Frauen-Ausschuss Hamburg

Der Frauen-Ausschuss Hamburg war eine Vereinigung von Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg, im Winter 1945, zunächst in den Hamburger Ortsteilen Antifaschistische Frauenausschüsse gegründet hatten. Die Stadt Hamburg hat die Antifaschistischen Frauenausschüsse mit einem Frauenort geehrt.

Antifaschistische Frauenausschüsse

Im ersten Winter nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kreisen in kleinen Gruppen in verschiedenen Stadtteilen von Hamburg. Die Frauen suchten Wege, um die allgemeine Not nach dem Krieg zu lindern. Die Treffen fanden zunächst in Blankenese, dann in Eppendorf, Winterhude, Harburg, Altona, Bahrenfeld, Lurup, Volksdorf, Cranz und Barmbek statt. Auf den Treffen wurden Wäsche-, Schuh- und Kleidersammlungen und die Verteilung der Güter an notleidende Familien organisiert. Sie richteten Wärmestuben für Kinder ein, damit die Mütter in der Zeit arbeiten gehen konnten. Zudem soziale Beratungsstellen, um zu informieren, wie im allgemeinen Chaos nach dem Krieg Unterstützungsanträge gestellt werden konnten.[1]

Auch halfen sie den örtlichen Verwaltungen, die mit empfindlichen Personallücken zu kämpfen hatten, bei der zeitaufwendigen Ausgabe von Lebensmittelkarten und Bezugsscheinen. Dazu war dann eine Genehmigung durch die Militärregierung nötig, und damit diese erlangt werden konnte, wurden die Stadtteilgruppen zu genehmigungswürdigen ‚Frauenausschüssen‘ umorganisiert. Die Arbeit der Frauenausschüsse ging jedoch um die Hilfe zur Überbrückung der größten Alltagsnöte hinaus. Sie versuchten ein Umdenken im demokratischen Sinne zu erreichen, um „politische und kulturelle Aufklärung der Frauen auf antifaschistischer Grundlage“, um, wie es im Programm des Harburger Frauen-Ausschusses vom 13. Dezember 1945 hieß, das „Heranziehen von Frauen zur Teilnahme am öffentlichen Leben“, um „Unterstützung der Mütter bei der Erziehung der Kinder“ und um den „Schutz der berufstätigen Frau“, zu erwirken.[1]

Frauen-Ausschuss Hamburg

Bereits im April 1946 vereinigten sich die Antifaschistischen Frauenausschüsse zu dem Dachverband Frauen-Ausschuss Hamburg e.V. Die Delegierten der Stadtteilausschüsse, die an der Gründungsversammlung des Frauen-Ausschusses Hamburg teilnahmen, waren zumeist bereits politisch aktive Frauen. Sie waren Mitglieder der CDU, FDP, SPD und KPD sowie der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF), dem Komitee ehemaliger politischer Verfolgter und der Inneren Mission. Auch Frauen der Jüdischen Gemeinde und der Notgemeinschaft der durch das Nürnberger Gesetz Betroffenen, zählten zu den Delegierten. In dem Ausschuss organisierten sich mehrere tausend Frauen.[2]

Ihren dringendsten Schwerpunkt sahen die Frauen des Frauen-Ausschusses in der Verbesserung der Ernährungslage der Hamburger Bevölkerung und langfristig im Wiederaufbau einer friedlichen, demokratischen Gesellschaft. Die Leitung übernahmen die Bürgerschaftsabgeordneten Magda Langhans (KPD) (1903–1987) und Catharina Lange (FDP) (1900–1982). Mitglieder des Frauen-Ausschusses wurden in beratender Funktion in Ausschüsse der Bürgerschaft und der Hamburger Verwaltung entsandt.[2]

Ab 1947 kam es zur Zusammenarbeit mit dem British Council for German Democracy Women’s Committee in London. Dies ging auf Bemühungen der 1919 gegründeten „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ zurück. Diese trat, wie bereits vor ihrem Verbot 1933 „gegen den ‚Männerstaat‘, gegen ‚Militarismus‘ sowie für die vernachlässigten Rechte der Frauen und Mütter ein und forderte eine stärkere Beteiligung der Frauen am öffentlichen Leben.“[2]

Zu Gegenwind kam es, als der „Frauen-Ausschuss“ die Entfernung aller nicht in öffentlichen Ämtern tätigen Nationalsozialisten und den Einsatz eines Kontrollapparates unter Mitwirkung von Hausfrauen und anderen Konsumenten forderte. Diese Forderung, die von ihrer Zielrichtung ähnlich wie die KPD ausgerichtet war, führte mit Beginnen des „Kalten Krieges“ dazu, dass bürgerliche und auch sozialdemokratische Frauen sich vom „Frauen-Ausschuss“ abwandten. Dazu gehörten auch die engen Beziehungen, die der „Frauen-Ausschuss“ zum „Demokratischen Frauenbund Deutschlands“ (DFD), einem 1947 gegründeten Dachverband aller ostzonalen Frauenausschüsse, pflegte, der eine ‚gesamtdeutsche Einheitsfront’ der Frauen anstrebte. Dies ließen die Alliierten in den Westzonen nicht zu.

Einzelnachweise

  1. a b Antifaschistische Frauenausschüsse – Biografien-Datenbank: Frauen aus Hamburg. In: hamburg-frauenbiografien.de. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  2. a b c Frauen-Ausschuss Hamburg, Hamburg-Frauenbiografien.de, abgerufen am 26. Oktober 2025