Friederike Hübner
Friederike Hübner-Mehler (* 2. Mai 1918 in Prag; † 2003 in Weilheim (Oberbayern)[1]) war eine deutschsprachige Opernsängerin und Autorin. Bekanntheit erlangte sie durch ihr Buch "Knoblauch, Kunst und Kindheit in Prag", welches das Leben der deutschen Gesellschaft in Prag in den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. einfängt.[2]
Leben
Friederike Hübner wurde 1918 in Prag als zweites von drei Kindern einer altösterreichischen Familie geboren. Ihre Eltern waren der Verbandssyndikus Rolf Hübner und Rosa Hübner, geb. Ganghofner.[2] Ihr Großvater Friedrich Ganghofner war Professor der Medizin an der Universität Prag[3]. Ihr jüngerer Bruder ist der Philosoph Kurt Hübner.[2]
Ihre Familie war musikalisch gebildet und stark in das prager-deutsche Kulturleben eingebunden, so besuchte sie schon als Kind häufig die Oper im Neuen Deutschen Theater in Prag. Als Jugendliche sang und spielte sie häufig in eigenen kleinen Theaterstücken, die sie mit ihren Brüdern und Freunden inszenierte.
Ab 1934 studierte Friederike Hübner Gesang an der Deutschen Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag, die durch Fidelio F. Finke geleitet wurde. In Gesang wurde sie von der Konzertsängerin Else Schünemann-Brömse unterrichtet.[2] 1939 wechselte sie nach Berlin und studierte hier weiterhin Gesang.[2]
Ab 1945 hatte sie ein Engagement als Opernsängerin am Stadttheater Rostock, zudem sang sie bei Liederabenden und Oratorien.[2] 1948 heiratete sie in Berlin ihren Mann Ernst Mehler.[1][2] Nach der Geburt ihrer zwei Kinder legte sie ihre Berufstätigkeit als Opernsängerin nieder.[2]
Sie gründete am 1. April 1974 die Frauen-Union der Stadt Weilheim, in der sie mit ihrem Mann mittlerweile lebte.[1]
1976 erschien im Eugen Salzer-Verlag ihr Buch "Knoblauch, Kunst und Kindheit in Prag".[4]
1981 erhielt sie den Sudetendeutschen Kulturpreises für Schrifttum.[1]
In ihrer Freizeit engagierte sie sich weiterhin kulturell und war beispielsweise im Freundeskreis des Komponisten Boris Blacher, war Mitglied der Schriftstellergruppe „Schublade“ um den Weilheimer Autor Christian Buck und engagierte sich in den Freundeskreisen des Weilheimer Theaters.[1][2]
Im Jahre 2000 erhielt sie den Kulturpreis der Stadt Weilheim.[1][5]
Veröffentlichungen
Bücher
- Knoblauch, Kunst und Kindheit in Prag: Erinnerungen an die Goldene Stadt. F. Hübner. Heilbron: Salzer, 1975. ISBN 978-3-7936-0198-2.
Anthologien in
- Gegen Kräuter ist kein Kraut gewachsen: Salzers heiteres Geschichtenbrevier. B. Salzer (Hrsg.). Heilbron: Salzer, 1986. ISBN 3-7936-0938-3.
- Minzenkugeln aus der Schublade. Erzählungen, Gedichte, Lieder. Chr. Buck, F. Hübner-Mehler, M. Karlinger, S. März, G. Platzer, H. Seifert, W. Simander. Weilheim: Stöppel Verlag, 1987.
- Willkommen, kleiner Erdenbürger: Salzers heiteres Geschichtenbrevier. B. Salzer (Hrsg.). Heilbron: Salzer, 1988. ISBN 3-7936-0945-6.
- Tagebuch eines Landlebens. Ein Dießener Lesebuch. T. Raff (Hrsg.). Dießen: Heimatverein Dießen und Umgebung, 1990.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Trauer um Friederike Hübner-Mehler. 27. Februar 2010, abgerufen am 11. Oktober 2025.
- ↑ a b c d e f g h i Friederike Hübner: Knoblauch, Kunst und Kindheit in Prag: Erinnerungen an die Goldene Stadt (= Ullstein-Bücher. Nr. 23355). Ullstein, Frankfurt/M Berlin 1994, ISBN 978-3-548-23355-0.
- ↑ Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische Dokumentation: Ganghofner, Friedrich. 2003, abgerufen am 11. Oktober 2025.
- ↑ Friederike Hübner: Knoblauch, Kunst und Kindheit in Prag. Salzer, Heilbronn 1975, ISBN 978-3-7936-0198-2.
- ↑ Stadt Weilheim i.OB - Kulturpreis. Abgerufen am 11. Oktober 2025.