Franz Vaterrodt
Franz Vaterrodt (* 29. Mai 1890 in Diedenhofen; † 28. Februar 1969 in Bad Krozingen) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalmajor der Wehrmacht.
Leben
Franz Vaterrodt trat am 29. November 1909 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Am 16. Juni 1911 wurde er im Infanterie-Regiment 137 mit Patent zum 25. Juni 1909 zum Leutnant befördert. Zum Ende des Ersten Weltkriegs war er als Hauptmann Kompaniechef.
Nach dem Kriegsende wurde er in die Reichswehr übernommen. Am 1. Oktober 1920 wurde er verabschiedet und trat er 1920 in die Badische Landpolizei über. Hier wurde er am 1. April 1933 Polizei-Oberstleutnant. Nachdem der republiktreue Polizei-Oberst Erich Blankenhorn und Leiter der badischen Landespolizei entlassen wurde,[1] erhielt Vaterrodt, welcher als Günstling vom Reichskommissar für Baden, Robert Wagner, galt, am 1. Oktober 1933 die Beförderung zum Polizei-Oberst und wurde kommissarischer Leiter der badischen Landespolizei.
Am 1. August 1935 erfolgte seine Übernahme in das Heer der Wehrmacht als Oberstleutnant mit Patent vom 1. August 1934. Er wurde Kommandeur der I./Infanterie-Regiment 55, welches neu u. a. aus ehemaligen Angehörigen der Landespolizei gebildet worden war und der 15. Infanterie-Division unterstellt war. Am 1. März 1937 wurde er Oberst und übernahm am 1. Juni 1938 von Oberst Erich Clößner das Infanterie-Regiment 14 bei der 5. Infanterie-Division. Ab 1. September 1939 erkrankt, erhielt er zum 1. Dezember 1939 wieder eine Kommandierung. Von Dezember 1939 bis Februar 1940 war er Kommandeur des neu aufgestellten Landesschützen-Regiments 50. Anschließend übernahm er bis Anfang August 1940 das ebenfalls neu aufgestellte Infanterie-Regiment 623, der 554. Infanterie-Division unterstellt. Bis 16. März 1941 war er Kommandeur des neu aufgestellten Infanterie-Regiments 56 z. b. V. Am 1. März 1941 war er zum Generalmajor befördert worden. Bis zur Befreiung der Stadt am 23. November 1944 war er Wehrmachtkommandant von Straßburg. Am 25. November 1944 kam er in Straßburg in Kriegsgefangenschaft.
Ab dem 30. Dezember 1944 war er in Trent Park und kam im Mai 1945 in die USA. Bis 25. August 1947 war er in Kriegsgefangenschaft.
Nach dem Krieg wohnte er in Bad Krozingen.
Literatur
- Wolf Keilig: Das deutsche Heer 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. Podzun-Verlag, Bad Nauheim, 1956, 211, S. 347.
- Sönke Neitzel: Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945. List Taschenbuch, Berlin 2020, ISBN 3-549-07261-9, S. 478.
Einzelnachweise
- ↑ Michael Kißener: Zwischen Diktatur und Demokratie: badische Richter 1919–1952. UVK Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 978-3-89669-760-8, S. 134.