Frauenuniversität Kyōto

Frauenuniversität Kyōto
Gründung 1899
Trägerschaft privat
Ort Higashiyama
Bundesland Kyōto
Land Japan
Präsidentin Hideko Takeyasu
Studierende 5792
Website Kyōto Joshi Daigaku

Die Frauenuniversität Kyōto oder Kyōto Joshi Daigaku (japanisch 京都女子大学) ist eine private Frauenuniversität in Japan, deren Geschichte im Jahr 1899 begann.

Geschichte

1899 wurde die Kyōto-Mädchen-Oberschule gegründet, deren Ziel eine bessere Bildung von Frauen war. Ihre Gründerinnen Wariko Kai, Kazuko Ōtani und Takeko Kujō waren Mitglieder einer buddhistischen Frauenorganisation. Der erste Antrag, eine Universität zu gründen, wurde 1912 grundlos abgelehnt. Stattdessen konnte 1920 das Frauencollege Kyōto (Kyōto joshi semmon gakkō, 京都女子専門学校) eröffnet werden.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1949, wurde diese Kyōtoer Bildungseinrichtung zur Universität mit einer philologischen Fakultät und einer Fakultät für Hauswirtschaft. Weitere Fakultäten kamen nach und nach hinzu. Die juristische Fakultät war seinerzeit die erste, die in Japan an einer Frauenuniversität angeboten wurde. 1957 wurde der Universität auch eine Grundschule angeschlossen, 1969 folgten eine Mittel- und Oberschule.[1]

Zu den Zielen der Universität gehört, so ihre Website, einen Beitrag zur Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter zu leisten, Gleichberechtigung sowohl in der Lehre als auch in der Forschung zu fördern, Weiterbildungsprogramme für Frauen auszubauen sowie die Einrichtung des Asian Center for Gender Equality Studies (Asiatischen Zentrum für Gendergerechtigkeit) in Zusammenarbeit mit Universitäten in Asien.[2]

Mit Hideko Takeyasu steht die Kyōto Joshi Daigaku 2020 erstmals unter weiblicher Leitung. Die Präsidentin war vorher Vizepräsidentin der Universität. Ihre wissenschaftliche Expertise sind Soziologie und Kommunikation.[2]

Trotz des anhaltenden Trends zur Koedukation in Japan besteht die Universität auf ihrem Status als Frauenuniversität. In einer Stellungnahme begründete dies die Präsidentin folgendermaßen: „A women’s university offers an environment where students can learn in equal relationships, unbounded by traditional gender norms, We will continue to foster individuals who challenge societal norms and drive transformation.“[3] (Eine Frauenuniversität bietet ein Umfeld, in dem Studierende in gleichberechtigten Beziehungen lernen können, ohne durch traditionelle Geschlechternormen eingeschränkt zu sein. Wir werden weiterhin Personen fördern, die gesellschaftliche Normen hinterfragen und Veränderungen vorantreiben.).

Im Frühjahr 2025 immatrikulierten sich 1527 neue Studierende, was für eine Akzeptanz dieser Haltung spricht.[3]

Studiengänge

Die Frauenuniversität Kyōto verfügt über sieben Fakultäten: Philologie, Jura, Hauswirtschaft, Entwicklung des Menschen und Erziehungswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Psychologie und Zusammenarbeit sowie die neuste Fakultät namens Data Science, gegründet 2023. Innerhalb der philologischen Fakultät gibt es die Studiengänge Komparative Geschichte, Japanische Sprache und Literatur sowie Englische Sprache und Geschichte, In den Fakultäten werden neben dem Grundstudium auch Master- und Doktorkurse angeboten.[4] Alle Studierenden sind verpflichtet, unabhängig von ihrer Fakultät, einige Pflichtkurse (Core Curriculum) zu belegen. Dazu zählen Buddhismus, Sprachliche Kommunikation, Gesundheitswissenschaft, Gender Studies, Internationale Verständigung, kollaborative Aktivitäten und freie Kunst.[5]

2025 hatte die Universität 5792 Studierende, davon waren sechs aus dem Ausland.[6] Laut Universitäts-Homepage können zwischen 94 und 100 % der Abgängerinnen nach ihrem Studium Arbeit finden.[7]

Internationaler Austausch

Die Kyōto Joshi Daigaku unterhält akademische Austauschprogramme mit 60 ausländischen Colleges und Universitäten in 15 unterschiedlichen Ländern. Diese Programme haben zum Ziel, sowohl den Austausch Studierender zu fördern als auch ausländische Forschende an die Frauenuniversität Kyōto zu holen. Zu diesen Ländern gehören: Großbritannien, Österreich, Frankreich, Thailand, Kambodscha, China, Taiwan, Indonesien, Korea, Singapur, die Philippinen, Neuseeland, Kanada und die USA.[8]

Seit 2017 bietet die Universität ein Sommerprogramm an, das Studierenden aus vielen Ländern offen steht. Ein Jahr danach wurden auch Japanisch-Sprachkurse in das Studienprogramm aufgenommen.[8]

Bekannte Absolventinnen

Einzelnachweise

  1. a b History of Kyoto Women's University | Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  2. a b Message from the President Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b Kyoto Women’s University bucks coeducational trend. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  4. Graduate School | Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  5. Curriculum | Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  6. Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  7. Data Sheet | Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  8. a b International Partners | Kyoto Women's University. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (englisch).
  9. デジタル大辞泉,日本大百科全書(ニッポニカ),百科事典マイペディア,ブリタニカ国際大百科事典 小項目事典,デジタル版 日本人名大辞典+Plus,367日誕生日大事典: 山崎豊子(ヤマサキトヨコ)とは? 意味や使い方. Abgerufen am 20. Dezember 2025 (japanisch).