Franz von Ittner
Franz von Ittner (* 11. Februar 1787 in Heitersheim; † 29. August 1823 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Mediziner, Chemiker und Hochschullehrer.
Leben
Ittner war der Sohn des badischen Diplomaten Joseph Albrecht von Ittner, der zur Zeit seiner Geburt Kanzler der Herrschaft Heitersheim war. Ittner erhielt Privatunterricht und wurde in den alten Sprachen, Mathematik und Physik auf die Universität vorbereitet. 1803 kam er an die Universität Landshut, an der bei Andreas Röschlaub Aufnahme fand, der ihm auch seine Privatbibliothek zur Verfügung stellte. Er studierte Philosophie, Mathematik, Naturgeschichte und Medizin. Aus Landshut wechselte er an die Universität Würzburg, an der er beim Physiker Franz Lothar August Sorg (1773–1827) unterkam und sein Studium der Medizin fortsetzte. Sorg führte ihn in die Chemie ein und weckte sein Interesse für dieses Fachgebiet. Nach weiteren Studien an der Universität Göttingen kam er 1807 an die Universität Freiburg im Breisgau. Dort wurde er mit einer Dissertation zur Blausäure am 30. September 1808 unter Matthias Alexander Ecker zum Doktor der Medizin promoviert.
Ittner arbeite einige Zeit in Laboratorien in Freiburg und beteiligte sich an Industrieunternehmen, unter anderem zur Herstellung von künstlichem Mineralwasser sowie Zucker. 1813 erhielt er eine Stelle als außerordentlicher Professor der Arzneikunde und der Naturgeschichte an der Freiburger Universität. Zugleich wurde ihm die Aufgabe übertragen, das Naturalienkabinett zu ordnen und die neuerworbenen Sammlungen einzugliedern, unter anderem aus St. Blasien. Auch konnte er August von Kalm überzeugen, seine Sammlung der Universität zu schenken. 1818 wurde er zum ordentlichen Professor der Naturgeschichte befördert. Im August 1820 erhielt er den Lehrstuhl für allgemeine und pharmazeutische Chemie. In diesem Zug wurde ihm ein eigenes Laboratorium übertragen, das er sich selbst einrichten durfte und mit dem er viele Studenten anzog. Nach kurzer Wirkungszeit starb er 1823 unerwartet an einer Hirnhautentzündung.
Ittner machte sich unter anderem um die Erforschung der Naturgeschichte des Breisgaus verdient.
Werke (Auswahl)
- Beiträge zur Geschichte der Blausäure: mit Versuchen über ihre Verbindungen und Wirkungen auf den thierischen Organismus, Herder, Freiburg und Konstant 1809.
- mit Gustav Friedrich Wucherer: Der Kaiserstuhl im Breisgau: eine topographisch-historische Beschreibung, Wagner, Freiburg 1819.
- Der Kaiserstuhl in mineralogischer Hinsicht, Wagner, Freiburg 1820.
Literatur
- J.M. Alexander Ecker: Biographische Skizze zum Andenken des Professor Franz von Ittner, Wangler, Freiburg 1825.
- Friedrich von Weech: Franz von Ittner. In: Friedrich von Weech (Hrsg.): Badische Biographieen. Erster Theil, Bassermann, Heidelberg 1875, S. 430 (online).
- Albert Ladenburg: Ittner, Franz von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 646 f.
Weblinks
- Werke von und über Franz von Ittner in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Ittner, Franz von auf leo-bw.de