Friedrich Ferdinand Schäfer

Friedrich Ferdinand Schäfer, auch Frederick Ferdinand Schafer (geboren am 16. August 1839 vermutlich in Braunschweig; gestorben am 18. Juli 1927 in Oakland, Kalifornien) war ein deutscher Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts, der in den 1870er Jahren in die Vereinigten Staaten auswanderte. Er gehörte künstlerisch der sogenannten „San Francisco School“ oder „Rocky Mountain School“ an. Er signierte seine Werke zumeist mit FSchafer oder F. Schafer.

Leben

Schäfer erhielt vermutlich in Düsseldorf Malunterricht, denn seine Werke ähneln jenen in Düsseldorf ausgebildeter Malern. Die Los Angeles Times erwähnte 1886 ein Gemälde von Professor F. Schäfer, einem Absolventen der Düsseldorfer Schule, und in einem Artikel oder einer Anzeige der Daily Tribune in Salt Lake City wurde er 1891 als “Professor Frederick Schafer of Dusseldorf” (deutsch: „Professor Frederick Schäfer aus Düsseldorf…“) bezeichnete und seine künstlerischen Fähigkeiten hervorgehoben.[1]

Nach einer Passagierliste aus dem Jahr 1871 begab sich ein „Friedr. Schäfer, Braunschweig, Maler“ am 6. September für seine Auswanderung im Alter von 32 Jahren in Hamburg an Bord der S. S. Thuringia,[2] um mit diesem Schiff unter deutscher Flagge nach New York zu reisen. Bald nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten ließ er sich 1876 in San Francisco nieder, wo er ab 1878 künstlerisch aktiv war. Da sich zu jener Zeit zahlreiche Künstler in der Stadt angesiedelt hatten, musste er sein Einkommen aufbessern, indem er Bühnenbilder für Theater anfertigte oder Malunterricht erteilte. Schäfer besuchte auch andere Städte, um dort Skizzen anzufertigen und seine Gemälde zu verkaufen. 1879 schloss er sich mit seiner Familie der großen deutschen Gemeinde der Stadt an. In den Jahren 1879 und 1880 stellte er Gemälde mit Motiven der Catskills und der White Mountains aus. Er zeigte 1880 bei der Jahresausstellung der San Francisco Art Association auch ein Gemälde mit einer Ansicht der Stadt Mazatlán in Mexiko. Von 1905 bis zu seinem Tod lebte er in Oakland.

Seine Werke mit Landschaften aus den Regionen British Columbia, Canada, Kalifornien, Idaho, Montana, Oregon, Washington oder Wyoming staffierte er oftmals mit Figuren von Eingeborenen aus. Stilistisch ähneln seine Gemälde denen von Albert Bierstadt, Thomas Hill oder William Keith, wobei er sich auch von den Genremalern Carl Wilhelm Hahn und Ernest Narjot (1826–1898) inspirieren ließ.[3] Am 24. Oktober 1884 wurde er in San Francisco eingebürgert. Die meisten seiner Gemälde entstanden in den 1890er Jahren. Er malte allein mehr als vierzig Ansichten des Mount Shasta. Die Größe seiner Gemälde variiert zwischen sehr kleinen bis zu recht großen Formaten, wobei sein Stil von strengem Realismus bis hin zum Impressionismus reicht.[4] Acht seiner Gemälde hingen im Craigdarroch Castle (auch The Dunsmuir genannt) in Victoria, British Columbia, Kanada. Im Jahr 1891 kam Schäfer nach Vancouver und kündigte an, dass er eine Sammlung seiner Gemälde versteigern wolle, um die Gründung eines Ateliers und einer Kunstschule zu finanzieren, in der er „Landschafts-, Marine- und Figurenmalerei“ unterrichten würde. Die Auktion verlief jedoch wenig erfolgreich.[5]

Herkunftsort

Es ist nicht sicher, dass Schäfer in Braunschweig geboren wurde. Die Braunschweiger Adressbücher verzeichnen zumindest einen Dekorationsmaler Fr. Schäfer, der 1867[6] bis 1872 in der Schöppenstedter Straße 9 wohnte.[7] Im Adressbuch für 1873 ist er nicht mehr enthalten,[8] was den Termin der Auswanderung im Jahr 1871 und die dortige Angabe zum Herkunftsort unterstützt. Es gibt allerdings auch keinen Eintrag für eine Frau Sophie Schäfer oder ihren Sohn Otto Max, mit dem sie ihm erst später nachfolgte. Für Schäfers Geburtsjahr 1839 gibt es in Braunschweig einen Kunstdrechslermeister Conrad Schäfer (Taschenstraße; vor † 1843) sowie einen Leinweber Christian Schäfer (Nickelnkulk), einen gleichnamigen Oboisten (auf dem Schild) und einen Oberfeuerwerker Carl Wilhelm Schäfer (am Augusttor).[9] Möglicherweise war er ein Sohn des Porträtmalers Conrad Schäfer, der ab 1840 im Adressbuch in der Wendenstraße[10] und 1842 am Hagenmarkt gemeldet war.

Familie

Schäfer heiratete 1860 Sophie (geborene Braun; 15. November 1938 – 30. Juni 1924), mit der er mehrere Kinder hatte.

