Freikorps Schulz

Das Freikorps Schulz war ein 1918 aufgestellter paramilitärischer Verband.

Geschichte

Aufstellung

Das Freikorps Schulz wurde von Siegfried Schulz im Dezember 1918 aufgestellt und aus dem 8. Lothringischen Infanterie-Regiment Nr. 159 rekrutiert.[1] Am 1. Juni 1919 wurde es in das Reichswehr-Schützenregiment Nr. 207 umgewandelt.

Einsätze

Es war eine der ersten paramilitärischen Einheiten in der Weimarer Republik und nahm unter anderem am Kapp-Putsch und an der Unterdrückung des Ruhraufstandes teil.[2] Berichte über erste Kampfhandlungen lassen sich bereits für April 1919 finden.

Am 28. Mai 1920 rückte das Freikorps in Oldenburg ein, um das nach Celle verlegte Reichswehr-Regiment Nr. 110 zu ersetzen.[3] Dort kam es zu mehreren Auseinandersetzungen mit der Zivilbevölkerung, bei welchen unter anderem am 1. Juni ein Zivilist erschossen wurde.[4][5] Nachdem die Übergriffe des Freikorps überregionale Empörung und Debatten auslösten, die die Oldenburgische Landtagswahl überschatten sollten, beschloss Reichswehrminister Otto Geßler am 16. Juni, das Freikorps zu verlegen.[6]

Verbleib

Weil das Freikorps bereits 1919 in die Reichswehr integriert worden war, und Siegfried Schulz im Zuge der Vorfälle in Oldenburg beurlaubt und seiner Position enthoben wurde, verblieb es als offizielle militärische Einheit der Reichswehr bis zum Ende der Weimarer Republik bestehen.

Einzelnachweise

  1. Der Arbeiteraufstand im Ruhrgebiet 1920: Quellenkritik und Edition der zeitgenössischen Darstellungen von Carl Brenner, Josef Ernst, Arthur Zickler, Gerhard Colm, Willi Cuno und Siegfried Schulz (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Neue Folge 53). Aschendorff Verlag, Münster 2020, ISBN 978-3-402-15138-9, S. 48–50.
  2. Dieter Dreetz, Klaus Gessner, Heinz Sperling: Bewaffnete Kämpfe in Deutschland 1918-1923 (= Kleine Militärgeschichte). 1. Auflage. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1988, ISBN 978-3-327-00511-8.
  3. Nachrichten für Stadt und Land, 29. Mai 1920. Abgerufen am 24. November 2025.
  4. Nachrichten für Stadt und Land, 1. Juni 1920. Abgerufen am 24. November 2025.
  5. Nachrichten für Stadt und Land, 2. Juni 1920. Abgerufen am 24. November 2025.
  6. Nachrichten für Stadt und Land, 18. Juni 1920. Abgerufen am 24. November 2025.