Freilichtbühne Lohne

Freilichtbühne Lohne
Lage
Adresse: Zur Freilichtbühne 20
Stadt: Lohne
Koordinaten: 52° 39′ 38″ N, 8° 14′ 59″ O
Architektur und Geschichte
Eröffnet: 1951
Zuschauer: 900 Plätze
Internetpräsenz:
Website: https://fblohne.de

Die Freilichtbühne Lohne ist eine Amateurtheaterbühne am Rande des Stadtparks der Stadt Lohne in Niedersachsen.

Die Freilichtbühne besteht seit 1951. Es stehen rund 900 Sitzplätze zur Verfügung. Seit 2007 ist der Zuschauerbereich überdacht. Besucher gelangen durch eine Pforte auf das Bühnengelände, in die der Spruch eingeschnitzt ist: „Erst gehörst du deinem Gotte, ihm zunächst der Heimaterde.“ Dieser Spruch entstammt dem 1878 veröffentlichten Epos Dreizehnlinden des ostwestfälischen Dichters Friedrich Wilhelm Weber.[1] Eine dramatisierte Fassung dieses Epos mit dem Titel Elmar wurde 1952 und 1967 auf der Lohner Bühne aufgeführt.

Das Amateurtheater spielt pro Saison zwei Theaterstücke, ein Kinder- und Familienstück und eines für Erwachsene.

Geschichte

Bereits ab 1931 fanden vor der Burg Hopen in Lohne von Laiendarstellern aufgeführte Theaterstücke statt. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Stücke religiösen Inhalts. Diese Tradition wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen.

Nach dem Krieg wurde in einem Waldstück in der Nähe der Quelle des Hopener Mühlenbachs eine Freilichtbühne errichtet, die 1951 den Spielbetrieb aufnahm. Ein Spielerheim wurde der Laienspiel-Gruppe 1961 zur Verfügung gestellt. Zur Saison 2007 konnte die mit öffentlichen Mitteln geförderte Überdachung eingeweiht werden.[2]

In den Anfangsjahren wurden, an die Vorkriegstradition anknüpfend, religiöse Schauspiele, aber auch plattdeutsche Stücke, Operetten und Theater für Kinder und Familien aufgeführt. Nur dreimal seit 1951 gab es „hohe Literatur“ zu sehen, und zwar Goethes Faust (1951), Schillers Wilhelm Tell (1953) und Schinderhannes von Carl Zuckmayer (1976). Ähnlich wechselhaft wie das Repertoire war in den Anfangsjahren auch die Anzahl der gespielten Stücke: In einigen Jahren wurde nur ein Stück, in anderen Jahren wurden zwei Stücke aufgeführt.

Seit einiger Zeit wird jedes Jahr ein Stück für Kinder und Familien und eines für Erwachsene gezeigt. Für Schulklassen und andere Gruppen werden regelmäßig eigene Aufführungen an Schulvormittagen angeboten. Seit 2004 werden wieder Theaterstücke gespielt, die eher für erwachsene Zuschauer geeignet sind (Schwarzer Humor, Handlung).

Das Stück Pfingstorgel von Johannes Lippl wurde 1965 im Fernsehen (auf N 3) übertragen.

Aufführungen seit 1951

In einigen Jahren wurden auf der Freilichtbühne Lohne zwei Stücke aufgeführt. Ein Kinder- bzw. Familienstück und ein Abendstück, welches für Erwachsene ausgelegt ist. Diese waren bisher:

