Friedenskirche (Kreiensen)
Die evangelisch-lutherische Friedenskirche in Kreiensen ist eine der beiden Kirchen der Einbecker Ortschaft. Sie gehört zur Propstei Gandersheim-Seesen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig.[1] Das Gebäude befindet sich in der Wilhelmstraße 18 und steht unter Denkmalschutz.[2]
Geschichte
Die Friedenskirche befindet sich in der Wilhelmstraße, an einer Stelle, an der zuvor bereits eine mittelalterliche Kapelle bestand. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle in Kreiensen datiert aus dem Jahr 1524. Weil Kreiensen in den 1930er-Jahren ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt war, wurde der vorhandene Bau der gewachsenen Einwohnerzahl nicht mehr gerecht. Der Greener Pastor Wilhelm Bosse bemühte sich seit seinem Amtsantritt 1932 um einen Kirchenneubau für die Gemeinde, was bereits um 1900 von der Gandersheimer Kreisdirektion erwogen wurde. Die Landeskirche erteilte im Oktober 1933 ihre Zustimmung, der Braunschweiger Architekt August Prahmann wurde mit einem Neubau beauftragt. Am 14. Oktober 1934 folgte die Grundsteinlegung. Die neue Kirche wurde 1935 eingeweiht, als eine der wenigen während der Zeit des Nationalsozialismus in der Braunschweiger Landeskirche neu errichteten Kirchen. Im Winter 1934/35 ruhten die Bauarbeiten, das Richtfest fand im Juli 1935 statt. Die Weihe der Kirche nahm am 22. Dezember 1935, dem 4. Advent, der im Vorjahr ins Amt gewählte Landesbischof Helmuth Johnsen vor. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt etwa 73.500 Reichsmark, darin enthalten etwa 6500 RM Architektenhonorar und 8500 RM für die drei Glocken. Von diesen wurden bereits 1943 zwei wieder für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Seit 1998 trägt sie den Namen Friedenskirche.[3]
Im Jahr 2021 wurde die Kirche wegen Einsturzgefahr geschlossen. Ebenso wurde das Grundstück gesperrt. Grund dafür ist einerseits ein weicher Baugrund, andererseits die Qualität der verwendeten Baumaterialien.[4] Der Kirchenvorstand entschied im Jahr 2023 einen Teilabriss des Gebäudes, welcher den Chorraum und den größten Teil des Kirchenschiffs umfasst.[3]
Baubeschreibung
Der verputzte Saalbau mit rechteckigem Grundriss zeigt unregelmäßig angeordnete Eckquader. Der Chor ist eingezogen und wie das Schiff unter einem Satteldach. An der Südostecke findet sich ein vorgelegter viergeschossiger Turm, der einen Spitzhelm aufweist. Der Eingangsbereich, südöstlich über Eck gelegen, wird durch Rundbogen-Arkaden eingefasst, die über vier Stufen vom umliegenden Gehweg erschlossen werden.[2]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig: Gandersheim-Seesen. In: landeskirche-braunschweig.de. Abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ a b Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege: Friedenskirche Kreiensen. In: Denkmalatlas Niedersachsen. Abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ a b Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Friedenskirche in Kreiensen: Harter Schnitt durchs Kirchenschiff. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. Abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Kirche in Kreiensen wegen Einsturzgefahr dicht. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. Abgerufen am 25. November 2025.
Koordinaten: 51° 51′ 22″ N, 9° 57′ 43,4″ O