Friedrich-List-Schule (Mannheim)
| Friedrich-List-Schule (Mannheim) | |
|---|---|
| Friedrich-List-Schule und das Kriegerdenkmal am Toulonplatz in Mannheim | |
| Schulform | Berufliche Schule |
| Gründung | 1906 |
| Adresse | C6, 1 |
| Ort | 68159 Mannheim |
| Land | Baden-Württemberg |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 49° 29′ 18″ N, 8° 27′ 39″ O |
| Träger | Stadt Mannheim |
| Schüler | etwa 1320 (Stand 2025) |
| Leitung | Christian Löffler |
| Website | www.fls-mannheim.de |
Die Friedrich-List-Schule Mannheim (ehemals Kurfürst-Friedrich-Schule) ist eine berufliche Schule in der Mannheimer Innenstadt.[1] Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach Plänen des Architekten und Mannheimer Stadtbaumeisters Richard Perrey von 1904 bis 1906 erbaut und anlässlich des 300-jährigen Stadtjubiläum am 24. Januar 1907 feierlich eingeweiht. Den Namen erhielt die Schule nach dem Stadtgründer Kurfürst Friedrich IV. Seit 1934 trägt die Schule den Namen des deutschen Nationalökonomen Friedrich List.[2]
Geographische Lage
Die Schule befindet sich im Quadrat C 6 und bildet einen wichtigen Blickpunkt in der Westlichen Oberstadt. In direkter Nachbarschaft zur Schule befinden sich der Toulonplatz, das Zeughaus sowie die Reiss-Engelhorn-Museen.
Städtebauliche Bedeutung der Schule
Das Jugendstilgebäude wurde nach den Plänen von Richard Perrey erbaut. Der Monumentalbau aus der Gründerzeit sollte den Bürgerstolz und die Bedeutung der Stadt Mannheim als aufstrebende Handels- und Industriemetropole dokumentieren. Gleichzeitig sollte das Gebäude aber auch einen Beitrag zur Verschönerung der Stadt leisten.[3] Charakteristisch für die Schule sind der Sandsteinturm und das Reiterrelief des Kurfürsten Friedrich IV von dem Bildhauer Wilhelm Kollmar.
Geschichte des Schulgebäudes
Das Hochbauamt der Stadt Mannheim begann im Jahre 1898 mit den Planungen eines Neubaus für die Gewerbeschulen der Stadt. Diese existierten zum Teil schon seit 1835, hatten aber kein eigenes Gebäude. Als Baugrundstück war ursprünglich ein städtischer Bauplatz zwischen dem Goetheplatz, der Renz-, Collini- und der damaligen Nuitsstraße vorgesehen. Dort sollte auf einem rund 850 m² großen Grundstück der Neubau für eine einheitliche Gewerbeschule entstehen.
Die Meinungen über die Form des Gebäudes waren sehr unterschiedlich, was die Planungen verzögerte. Im Verwaltungsbericht der Stadt für die Jahre 1900 bis 1902 heißt es hierzu: „Wohl keines der städtischen Schulgebäude hat eine derart lange Vorbereitungszeit und mannigfaltige Durchgangsstadien durchlaufen, wie das hier zu besprechende Projekt.“[4] Die beteiligten Vertreter des Gewerbes wünschten sich einen großen überdachten Lichthof, der in erster Linie Ausstellungszwecken dienen sollte. Dieser wurde aus Kostengründen verworfen. Der Bürgerausschuss entschied am 5. März 1903, dass anstelle des Lichthofes für Ausstellungszwecke das alte Zeughaus in C5 verwendet werden sollte. Aufgrund der direkten Nachbarschaft zum Zeughaus wurde schließlich das Quadrat C6 als Standort gewählt. Dort standen bis 1901 die Rheintorkasernen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vom 2. Badischen Grenadierregiment genutzt wurden.[5]
Das Quadrat C6 war rund 4810 m² groß und bot damit Platz für eine weitere Schule. Zuerst war eine „Reformschule“ angedacht, für die aber schließlich ein Neubau in der neuen Oststadt errichtet wurde. So kamen in dem Neubau neben der Gewerbeschule eine Handelsfortbildungsschule und eine Bürgerschule unter. Jede der drei Schulen hatte einen eigenen Eingang und ein separates Haupt-Treppenhaus, damit die einzelnen Schulen unter sich blieben. Der Eingang zur Gewerbeschule, das 11 Meter breite Löwenportal, befand sich an der Ostseite zum Zeughaus-Platz (heutiger Toulonplatz). Der Eingang der Handelsfortbildungsschule war an der Südseite, wo sich auch der Eingang der Bürgerschule befand.
Schularten
- Kaufmännische Berufsschule / Duales Berufskolleg
- Wirtschaftsgymnasium
- Berufsfachschule Wirtschaft
Größe
Im Schuljahr 2024/2025 besuchten 1319 Schüler die Schule.[6]
Einzelnachweise
- ↑ Friedrich-List-Schule | Mannheim.de. Abgerufen am 17. September 2025.
- ↑ Friedrich-List-Schule (Hrsg.): Festschrift 50 Jahre im Dienste der Jugend und Wirtschaft. 1952.
- ↑ Michael Ruhland: Schulhausbauten im Großherzogtum Baden 1806 - 1918. Miller-Gruber, Augsburg 1999, ISBN 3-9802613-3-6, S. 45.
- ↑ Stadt Mannheim: Festschrift zur Generalinstandsetzung des Schulgebäudes C6 für die Friedrich-List-Schule. Hrsg.: Manfred David. Mannheim 4. November 1983.
- ↑ Marchivum Mannheim: Kasernen und Zeughaus in C 5 und C 6. Abgerufen am 19. September 2025.
- ↑ Die amtliche Schulstatistik Mannheim. Abgerufen am 19. September 2025.