Frederick L. Whitam

Frederick L. Whitam (* 7. Februar 1933 in Natchez, Mississippi; † 10. Juli 2009 in Tempe, Arizona) war ein US-amerikanischer Soziologe und Autor.

Leben

Von 1954 bis 1965 studierte Whitam Soziologie am Millsaps College in Jackson (Mississippi), an der University of Chicago, an der Columbia University und an der Indiana University, wo er 1965 den Ph. D. erwarb.[1]

Von 1960 bis 1962 hatte er eine Assistenzprofessur am Millsaps College inne und in diesem Zeitraum war er zudem Vorsitzender der Abteilung für Soziologie. Anschließend lehrte er bis 1965 Soziologie an der University of New York’s Fashion Institute of Technology und war kurzzeitig Gastdozent an der University of Texas in Austin.[2] 1966 wechselte er an die Arizona State University und blieb dort bis zum Ende seiner Karriere. Er gehörte zu den Fakultätsmitgliedern, welche 1972 das ASU doctoral program etablierten. 1986 wurde er zum ordentlichen Professor berufen. 1997 wurde er emeritiert.[1]

Während seiner Forschungszeit führte er Feldforschung Brasilien, Guatemala, die Philippinen, Thailand, Indonesien, Peru, Ungarn, Spanien, Portugal, die Dominikanische Republik und Polen durch.[1]

Er war Mitglied der Redaktion des Archives of Sexual Behavior und des Journal of Homosexuality. Zudem war er Mitglied der International Academy of Sex Research und der Society for the Scientific Study of Sexuality. Als Aktivist in der Schwulen und Lesbischen Gemeinschaft in Arizona war er Mitglied der Vereinigung Parents, Families and Friends of Lesbians and Gays und als Berater des Phoenix Community AIDS Council.[1]

Wirken

Whitman begann mit der Untersuchung von sozialen Dynamiken in religiösen Gruppen in den 1960er Jahren. Ab den 1970er Jahren wandelte sich dann seine Forschungsarbeit drastisch und das kumulierte in einer bahnbrechenden Arbeiten zu kulturübergreifenden, invarianten Eigenschaften männlicher Homosexualität. Dies mündete in seinem Buch „Male Homosexuality in Four Societies: Brazil, Guatemala, the Philippines, and the United States“ von 1986.[1]

Whitman untersuchte Homosexualität aus einer interkulturellen Perspektive.[3] In der Newsweek sagte Whitman, dass „Homosexualität tritt in gleichem Maße und mit ähnlichen Verhaltensweisen auf. Das deutet auf einen biologischen Zusammenhang hin. Die biologischen Belege dafür mehren sich seit mindestens 20 Jahren“.[4]

Schriften (Auswahl)

  • Subdimensions of Religiosity as Related to Race Prejudice. MA thesis, Indiana University, 1957.
  • Adolescence and Mass Persuasion: A Study of Teen-age Decision-Making at a Billy Graham Crusade. Doctoral dissertation, 1965.
  • (mit Robin Mathy:) Male homosexuality in four societies: Brazil, Guatemala, the Philippines, and the United States. Praeger Publishers, 1985, ISBN 978-0-03-004298-0

Einzelnachweise

  1. a b c d e Paul L. Vasey, Nancy H. Bartlett: Frederick L. Whitam (1933–2009). In Memoriam. In: Archives of Sexual Behavior. Band 40, Nr. 4, S. 671–672 (springer.com).
  2. Frederick Whitam | ASU Retirees Association. Abgerufen am 22. November 2025.
  3. Simon LeVay, Elisabeth Nonas: City of Friends: A Portrait of the Gay and Lesbian Community in America. MIT Press, 1995, ISBN 978-0-262-62113-7 (google.de [abgerufen am 22. November 2025]).
  4. Homosexuality: Born Or Bred? 23. Februar 1992, abgerufen am 22. November 2025 (englisch).