Friedrich Ferber (Politiker)
Friedrich Ferber, auch Friedrich Ferber auf Holtendorf (* 1608; getauft am 29. Oktober 1608 in Görlitz; † 6. September 1667 ebd.) war Görlitzer Bürgermeister, Richter und Verwalter zahlreicher Stadtämter.
Lebensweg und Familie
Ferber war der Sohn des Advokaten Johann Ferber und Martha Heinze. Er ging in Görlitz bis ins Jahr 1626 zur Schule und studierte dann in Leipzig (1627–1628) und in Frankfurt (Februar 1632).
Im November 1633 ist an der Universität Rostock bei Stephan Klotz sein gleichnamiger Vetter „Fridericus Ferberus Gorlicio-Lusatus“ verzeichnet.[1] Dieser war ein Sohn des Kaufmanns bzw. Seidenkrämers Nikolaus Ferber und nach langem Studium seit 1652 Görlitzer Stadtphysikus. Außerdem war dieser Physikus Friedrich Ferber in zweiter Ehe mit Bartholomäus Gehlers Tochter Martha verheiratet und hatte einen Bruder David Ferber, der Advokat war.[2][3]
Am 17. Februar 1631 heiratete der Advokatensohn Friedrich Ferber Anna Marie, Tochter des Scabinus Caspar Conrad. Am 26. September 1635 kaufte Ferber von den Erben der Helene Elffmark den Bierhof Nikolaigasse 10 für 3250 Mark. Im Jahr 1638 wurde er Ratsherr, im Jahr 1642 Scabinus und 1648 Prätor. Seit dem Jahr 1652 wurde er in einem damals teilweise üblichen Abstand von vier Jahren jeweils für ein Jahr Görlitzer Bürgermeister (1652, 1656, 1660, 1664).[4] Er wird in den Quellen auch als Richter bezeichnet, wozu aber keine Jahreszahl angegeben ist.
Außerdem übte er zahlreiche Ämter in der Stadtverwaltung teilweise Jahrzehnte lang aus: Gemeiner Kasten (1639–1666), Kammer (1641, 1652–1666), Landgüter (1641, 1656, 1660, 1664), Harnischkammer und Waisenherr (1641–1666), Apotheke (1644–1666), Waisenherr (1653, 1657, 1660, 1661, 1665), Mühlen (1658–1660) und Hospital zum Heiligen Geist (1661–1666). Er war auch Mitglied im Collegium Musicum.
In zweiter Ehe heiratete er am 6. Juni 1644 Anna Helene Tunkel und in dritter Ehe am 11. September 1651 Marie Elisabeth Heldreich. Am 1. Juli 1653 kaufte er ihr das angeerbte Gut Holtendorf für 8000 Taler ab. Zeitweise besaß Ferber auch Gärten, einen Acker und eine Wiese.
Am 8. Juni 1664 kaufte er sich für 2300 Mark von Elisabeth Mücke einen weiteren Bierhof (Obermarkt 8).
Ein namentlich überlieferter Sohn Ferbers war Hans Friedrich Ferber, der den Bierhof in der Nikolaigasse von den Erben seines Vaters am 13. März 1668 für 3400 Mark erwarb.
Ein Leichenstein Friedrich Ferbers befindet sich in der Nikolaikirche und sein Grab am alten Nikolaikirchhof in der Schön-Schmidt-Fritsch’schen Grufthalle.
Quellen
- Friedrich Ferber in: Max Gondolatsch: Der Personenkreis um das Görlitzer Convivium und Collegium Musicum im 16. und 17. Jahrhundert. In: Richard Jecht (Hrsg.): Neues Lausitzisches Magazin 112. Görlitz 1936. S. 138–139.(digital.slub-dresden.de Volltext)
- Friedrich Ferber in: Färber (Ferber) in: Paul Fritsch: Alte Görlitzer Geschlechter und die Wappen derselben. Görlitz 1891. S. 15–16. (books.google.de Volltext)
Einzelnachweise
- ↑ Universität Rostock: Die Matrikel der Universität Rostock: mit Unterstuẗzung des Grossherzoglich Mecklenburg-Schwerinschen Ministeriums und der Ritter- und Landschaft beider Mecklenburg. In Commission der Stillerschen Hof- und Universitätsbuchhandlung (G. Nusser), 1895 (google.de [abgerufen am 10. Dezember 2025]).
- ↑ Johann Daniel Schulze: Supplementband zu J. G. Otto's Lexicon der Oberlausitzischen Schriftsteller und Künstler. na, 1821 (google.de [abgerufen am 10. Dezember 2025]).
- ↑ Cornelia Wenzel: Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt Görlitz im 17. Jahrhundert. Stadtverwaltung Görlitz, 1993, ISBN 978-3-9804900-4-7, S. 104 (google.de [abgerufen am 11. Dezember 2025]).
- ↑ Verzeichnis der Buergermeister zu Görlitz. In: LUB - Digitale Sammlungen. 1839, abgerufen am 19. Dezember 2025.