit Kleinen Anfragen, Anträgen sowie in Podiumsrunden für Technologieoffenheit, synthetische Kraftstoffe, HVO 100 und gegen das von der EU-Kommission geplante Verbot für Pkw mit Verbrennungsmotoren ein. In sozialen Medien veröffentlichte Haag Berechnungen zum CO₂-Ausstoß von Elektrofahrzeugen im Winter, die von einer ausschließlichen Stromerzeugung aus Braunkohle ausgehen[1]. Diese Annahme entspricht nicht dem tatsächlichen Strommix in Baden-Württemberg, der laut dem Statistischen Landesamt einen erheblichen Anteil erneuerbarer Energien aufweist[2].

Weitere Politikfelder, in denen Friedrich Haag aktiv ist: Wohnbau und Wohneigentum in Baden-Württemberg, Mittelstand, Innere Sicherheit, Polizei, Rettungsdienste und Bevölkerungsschutz.

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 tritt Friedrich Haag wieder an: im Wahlkreis Stuttgart II (Filderwahlkreis). In diesem Wahlkreis wird auch Cem Özdemir, der Spitzenkandidat der Grünen, antreten. Auf der Landesliste der FDP zur Wahl hat Haag den Listenplatz 6.

Seit 2024 ist er Mitglied des Gemeinderats von Stuttgart. Die FDP-Fraktion besteht aus vier Stadträten.[3] Im November 2025 wurde Friedrich Haag zum neuen Vorsitzenden des FDP-Bezirksverbands Region Stuttgart gewählt. Es ist der mitgliederstärkste Bezirk innerhalb der FDP Baden-Württemberg.

Im Juli 2025 wurde ein Verfahren abgeschlossen, das sich auf den Verkauf von Kautabakprodukten (2021/2022) in seinen Tankstellen bezog. Es endete mit einer Geldstrafe, die im Wesentlichen darauf beruhte, dass sogenannte Nikotinbeutel zwar in Deutschland legal gekauft, besessen und konsumiert werden dürfen, ihr Verkauf jedoch rechtlich und innerhalb der EU nicht einheitlich geregelt war.

Privates

Haag ist ein Enkel von Friedrich Haag (1930–2022), der von 1967 bis 1968 und von 1969 bis 1992 ebenfalls Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg war. Er lebt in Stuttgart-Degerloch.

Einzelnachweise

  1. Friedrich Haag: Friedrich Haag - Die EU-Kommission nennt es... | Facebook. In: Facebook. 17. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg - GENESIS-Online. 29. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  3. FDP/DVP. Abgerufen am 22. Juni 2024.