Franz Steinko

Franz Steinko (* 23. März 1850 in Böhmisch Reichenau, Kaisertum Österreich; † 10. Juni 1934 in Strobnitz, Tschechoslowakei) war ein österreichisch-böhmischer Volksschuldirektor und Heimatforscher.

Leben und Wirken

Franz Steinko wurde 1850 in Böhmisch Reichenau, heute ein Ortsteil von Dolní Dvořiště, als Sohn von Mathias Steinko und dessen Ehefrau Elisabeth Steinko geborene Hauer geboren.[1]

Nach seiner Ausbildung zum Lehrer wirkte er über mehrere Jahrzehnte im südlichen Böhmen als Pädagoge. Den größten Teil seiner Laufbahn verbrachte er an der Volksschule in Strobnitz, wo er 1899 die Funktion und den Titel des Direktors innehatte.[2]

Neben seiner schulischen Tätigkeit engagierte sich Steinko in der regionalen Heimatforschung. 1884 beteiligte sich Steinko an der Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Böhmerwaldbundes in Strobnitz, einer Organisation zur Pflege und Förderung der deutschen Kultur im Böhmerwaldgebiet.[1] Er engagierte sich insbesondere im Bereich der Heimatkunde. 1902 verfasste er das Gedenkbuch des Marktes Strobnitz und 1909 die Nachträge zum Strobnitzer Gedenkbuch. Beide Werke fassen lokale Chroniken, genealogische Notizen und historische Berichte über die Gemeinde Strobnitz und ihre Umgebung zusammen.[3] Seine umfangreiche Ortschronik des Marktes Strobnitz blieb ungedruckt.[4]

Für seine Tätigkeit im Bildungswesen und in der Heimatpflege für das allgemeine Wohl der Bevölkerung Südmährens sowie auch als Zahlmeister der Bundesgruppe Strobnitz wurde Steinko mehrfach geehrt, darunter insbesondere vom Deutschen Böhmerwaldbund in Budweis, der ihm 1899 die große Verdienstmedaille verlieh.[5][1] Außerdem wurde er Ehrenmitglied des Deutschen Landeslehrervereins.

Franz Steinko zählt zu den Heimatforschern, die in der Zeit um 1900 durch schulische und kulturelle Arbeit zur Dokumentation und Bewahrung der deutschen Bevölkerungsgeschichte im südlichen Böhmen beitrugen und durch ihre Aktivitäten im Rahmen des Böhmerwaldbundes den deutschsprachigen Bildungs- und Kulturraum im Königreich Böhmen und der neugegründeten Tschechoslowakei stärkten. Als er 1934 starb, wurde er im Sudetendeutschen Jahrbuch als einer der hervorragendsten Mitarbeiter im Böhmerwaldbund bezeichnet.[6]

Ehrungen

Literatur

  • F. Lenz: Steinko, Franz (1850–1934), Lehrer. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 13. Böhlau, Wien/Graz/Köln 2010, S. 194 (Online).
  • Die Toten der Jahre 1934 1935. In: Wilfried Brosche und Eduard Kaiser (Hrsg.): Sudetendeutsches Jahrbuch 1936. 3. Folge, 3. Band, Ed. Kaiser Verlag, Großschönau Sa. 1936, S. 167.
  • Kohoutíkříž – Enzyklopädie der südböhmischen deutschen Literatur. Eintrag zu Franz Steinko, kohoutikriz.org (abgerufen am 28. November 2025).

Einzelnachweise

  1. a b c Franz Steinko. In: Kohoutíkříž – Enzyklopädie der südböhmischen deutschen Literatur. Abgerufen am 2. November 2025.
  2. Schulchronik Strobnitz. In: Kohoutíkříž. Abgerufen am 2. November 2025.
  3. Nachträge zum Strobnitzer Gedenkbuch. In: Katalog der Südböhmischen Wissenschaftsbibliothek. Abgerufen am 2. November 2025.
  4. Topographie der historischen und Kunst-Denkmale im Königreich Böhmen. 1929, S. 424 f.
  5. Budweiser Kreisblatt vom 1. April 1899, S. 5.
  6. Die Toten der Jahre 1934 1935. In: Wilfried Brosche und Eduard Kaiser (Hrsg.): Sudetendeutsches Jahrbuch 1936. 3. Folge, 3. Band, Ed. Kaiser Verlag, Großschönau Sa. 1936, S. 167.