Friedhof Niederdollendorf

Der Friedhof Niederdollendorf in Niederdollendorf, einem Stadtteil von Königswinter im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, wurde 1882/83 angelegt.

Lage

Der Friedhof erstreckt sich am östlichen Rand des Stadtteils (an der Grenze zu Oberdollendorf) zwischen der Friedenstraße im Osten, der Petersbergstraße im Süden und der rechtsrheinischen Bahnstrecke im Westen.

Geschichte

Der ursprünglich etwas außerhalb des Ortes und später am Ortsrand zur offenen Feldflur hin gelegene Friedhof entstand als Ersatz für den Kirchhof an der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Im Juni 1882 schrieb der Oberkasseler Bürgermeister die Errichtung einer Umfassungsmauer um den neuen Friedhof (mit Eingangstor an der Petersbergstraße) aus; am 13. Dezember 1883 fand die letzte Beisetzung auf dem alten Friedhof statt.[1][2][3]

1923 beschloss der Niederdollendorfer Gemeinderat die Fällung auf dem Friedhof gelegener Bäume zur Erweiterung der Begräbnisflächen.[4] 1926 wurde eine grundlegende Friedhofserweiterung in Angriff genommen. Zu diesem Zweck erwarb die Gemeinde zunächst einen Teil des nördlich angrenzenden Parks der Villa Wiel, zu dem hin 1927 eine neue Umfassungsmauer erstellt wurde.[5][6][7] 1928 folgten der Bau einer neuen Leichenhalle in gotischen Formen und einer Einfriedigung des neuen Friedhofsteils.[8][9][10] Nach einem mit der damaligen Reichsbahn durchgeführten Grundstückstausch konnte der Friedhof 1930 auch zur Bahnstrecke hin erweitert werden, wobei ein an der bisherigen Friedhofsgrenze entlang führender alter Fußweg eingezogen wurde.[11][12][13] 1937 wurde erneut ein Grundstück zur Friedhofserweiterung angekauft.[10]

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf dem Friedhof eine Kriegsgräberstätte für 17 Tote des Krieges.[14] 1960 wurde der Friedhof in nördlicher Richtung um 1.600 m² erweitert.[15][16][17] Auf dem neu hinzugekommenen Teil wurde 1964/65 anstelle der bisherigen Leichenhalle eine neue Friedhofskapelle errichtet, deren Einweihung am 14. November 1965 stattfand.[18][19][20] 1966/67 erfuhr der Friedhof nochmals eine Erweiterung bis an den Rand der Bahnstrecke sowie nach Norden hin auf das Gelände der ehemaligen Villa Wiel und wurde bis 1968 mit einer neuen, niedrigeren Mauer mitsamt neuem Friedhofstor und Nebeneingang von der Friedenstraße eingefriedet.[21][22][23] Diese letztmalige Erweiterung und Umgestaltung des Friedhofs fand 1969 mit der Neubepflanzung ihren Abschluss.[24][20]

2006 wurde ein Denkmal mit Grabplatten der Familie Reichsgraf von Kesselstatt, der letzten Besitzer und Bewohner der ehemaligen Longenburg, auf den Friedhof versetzt und an der angrenzenden Friedhofskapelle eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Longenburg angebracht.[25][26][27]

Beigesetzte Persönlichkeiten

  • Adolf von Dalwigk zu Lichtenfels (1860–1924), preußischer Verwaltungsjurist, Landrat und Regierungspräsident
  • Fritz Rösing (1874–1970), Heeresoffizier, Stahlhelm-Funktionär und Kommunalpolitiker
  • Franz Riscop (1933–2016), Politiker, Bürgermeister von Niederdollendorf 1964–69
Commons: Friedhof Niederdollendorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Echo des Siebengebirges, 3. Juni 1882, S. 4 (zeitpunkt.nrw)
  2. German Hubert Christian Maaßen: Geschichte der Pfarreien des Dekanates Königswinter. J. P. Bachem, Köln 1890, S. 295–296. (ulb.hhu.de)
  3. Ferdinand Schmitz: Die Mark Dollendorf. Bergisch Gladbach 1925, S. 104.
  4. Oberkasseler Zeitung, 12. Dezember 1923, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  5. Oberkasseler Zeitung, 30. Oktober 1926, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  6. Oberkasseler Zeitung, 5. April 1927, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  7. Oberkasseler Zeitung, 9. August 1927, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  8. Oberkasseler Zeitung, 28. Juni 1928, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  9. Oberkasseler Zeitung, 5. Januar 1929, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  10. a b Heinz-Friedrich Berswordt: Niederdollendorf in unserem Jahrhundert: Versuch einer Chronologie. In: Niederdollendorf und der Quartett-Verein im Wandel der Zeiten: 1907–1987. Königswinter 1987, S. 15–131 (hier: S. 69).
  11. Oberkasseler Zeitung, 9. August 1927, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
  12. Dollendorfer Zeitung, 25. April 1929, S. 4 (zeitpunkt.nrw); Oberkasseler Zeitung, 11. Juli 1929, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  13. Oberkasseler Zeitung, 14. August 1930, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  14. Kriegsgräberstätte Königswinter-Niederdollendorf, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  15. Honnefer Volkszeitung, 22. September 1960, S. 5 (zeitpunkt.nrw)
  16. Oberkasseler Zeitung, 30. September 1960, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  17. Dollendorfer Zeitung, 24. Februar 1961, S. 1 (zeitpunkt.nrw)
  18. Oberkasseler Zeitung, 20. März 1965, S. 4 (zeitpunkt.nrw)
  19. Oberkasseler Zeitung, 20. November 1965, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  20. a b Heinz-Friedrich Berswordt: Niederdollendorf in unserem Jahrhundert: Versuch einer Chronologie. In: Niederdollendorf und der Quartett-Verein im Wandel der Zeiten: 1907–1987. Königswinter 1987, S. 15–131 (hier: S. 115).
  21. Oberkasseler Zeitung, 1. Oktober 1966, S. 1 (zeitpunkt.nrw)
  22. Oberkasseler Zeitung, 18. Februar 1967, S. 2 (zeitpunkt.nrw); Oberkasseler Zeitung, 1. April 1967, S. 2 (zeitpunkt.nrw)
  23. Kreis der Heimatfreunde Niederdollendorf e. V.: Niederdollendorf – gestern und heute. Herausgegeben im Jubiläumsjahr 2008. Königswinter 2008, S. 132–134 (Abbildungen).
  24. Oberkasseler Zeitung, 7. Juni 1969, S. 1 (zeitpunkt.nrw)
  25. Wird Denkmal versetzt?, Kölnische Rundschau/Bonner Rundschau, 16. Dezember 2005 (genios.de)
  26. Die Heimatfreunde erinnern an die Hodges-Brücke, General-Anzeiger Bonn, 28. März 2007, S. 7 (genios.de)
  27. Gedenktafel zur Erinnerung an die Longenburg, Wikimedia Commons

Koordinaten: 50° 41′ 38,1″ N, 7° 10′ 58,4″ O