Saison Familienstück Abendstück
1951 Job
1952 Elmar
1953 Wilhelm Tell
1954 Der Bettler vor dem Kreuz
1955 Hans im Glück Dei Trecker Komödie
1956 Schneewittchen Der Baumeister Gottes
1957 König Drosselbart Aufstand der Bauern
1958 Beseuk ut de Stadt
1959 Herzoging und Heilige
1960 Dat Lock in de Gerechtigkeit
1961 Die Passion
1962 Im weißen Röss'l
1963 Der verlorene Sohn
1964 Jund Deern up'n Hoff
1965 Die Pfingstorgel
1966 Swienskomödie
1967 Elmar
1968 Rumpelstilzchen Musik an'n fröhen Morgen
1969 Die Weiber von Schornsdorf
1970 Der Teufel mit den drei goldenen Haaren
1971 Lederstrumpf
1972 Hans im Glück Kaamste in'n Dörp
1973 Wildtöter
1974 Das kleine Teehaus
1975 Der Jungfernkrieg
1976 Schinderhannes
1977 De Hundkommödie
1978 Lumpaci Vagabundus
1979 Die wunderbare Flöte Dat Verlegenheitskind
1980 Dat Speel van den rieken Mann
1981 Jorind und Joringel Fischerstraße Nr. 15
1982 Der Räuber Hotzenplotz Dat Horoskop
1983 Neues vom Räuber Hotzenplotz För de Katt
1984 Die kleine Hexe Die vergnügte Tankstelle
1985 Das tapfere Schneiderlein Dat Doktorbauk
1986 Vom dicken Schein das dünn werden wollte
1987 Pippi Langstrumpf Die Schöne und der Schelm
1988 Max und Moritz
1989 Die Bremer Stadmusikanten
1990 Hänsel und Gretel Politik un Föherschien
1991 Das Dschungelbuch
1992 Lukas Feinbein oder der Schatz im Nudeltopf
1993 Ronja Räubertochter
1994 Momo
1994 Oh wie schön ist Panama
1995 Von einem der auszog das Grusel zu lernen
1996 Der kleine Vampir
1997 Pippi Langstrumpf
1998 Das Dschungelbuch
1999 Der gestiefelte Kater
2000 Ariell, die klein Meerjungfrau
2001 Kalif Storch
2002 Jim Knopf und Likas der Lokomotivführer
2003 Die kleine Hexe
2004 Der Zauberer von Os Arsen und Spitzenhäubchen
2005 Der Räuber Hotzenplotz Taxi, Taxi
2006 Cinderella Außer Kontrolle
2007 Peter Pan Agathe und ich
2008 Der kleine Muck Und ewig rauschen die Gelder
2009 Wickie und die starken Männer In der Klemme
2010 Pippi Langstrumpf Zwei Wachteln in der Klemme
2011 Max und Moritz Zum Henker mit den Henks
2012 Rabatz im Zauberwald Funny Money
2013 Simba – König der Löwen Die 39 Stufen
2014 Der Zauberer von Os[Anm. 1] Schau nicht unters Rosenbeet
2015 Die Schöne und das Biest Hexenschuss
2016 Herr der Diebe Heckenschnitt
2017 Das Dschungelbuch Schlager lügen nicht
2018 Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer Schlager lügen nicht[Anm. 2]
2019 Michel aus Lönneberga
Der 35. Mai[Anm. 3]
Der nackte Wahnsinn
2020 Spielpause Spielpause
2021 Keine Angst vor Hotzenplotz Spielpause
2022 Madagascar Die Heiße Ecke
2023 Shrek Das Muscial Das perfekte Geheimnis
2024 Die kleine Hexe The Addams Family Das Muscial
2025 Der kleine Vampir

Die Welle[Anm. 4]

Currywurst mit Pommes
2026 Peter Pahn Fuck ju Göhte
Anmerkungen:
  1. Neuinszenierung, nicht gleich mit dem Stück von 2004.
  2. Schlager lügen nicht ist das erste Stück, welches unverändert über zwei Spielzeiten aufgeführt wurde.
  3. Das Stück Der 35. Mai ist ein reines Kinderstück. Es wird ausschließlich von Kindern gespielt und inszeniert.
  4. Jugendgruppe der Freilichtbühne in der Aula des Gymnasiums.

Sonstige Veranstaltungen

Das Gelände der Freilichtbühne wird neben dem regulären Spielbetrieb auch für Sonderveranstaltungen genutzt. Dies waren u. a.:

  • Seit 2009 das „Filmfestival OM“[3]
  • Seit 2013 die Benefiz-Gala „Musicalstars in Lohne“[4]
  • Im Juni 2011 fand auf der Freilichtbühne Lohne die Feier zur Entlassung des Abitur-Jahrgangs 2011 des Gymnasiums Lohne mit der Überreichung der Abschlusszeugnisse statt, da eine Entlassung von 254 Abiturienten gleichzeitig (Doppeljahrgang) in den Räumen des Gymnasiums nicht möglich war.[5]
  • Diverse Gottesdienste[6][7][8]

Galerie

Literatur

  • Freilichtspiele Lohne e.V. (Hrsg.): 25 Jahre Freilichtspiele Lohne e.V. 1951–1976. Festschrift
  • Heinrich Landwehr / Günther Müller: Die Freilichtbühne. In: Heimatverein Lohne: Lohne (Oldenburg) 980–1980. Berichte aus der Zeit seiner Entwicklung. Vechtaer Druckerei und Verlag. 1980. S. 530–537
Commons: Freilichtbühne Lohne – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Friedrich Wilhelm Weber: Dreizehnlinden. Epos in 25 Gesängen. Gesang XVII (Des Priors Lehrsprüche) im Projekt Gutenberg-DE
  2. Freilichtbühne will für Zuschauer ein Dach bauen, Oldenburgische Volkszeitung, 21. Oktober 2005, S. 9 (PDF; 765 kB)
  3. 8. Filmfestival Oldenburger-Muensterland (Memento des Originals vom 13. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lohne.de Veranstaltungsplan auf Seite der Stadt Lohne. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  4. Musical Stars Lohne Website der Veranstaltung. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  5. 254 Gymnasiasten feiern ihr Abitur Artikel der Oldenburger Volkszeitung vom 18. Juni 2011 auf Seite des Gymnasiums Lohne. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  6. Pfingstgottesdienst auf der Freilichtbühne Artikel der Nordwest-Zeitung vom 22. Mai 2012. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  7. Christusfest gemeinsam gefeiert (Memento des Originals vom 13. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sankt-gertrud.com Pressemeldung der Kirchengemeinde St. Gertrud vom 5. Juni 2017. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  8. Der Aufbruch in die Zukunft ist nicht lästig, sondern macht lebendig! Pressemeldung der Evangelischen Kirche Oldenburg vom 27. Mai 2012. Abgerufen am 15. Juni 2018.