Freie Waldorfschule Bremen

Freie Waldorfschule Bremen
Schulform Waldorfschule
Gründung 1949
Adresse Toulerstraße 3
Ort Bremen
Land Bremen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 4′ 57″ N, 8° 50′ 39″ O
Träger Waldorfschulverein Bremen zur Förderung der Pädagogik Rudolf Steiners e.V.
Leitung Leitungsteam[1]
Website www.freie-waldorfschule-bremen.de

Die Freie Waldorfschule Bremen in Bremen-Schwachhausen wurde 1949 gegründet.[2] Sie ist die älteste Waldorfschule in Bremen. Das Gebäude im Ortsteil Gete, Touler Straße 3, steht seit 1996 unter Bremischem Denkmalschutz.[3]

Geschichte

1922, drei Jahre nach Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart, entstand ein erster Verein für Waldorfpädagogik in Bremen, der 1932 als „Verein Freie Waldorfschule Bremen e.V.“ ins Vereinsregister eingetragen wurde. 1937 löste sich der Verein auf, um einer Zwangsauflösung zuvorzukommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich der Waldorfschulverein 1946 neu und erhielt 1949 die Genehmigung seine Schulgründung. Am 9. Mai 1949 begann der Unterricht mit zwei Klassenräumen in der Schule im Holzhafen im Stadtteil Walle. In den folgenden Jahren zog die Schule an die Schleswiger Straße, dann in die Hollerallee.[4] 1958 erhielt sie die staatliche Anerkennung als Ersatzschule und 1963 die Genehmigung zur Einrichtung einer Abiturklasse.

Gebäude

1974 konnte schließlich das neue Schulgebäude in der Touler Straße bezogen werden. Das bis heute genutzte ein- und zweigeschossige verklinkerte expressionistische Gebäude in der Touler Straße wurde 1972/74 nach Plänen von Werner Seyfert für den Schulbauverein Waldorfschule Bremen gebaut. Als Belobigung beim BDA-Preis Bremen 1978 wurde das Bauwerk ausgezeichnet.[5] Der Neubau wurde zu 60  Prozent durch Zuschüsse des Landes Bremen, der Rest durch Spenden der Eltern finanziert.[4]

Zur Schule

Die Freie Waldorfschule Bremen arbeitet nach dem Prinzip der Selbstverwaltung. Entscheidungen zu pädagogischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen werden gemeinschaftlich von Lehrkräften und Eltern in verschiedenen Gremien getroffen, darunter der Vorstand, die Schulführungskonferenz und die Mitgliederversammlung. Das Modell soll eine breite Beteiligung ermöglichen, wird aber teils auch als komplex und konfliktanfällig beschrieben, da Entscheidungsprozesse ohne klassische Leitung mit erheblichem Abstimmungsaufwand verbunden sind.[6][7]

An der Freien Waldorfschule Bremen wird nach der von Rudolf Steiner (1861–1925) begründeten Waldorfpädagogik unterrichtet. Die Gesamtschule ist eine private einzügige Grund- und Oberschule mit den Klassen 1 bis 13.[8] Die Schüler können das Abitur nicht direkt an der Schule, sondern in Kooperation mit der Erwachsenenschule Bremen ablegen. Nach der zwölften Klasse können die Schüler ein zusätzliches Vorbereitungsjahr besuchen, das gezielt auf die staatlichen Prüfungen vorbereitet. Die Abiturprüfungen werden dort als sogenannte Nichtschülerprüfung durchgeführt und entsprechen inhaltlich vollständig dem landesweiten Abitur in Bremen.[9]

Neben der Schule in Schwachhausen entstanden im Laufe der Zeit weitere waldorfpädagogische Einrichtungen in Bremen: 1979 die Tobias-Schule, 1989 die Freie Waldorfschule Bremen-Sebaldsbrück, die später nach Osterholz umzog[10], und 2006 die Freie Waldorfschule Bremen-Nord.[11][12]

Ehemalige Schüler

Literatur

Einzelnachweise

  1. Das Leitungsteam und die Verwaltungsgruppe. In: www.freie-waldorfschule-bremen.de. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
  2. Karolina Benedyk: Freie Waldorfschule in Bremen: 75 Jahre Musik und Pädagogik im Fokus. 31. August 2024, abgerufen am 20. Oktober 2025.
  3. Denkmaldatenbank des LfD
  4. a b Dr. Brigitta Nimz: StAB 4.39/37 (Freie Waldorfschule Bremen). In: Archivinformationssystem Niedersachsen und Bremen. Staatsarchiv Bremen, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  5. Werner Seyfert: Der Architekt zum Neubau. Zur Einweihung des neuen Schulgebäudes, Bremen 1975.
  6. Esther Geißlinger: Rechtsdrehend an der Waldorfschule: Das autoritäre Erbe. In: Die Tageszeitung: taz. 30. März 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. Oktober 2025]).
  7. Zukunftsgestaltung Waldorfschule: Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zu Kultur, Management und Entwicklung. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08983-2.
  8. Weser Kurier im Archiv u. a. vom 8. Nov. 1973, 30. Mai 2022 30. März 2017.
  9. Abitur an der Waldorfschule Bremen. In: Freie Waldrofschule Bremen. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  10. Christa Neckermann: Freie Waldorfschule Osterholz-Scharmbeck: Trägerverein kauft Gebäude. 14. Juli 2020, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  11. Jürgen Theiner: Waldorfschule kämpft um ihren Standort. 24. Mai 2011, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  12. Rebecca Sawicki: Privatschulen in Bremen-Nord setzen alternative Schwerpunkte. 3. Dezember 2019, abgerufen am 23. Oktober 2025.