Franziska Stengel
Franziska Stengel (* 14. September 1904 in Wien; † 28. August 1997[1]) war eine österreichische Allgemeinmedizinerin und Gerontologin.
Leben
Franziska Stengel wurde 1904 in Wien geboren. Sie studierte an der Universität Wien Medizin, Psychologie und Soziologie und schloss das Studium 1930 mit der Promotion ab. Am 26. Mai 1930 trat sie als Mitglied der Ärztekammer für Wien bei. Im Allgemeinen Krankenhaus absolvierte Stengel ihre Ausbildung zur Internistin. Anschließend fing sie im Altersheim Lainz (heute: Geriatriezentrum Am Wienerwald) an. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich galt Stengel als „Geltungsjude“ und „Mischling ersten Grades“ Deshalb verlor sie mit 1. Juni 1938 ihre Anstellung.
Während der NS-Diktatur praktizierte sie als „Krankenbehandler“ in Wieden und Mariahilf. Franziska Stengel war außerdem vom nationalsozialistischen Vermögensentzug betroffen. Im Niederösterreichischen Landesarchiv gibt es hierzu im Bestand „Vermögensentzug Landwirtschaft“ Unterlagen zur „Arisierung“ zweier Liegenschaften in Kirchberg an der Pielach und in Groß Eibenberg.
Nach Ende der NS-Herrschaft konnte Franziska Stengel an das Altersheim Lainz zurückkehren und wurde dort zur Leiterin (Primaria) der Stoffwechselabteilung befördert. Zeitweise war sie auch Vizedirektorin.
Ab den 1970er Jahren beschäftigte Stengel sich mit dem Erhalt der geistigen Fitness im Alter, wofür sie besonders Kognitives Training und Gedächtnistraining einsetzte. Sie gilt als Pionierin auf diesem Gebiet. Die von ihr entwickelte Methode ist unter dem Namen „Stengel-Methode“ bekannt. In den 1990er Jahren beteiligte sie sich an der Gründung der„Akademie für Kognitives Training nach Dr. med. Franziska Stengel“. Dies ist eine Ausbildungsstätte in Stuttgart, die Stengels therapeutischen Ansatz lehrt.
Sie gab weltweit Fortbildungen und publizierte über 100 wissenschaftliche Artikel und mehrere populärwissenschaftliche Bücher.
Franziska Stengel verstarb am 28. August 1997 und wurde am 5. September 1997 auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 71A, Reihe 9, Nummer 18) bestattet. beigesetzt.[2][1]
Publikationen
- Klinische Erfahrungen mit Oxydans. Ein neues Therapeutikum dysoxybiot. Zustände. Urban & Schwarzenberg, Wien 1949, 48 Seiten.
- Ab Juli. Von der goldenen Hälfte des Lebens. Illustrationen von Karl Seelos, Amandus-Verlag, Wien 1964, 482 Seiten.
- Köstliches langes Leben. Amandus-Verlag, Wien 1973, 348 Seiten.
- Gedächtnis spielend trainieren. Dreiunddreißig Spielarten mit dreihundertdreiunddreißig Spielen. Amandus-Verlag, Wien 1976/1982, 336 Seiten, ISBN 978-3-12-763840-0.
- Von der goldenen Hälfte des Lebens. 8. neu bearbeitete Ausgabe, Amandus-Verlag Wien 1978, Klett Stuttgart 1984, 367 Seiten, ISBN 978-3-12-763810-3.
- Kochen für Ältere. Neuartige Küchentips aus medizinischer Sicht. Klett, Stuttgart 1982, ISBN 978-3-12-764010-6.
- Hören und Denken. Innovatives Gehirntraining. Übungs- und Lösungskassetten. Aufgabensammlung, Medienkombination, Memo-Verlag Ladner, 2000, ISBN 978-3-929317-17-6.
- mit Sabine Ladner-Merz: Denk Dich fit! Heitere Gedächtnisspiele zur geistigen Konzentration. Mnemotechnik, Memo-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-929317-05-3.
- mit Sabine Ladner-Merz: Kognitives Training professionell. Sinneskonzert – Bildspiele. Memo-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-929317-10-7.
- mit Sabine Ladner-Merz: Gedächtnis spielend trainieren. Memo-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-929317-06-0.
- mit Sabine Ladner-Merz: Merken – Denken – Erinnern. Kognitives Training nach der Stengel-Methode. Memo-Verlag, Stuttgart 2009 ff, Fünf Bände.
- mit Tanja Tronniker: Gesund & lecker kochen und geniessen. Kulinarische Anregungen für reife Gaumen. Memo-Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-929317-82-4.
- mit Anette Konzelmann: Lebe bewusst – bleibe gesund. Memo-Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-929317-83-1.
- Heitere Gedächtnisspiele. Training zur geistigen Konzentration. Deutsche Nationalbibliothek, Leipzig 2019/2021, Elektronische Reproduktion.
Auszeichnungen
- Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
- Elisabeth-Medaille des Caritas-Verbandes Österreich[3]
Weblinks
- Primaria Dr. med. Franziska Stengel auf der Seite der Akademie für Kognitives Training
- Franziska Stengel im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
Einzelnachweise
- ↑ a b Franziska Stengel im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- ↑ Kurzbio zu Dr. Franziska Stengel. In: Theodor Blieweis (Hrsg.): Die dritte Lebensphase. Chancen des Älterwerdens. Herder, Wien 1971.
- ↑ Primaria Dr. med. Franziska Stengel auf kognitives-training.de (abgerufen am 27. Oktober 2025)