F. Albert Schwartz
Friedrich Ferdinand Albert Schwartz[1] (* 12. Januar 1836 in Berlin; † 4. Mai 1906 in Deutsch-Wilmersdorf) war ein deutscher Berufsfotograf in Berlin.
Leben
Friedrich Albert Schwartz wurde am 12. Januar 1836 in Berlin im Haus Friedrichstraße 165 als Sohn des Buchbinders David Emanuel Schwartz geboren. Bei seinem Onkel Heinrich Ferdinand Schwartz, der sein Photoatelier Schwartz im Haus Friedrichstraße 185 führte, erlernte er die Kunst der Fotografie.
Um 1860 eröffnete Schwartz sein eigenes Atelier im Haus Friedrichstraße 73. Aufträge für Aufnahmen von Industrieanlagen, wie der Fabriken von Borsig und Schwartzkopff, oder von Versorgungsbauten wie der Städtischen Gasanstalt an der Gitschiner Straße, brachten ihn zur Architekturfotografie. Unter den Aufträgen befanden sich auch Aufnahmen von Maschinen, zum Beispiel Lokomotiven.
1867 zog Schwartz mit seinem Atelier in das Gebäude Friedrichstraße 115 und firmierte nun als Photographische Anstalt und Kunstverlag. Prinz Carl von Preußen verlieh ihm den Titel eines Hoffotografen, und so annoncierte er als Hof-Photographen Seiner Königlichen Majestät des Prinzen Carl von Preußen. Teils im Auftrag des Magistrats, teils auf eigenes Risiko begann Schwartz, die Transformation Berlins von der königlichen Residenzstadt zur modernen Großstadt festzuhalten. In seinen Aufnahmen überwiegen die Aufnahmen der verschwindenden historischen Bauten – im Gegensatz zum Fotografen Hermann Rückwardt, der sich ab Mitte der 1880er Jahre auf die Neubauten konzentrierte. Einige Bauten wie zum Beispiel das Palais Itzig (Burgstraße 26/27), das 1858 dem Bau der Berliner Börse weichen musste, sind nur durch Aufnahmen von Friedrich Albert Schwartz überliefert. Neben der Dokumentation des historischen Stadtbilds finden sich aber auch Bilder von Neubauten oder seltene Bauaufnahmen, etwa vom Bau der Halle des Anhalter Bahnhofs. Ein großes Vorhaben war die fotografische Dokumentation des Baus der Berliner Stadtbahn von 1878 bis 1882. Eine weitere Fotoserie von Schwartz dokumentiert den Abbruch der alten Domkirche am Lustgarten um 1890.
1882 zog er in das Haus Luisenstraße 23 um und bezeichnete sich als Inhaber einer photographischen Anstalt für die Aufnahme von Maschinen, Architektur, Landschaften, Kunst- und Gewerbegegenständen etc. und Photographischer Kunstverlag. 1887 bis 1902 befand sich der Unternehmenssitz im Eckhaus Bellevuestraße 22 / Potsdamer Platz 2 und anschließend im Gebäude Leipziger Straße 93 (Haus der Pelikan-Apotheke). Friedrich Albert Schwartz übergab gesundheitsbedingt das Atelier seinem Sohn Rudolf Albert Schwartz (* 4. Mai 1864; † 8. Februar 1920 in Berlin), der bereits seit Beginn der 1880er Jahre im Atelier mitgearbeitet hatte. Er starb am 4. Mai 1906 in Deutsch-Wilmersdorf und wurde auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt.
Abnehmer seiner Bilder waren die Bibliothek des Magistrats, die Preußische Staatsbibliothek und das Märkische Museum. Ein weiterer Absatzkanal war der am 28. Januar 1865 gegründete Verein für die Geschichte Berlins. Als Mitglied begleitete Schwartz die Wanderfahrten des Vereins, warb in den Mitteilungen des Vereins für Ansichten und Gruppenbilder und machte auf die große Anzahl der Ansichten aufmerksam, welche in Rheinsberg, Prenzlau, Schwedt, Angermünde, Boytzenburg, Groß-Lichterfelde, Templin, Gransee, Wittenberg, Eberswalde, Teupitz, im Spreewald aufgenommen sind.[2]
Siehe auch
Literatur
- Laurenz Demps (Einführung), Hans-Werner Klünner (Bilderläuterungen): Berlin 1856–1896. Photographien von F. Albert Schwartz. Nicolai Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-87584-343-6.
- Harald Brost, Laurenz Demps: Berlin wird Weltstadt. Photographien von F. Albert Schwartz. Edition Leipzig, Leipzig 1981. / 2., überarbeitete Auflage, Brandenburgisches Verlags-Haus, Berlin 1997, ISBN 3-89488-116-X.
- Stiftung Stadtmuseum Berlin (Hrsg.): Die Fotografiensammlung des Malers Eduard Gaertner. Berlin um 1850. Nicolai Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-89479-345-7. (enthält 77 Aufnahmen von Leopold Ahrendts, F. Albert Schwartz und Philipp Graff)
- Lothar Semmel: Eine fotografische Rarität ist zurück im Besitz des Vereins für die Geschichte Berlins. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 119. Jahrgang 2023, S. 577–580. (Abhandlung zum Bild „Berliner Straßenbauten gegen Ende des XIX. Jahrhunderts“)
Weblinks
- Verzeichnis von Sammlungen mit Fotografien von F. Albert Schwartz
- Literatur von und über F. Albert Schwartz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Suche nach F. Albert Schwartz. In: Deutsche Digitale Bibliothek
- Suche nach F. Albert Schwartz im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz [3]