Friedensmahnmal Fasanerie

Das Friedensmahnmal Fasanerie[1] im Münchner Stadtteil Fasanerie wurde „in den 1950er Jahren aus Ziegeln kriegszerstörter Häuser erbaut“[2][3], was von Kontroversen um die Verwendung des Standorts als Stellplatz für einen Autohändler und die folgliche Versetzung des Denkmals im Jahr 2019 an den heutigen Standort begleitet war[4].

Geschichte

Beschreibung

Das Denkmal zum Gedenken an die Kriegsopfer und Vertriebenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs besteht aus zwei niedrigen Mauern, die in einem rechten Winkel zusammengefügt sind sowie einem großen Kreuz aus Holz.[1] Es entstand in den 1950er Jahren. Für die Errichtung wurden Ziegelsteine von Häusern aus dem Ortsteil Fasanerie verwendet, die im Krieg zerstört worden waren.[3]

Auf der Mauer sind zwei Tafeln in Frakturschrift angebracht.[2]

„Ausgestritten / ausgerungen / ist der lange / schwere Streit“

linke Tafel am Friedensmahnmal

„Gedenket / unserer Gefallenen / 1914–1918 + 1939–1945 / an der Front und / der Heimat“

rechte Tafel am Friedensmahnmal

Es sei ein „typisches Kriegerdenkmal“[1] gewesen, bevor in den 1990er Viertelbewohner in Abstimmung mit dem Heimat- und Kameradschaftsverein Fasanerie in die derzeitige Form gebracht wurde. Über sein genaueres damaliges Aussehen und welche Veränderungen damit gemeint sind, gibt es keine näheren Auskünfte.[1] Das Platz des Denkmals wird von dem Heimat- und Kameradschaftsverein Fasanerie gepflegt, für das Denkmal selbst ist die Stadtverwaltung verantwortlich.[1]

Ehemaliger Standort

ehemaliger Standort aus der Nähe
ehemaliger Standort hinter den Autos (links der Bahnübergang)

Das Denkmal soll seit den 1960er Jahren auf Privatgrund stehen bzw. früher der Bahn gehört haben.[5] Das Grundstück an der Feldmochinger Straße nahe des Bahnübergangs wurde nach übereinstimmenden Quellen 2004 an einen Autohändler verkauft.[2][6]

Der Autohändler duldete das Denkmal lediglich auf seinem Grundstück und stellte etwa seit Anfang 2017 direkt vor dem Denkmal Verkaufswagen auf. Das führte zu Streitigkeiten mit dem Heimatverein, der schließlich bei der Stadt eine Versetzung des Denkmals beantragte.[2][7]

Neuer Standort

Um 2016 plante die Deutsche Bahn einen Umbau an dieser Stelle und hatte vor, den kleinen Park umzunutzen.[1] Für das Jahr 2018 sei sogar eine Untertunnelung der Gleise an der Stelle geplant gewesen.[7] Bereits im Jahr 2009 hatte die Stadt, offensichtlich aufgrund des geplanten Umbaus, dem Verein einen neuen Standort vorgeschlagen. Später war ein weiterer, aus der Sicht des Vereins ungeeigneter Standort auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise im Gespräch (eine neue Verkehrsinsel an der Leberblümchen- und Himmelschlüsselstraße), wogegen der Verein protestierte.[1][2] Als neuer Standort wurde am 18. Juli 2017[8] der zuerst vorgeschlagene Standort bei der Kirche St. Christoph beschlossen. 2019 wurde das Denkmal an seinen heutigen Platz versetzt.[9]

Gedenkfeiern am Denkmal

Jährlich am Volkstrauertag (spätestens seit 2016) finden Andachten am Denkmal nach einem Gottesdienst in der Kirche St. Christoph statt.[2]

Commons: Friedensmahnmal Fasanerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Würdiges Gedenken. 9. Dezember 2016, abgerufen am 12. November 2025.
  2. a b c d e f Streit um Gedenken zwischen Gebrauchtwagen. In: tz.de. 6. März 2017, abgerufen am 12. November 2025.
  3. a b Veranstaltung zum Volkstrauertag. Abgerufen am 12. November 2025.
  4. Tz, Süddeutsche Zeitung, Hallo München
  5. Kriegerdenkmal bekommt neuen Standort. 21. Mai 2018, abgerufen am 12. November 2025.
  6. Heimat- und Kameradschaftsverein stellt Eilantrag für Verlegung des Ehrenmals - Interessengemeinschaft Fasanerie aktiv e.V. 25. Februar 2017, abgerufen am 12. November 2025.
  7. a b Fasanerie: Kriegerdenkmal zieht an einen würdigen Platz um. In: tz.de. 15. November 2017, abgerufen am 12. November 2025.
  8. Beschluss des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 24 Feldmoching-Hasenbergl vom 18.07.2017 (PDF), auf risi.muenchen.de
  9. Veranstaltung zum Volkstrauertag. Abgerufen am 12. November 2025.

Koordinaten: 48° 11′ 54,2″ N, 11° 31′ 25,7″ O