  • Otto Max Schäfer (1867 – 20. Dezember 1911)
  • J. C. Schäfer ⚭ Freitas (?)
  • Eda Schäfer (1882–1935) ⚭ Hughes
    • Frederick Fred Otto Hughes (3. Juli 1906 – 1982)

In der Meldung zu seinem Tod heißt es:

“Schafer – In Oakland, July 18. 1927 Frederick F. beloved husband of Sophia Schafer and loving father of Mrs. J. C. Freitas, and the late Otto M. Schafer, and grandfather of Fred Huges, a native of Germany, aged 87 years”

„Schafer – In Oakland, 18. Juli 1927 Frederick F. Schafer, geliebter Ehemann von Sophia Schafer und liebevoller Vater von Frau J. C. Freitas und des verstorbenen Otto M. Schafer sowie Großvater von Fred Hughes, gebürtig aus Deutschland, im Alter von 87 Jahren.“[11]

Die Todesmeldung zu seiner Frau lautet ähnlich:

“Schafer – In Oakland, June 30. Sophie, wife of Frederick Schafer and loving mother of Eda Huges, and the late Otto Schafer, and grandmother of Fred Huges, a native of Germany, aged 85 years, 7 month, 15 days”

„Schafer – In Oakland, 30. Juni. Sophie, Ehefrau von Frederick Schafer und geliebte Mutter von Eda Huges und des verstorbenen Otto Schafer sowie Großmutter von Fred Huges, gebürtig aus Deutschland, im Alter von 85 Jahren, 7 Monaten und 15 Tagen.“[12]

Werke (Auswahl)

Gemälde

  • 1885: After a snowstorm in the Sierra Nevada Mountains near Summit Station, Central Pacific Railroad Öl auf Leinwand
  • 1921: Eagle Falls, Rocky Mountains Öl auf Leinwand
  • 1924: Autumn in the White Mountains Öl auf Leinwand

Kataloge

  • Special artist’s sale catalogue by Frederick Schafer at Irving Hall, 139 Post Street, bet. Kearny and Dupont Sts C. W. Nevin & Co., San Francisco 1885.

Ausstellungen (Auswahl)

  • 5. August bis 13. September 1879 Mechanics’ Institute Fourteenth Industrial Exhibition in San Francisco
  • 10. August bis 11. September 1880 Mechanics’ Institute Fifteenth Industrial Exhibition in San Francisco
  • 11. September bis 13. Oktober 1883 Mechanics’ Institute Eighteenth Industrial Exhibition in San Francisco
  • 5. August bis 6. September 1884 Mechanics’ Institute Nineteenth Industrial Exhibition in San Francisco
  • 9. Dezember 1975 bis 29. Februar 1976 California Landscape Painting, 1860–1885: Artists around Keith and Hill Stanford University Art Gallery, Palo Alto
Commons: Friedrich Ferdinand Schäfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1.1 The artist: Schafer’s background and training. In: Frederick Ferdinand Schafer Painting Catalog. 24. November 2025 (englisch, ffscat.lcs.mit.edu).
  2. Eintrag in der Passagierliste (ffscat.lcs.mit.edu).
  3. Iona M. Chelette: Frederick Ferdinand Schafer born Germany (1839–1927). In: California grandeur and genre : from the collection of James L. Coran and Walter A. Nelson-Rees. Palm Springs, Calif. : Palm Springs Desert Museum ; Seattle, Wash. : Distributed by the University of Washington Press, 1991, ISBN 0-295-97188-6, S. 86 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  4. William C. Miesse, Robyn G. Peterson: Sudden and solitary : Mount Shasta and its artistic legacy, 1841–2008. Heyday Books, Redding 2008, ISBN 978-1-59714-088-1, S. 86–99 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  5. Terry Reksten: Craigdarroch : the story of Dunsmuir Castle. Orca Book Publishers, Victoria, B.C. 1987, ISBN 0-920501-07-9, S. 41 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  6. Braunschweigisches Adreßbuch für das Jahr 1867. 1867, S. 83, doi:10.24355/dbbs.084-201009151358-0 (leopard.tu-braunschweig.de [PDF]).
  7. Braunschweigisches Adreßbuch für das Jahr 1871. 1871, S. 88, doi:10.24355/dbbs.084-201009231301-0 (tu-braunschweig.de [PDF]).
  8. Braunschweigisches Adreßbuch für das Jahr 1873. 2. Abteilung, 1873, S. 92, doi:10.24355/dbbs.084-201009151331-0 (tu-braunschweig.de [PDF]).
  9. Braunschweigisches Adreßbuch für das Jahr 1839. 1839, S. 107, doi:10.24355/dbbs.084-201008021514-0 (leopard.tu-braunschweig.de [PDF]).
  10. Braunschweigisches Adreßbuch für das Jahr 1840. 1840, S. 108, doi:10.24355/dbbs.084-201203121537-0 (leopard.tu-braunschweig.de [PDF]).
  11. Todesmeldung Frederick Schafer In: Oakland Tribune. 19. Juli 1927 (ffscat.lcs.mit.edu).
  12. Todesmeldung Sophie Schafer In: Oakland Tribune. 1. Juli 1924 (ffscat.lcs.mit.edu).