Friedrich-Ebert-Straße 58 (Weimar)

Das Haus Friedrich-Ebert-Straße 58 ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der Nordvorstadt von Weimar.

Geschichte

Bis circa 1840 war Alexanderhof auch der übliche Name für den Russischen Hof am Goetheplatz 2.[1] Zur Bauzeit war die Friedrich-Ebert-Straße Teil der Buttelstedter Chaussee.[2] Das dreigeschossige Gebäude aus Ziegelmauerwerk mit einem Erker über dem Ladeneingang ist dem Historismus zuzuordnen. Es entstand um 1890 und hatte einst die Hausnummer Buttelstedter Chausee 22a. Erstbesitzer war ein Herr Apel.[3] Im Weimarer Adressbuch 1890 erscheint der Alexanderhof erstmalig. Der Backsteinbau wurde im Neorenaissancestil mit den typischen Zementstuckelementen errichtet. Der Erker wird von einer Pyramidenturmhaube mit Wetterfahne bekrönt. Diese war ursprünglich höher.[4] Das Dach ist gaubenbesetzt. An seiner Westseite hat das Gebäude über der Traufe einen Ziergiebel. An der Ecke zur Bahnstraße in Bahnhofsnähe hat es städtebaulich eine exponierte Lage. Dazu trägt seine podestartige Erhöhung vom Fahrbahnniveau zusätzlich bei. Ihm gegenüber steht der Kunstturm, der ein umgebauter einstiger Wasserturm ist. Das ist die Bahnstraße 1.

Diese ehemalige Gaststätte Alexanderhof, die einmal Zum Alexanderhof hieß[5], war eine Lokalität, die in der NS-Zeit eine unrühmliche Rolle spielte. Zuvor während der Weimarer Republik befand sich im dortigen Lokal ein Treffpunkt der Ortsgruppe Weimar des 1922 gegründeten Bundes für Menschenrechte (BfM), der reichsweit die Interessen von 48.000 schwulen und lesbischen Mitgliedern vertrat. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde dieser Bund aufgelöst und die Mitglieder wurden verfolgt. Die Lokale dieser Szene wurden reichsweit geschlossen. Das traf auch hier zu. In den Jahren 1936 und 1937 gab es am Weimarer Landgericht zahlreiche Prozesse gegen Schwule und Lesben aus Thüringen.

Zwar sticht der Alexanderhof heute nach wie vor ins Auge und bietet im Erdgeschoss Platz für einen Orthopäden im Erdgeschoss und Wohnraum in den beiden oberen Etagen.[6][7] Zur NS-Zeit hieß die Straße Horst-Wessel-Straße. Die Hausnummer war die gleiche.[8] Das Gebäude war Motiv für Postkarten mindestens seit 1903.[9] Der auf den alten Fotos erkennbare südliche Anbau ist nicht erhalten.

Dieses Gebäude wurde bislang nicht in die Denkmalliste aufgenommen.

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Einzelnachweise

Koordinaten: 50° 59′ 26,2″ N, 11° 19′ 50,5″ O