Friedhof Oberkassel

Der Friedhof Oberkassel in Oberkassel, einem Ortsteil der Stadt Bonn im rechtsrheinischen Stadtbezirk Beuel in Nordrhein-Westfalen, wurde 1888 als Friedhof der evangelischen Gemeinde angelegt und 1905 zum Gemeindefriedhof erweitert. Er liegt an der Langemarckstraße und steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Lage

Der Friedhof erstreckt sich am Südostrand Oberkassels nahe der Grenze zum Königswinterer Ortsteil Römlinghoven zwischen der Langemarckstraße (L 490) im Norden, dem Tunnel Oberkassel der Bundesstraße 42 im Osten, der Ernststraße im Süden und der Bahnstrecke der Siebengebirgsbahn im Westen.

Geschichte

1888 erwarb die evangelische Gemeinde Oberkassel, die bis dahin über eine von dem Steinbruchsbesitzer Gabriel Adrian gestiftete Begräbnisstätte neben dem Rathaus verfügte[2], das Grundstück am damaligen Römlinghovener Weg[3] zur Anlage eines neuen Friedhofs. 1905 wurde er zum Gemeindefriedhof ernannt und der alte katholische Friedhof an der Pfarrkirche St. Cäcilia für Neubelegungen geschlossen.[4][5] Da sich der Friedhof ursprünglich außerorts zwischen Oberkassel und Römlinghoven (damals zur Gemeinde Oberdollendorf gehörig) befand – auch die unmittelbar benachbarte Haltestelle der 1911 eröffneten Siebengebirgsbahn trug den Namen Römlinghoven – wurde er gelegentlich auch als „Friedhof (Oberkassel-)Römlinghoven“ bezeichnet.[6][7][8]

1925 wurde der evangelische Teil des Friedhofs erweitert und die dazu von der Kirchengemeinde erworbenen Grundstücke 1929 an die Gemeinde Oberkassel abgetreten.[9][10][11] Aus dem Jahre 1930 datieren umfangreiche Pläne zur teilweise auch bereits begonnenen Erweiterung und Neugestaltung des katholischen Friedhofsteils.[12][13][14] Eine erneute Erweiterung des Friedhofs wurde im Jahre 1939 durchgeführt.[15][16] Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand hier eine Kriegsgräberstätte für 27 Tote des Krieges.[17] 1952 erfuhr der Friedhof eine Erweiterung in östlicher Richtung.[18] Von 1958 bis 1959 wurde nach Abriss der alten die heutige Friedhofskapelle mit angegliederter Wohnung des Friedhofswärters erbaut.[19][20][21] 1968 wurde der Friedhof schließlich zur Siebengebirgsbahn hin um 12.500 m² zur Aufnahme knapp 2000 neuer Grabstellen erweitert und dabei auch ein neuer Parkplatz an der Langemarckstraße angelegt.[22][23]

Beigesetzte Persönlichkeiten

Commons: Friedhof Oberkassel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Denkmalliste der Stadt Bonn. (PDF; 2,08 MB) In: bonn.de. 15. Januar 2021, S. 44, archiviert vom Original am 7. Juni 2021; abgerufen am 29. Dezember 2025. Nummer A 4044
  2. Oberkasseler Zeitung, 2. Dezember 1930, S. 1 (zeitpunkt.nrw)
  3. ab 1896 Römlinghovener Straße, seit 1953 Langemarckstraße (→ Liste der Straßen im Bonner Ortsteil Oberkassel)
  4. Oberkasseler Zeitung, 4. April 1929, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  5. Oasen in der Stadt: Friedhöfe sind mehr als nur Begräbnisstätten, General-Anzeiger Bonn, 15. August 2018, S. 21 (genios.de)
  6. Honnefer Volkszeitung, 17. Oktober 1934, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  7. Echo des Siebengebirges, 20. Mai 1941, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  8. General-Anzeiger Bonn, 10. Februar 1950, S. 8 (zeitpunkt.nrw)
  9. Oberkasseler Zeitung, 20. Januar 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  10. Oberkasseler Zeitung, 3. September 1925, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  11. Oberkasseler Zeitung, 4. April 1929, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  12. Oberkasseler Zeitung, 26. Juli 1930, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  13. Deutsche Reichszeitung, 6. August 1930, S. 9 (zeitpunkt.nrw)
  14. Oberkasseler Zeitung, 31. Oktober 1930, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  15. Oberkasseler Zeitung, 6. Juni 1939, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  16. Oberkasseler Zeitung, 11. November 1939, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  17. Kriegsgräberstätte Bonn-Oberkassel, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  18. Honnefer Volkszeitung, 22. August 1952, S. 4 (zeitpunkt.nrw)
  19. Oberkasseler Zeitung, 16. Mai 1958, S. 1 (zeitpunkt.nrw)
  20. Oberkasseler Zeitung, 12. September 1958, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  21. Oberkasseler Zeitung, 13. November 1959, S. 2/3 (zeitpunkt.nrw)
  22. Oberkasseler Zeitung, 10. Februar 1968, S. 1 (zeitpunkt.nrw)
  23. Oberkasseler Zeitung, 10. August 1968, S. 1 (zeitpunkt.nrw)

Koordinaten: 50° 42′ 32,9″ N, 7° 10′ 34,4″ O