Friedhofskapelle Walle

Die Friedhofskapelle Walle mit dem ehemaligen Krematorium und der Urnenhalle, auf dem Waller Friedhof, Im Freien Meer 32, in Bremen-Walle, wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut.

Das Gebäude steht seit 2024 unter bremischem Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Der Waller Friedhof wurde bis 1875 angelegt. Die Einwohneranzahl der angrenzenden Stadtteile Walle und Gröpelingen nahm danach erheblich zu und der Friedhof wurde 1937 und nach 1945 erweitert auf jetzt 29 Hektar. Auch die Anzahl der Einäscherungen (Kremierung) nahm in Bremen deutlich zu. Als erstes Krematorium in Bremen gab es eine Anlage auf dem Riensberger Friedhof, die den Betrieb 1988 einstellte.

Die Friedhofskapelle mit dem angegliederten Krematorium und einer Urnenhalle entstand von 1955 bis 1957 auf einem leichten Hügel in einem Erweiterungsgebiet des Waller Friedhofs nach Plänen der Architekten Otto Bartning (1883–1959) (Darmstadt) und Otto Dörzbach (1920–1989). Kapelle, Funktionsräume und Krematorium mussten in einer gegliederten Baugruppe so angeordnet werden, dass sie einander nicht störten. Alle Baukörper sind um einen Innenhof herum gruppiert.[2]

Die dominierende Kapelle mit Pultdach steht auf einem trapezförmigen Grundriss. Die Umfassungswände der Gebäude sind mit rötlich geäderten Wesersandsteinplatten verkleidet. Ein großes Fenster mit dem Glasgemälde des Bremer Künstlers August Welp in der Stirnwand der Kapelle symbolisiert in Farben und abstrakten Formen die Flamme und das Licht. Nach der Einsegnung/Trauerfeier wird der Sarg in Begleitung der Trauergemeinde durch ein vierteiliges Ausgangstor unterhalb des Buntglasfensters – auf dem „Weg des Lichts“ – in einen als Lichthalle bezeichneten Vorraum getragen. Der Weg des Sargs führt(e) dann weiter durch den Ausgang ins Freie zur Bestattung oder früher zum Krematorium.

Der Betrieb des Krematoriums wurde später eingestellt. Aktuell (2026) gibt es in Bremen das Krematorium auf dem Friedhof Huckelriede.

Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… Der Gebäudekomplex hat sich bemerkenswert gut und in überwiegend bauzeitlicher Substanz erhalten, sodass der ursprüngliche Entwurfsgedanke der Architekten noch umfassend sichtbar und spürbar ist … Architekturgeschichtliche Bedeutung erlangt das Bauwerk, da es ein nicht uniformes Beispiel für die Baukunst von Friedhofskapellen in der Nachkriegszeit darstellt. An ihm lässt sich zudem eindrücklich ein für die 1950er-Jahre charakteristisches Entwurfskonzept ablesen, das auf der intendierten Wegführung als Leitgedanke für die Architektur beruht ….“

Commons: Friedhofskapelle Walle – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Denkmaldatenbank des LfD
  2. Architekturführer Bremen: b.zb: 33

Koordinaten: 53° 6′ 34,4″ N, 8° 46′ 8,2″ O