Franz Schreiber (SS-Mitglied)

Franz Traugott Schreiber (* 8. Mai 1904 in Dresden; † 26. Februar 1976 in Hamburg) war ein deutscher SS-Standartenführer während des Zweiten Weltkriegs.[1]

Leben

Schreiber war der Sohn des gleichnamigen Dresdner Kaufmanns Franz Theodor Schreiber. Er trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.934.152)[2] und schloss sich später der SS an (SS-Nummer 281.906).[3] Seine ersten militärischen Erfahrungen erhielt Schreiber bei der SS-Verfügungstruppe. Während des Westfeldzugs wurde er am 27. Mai 1940 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Danach folgte am 20. August 1940 das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

Am 30. Mai 1942 wurde er zum Regimentskommandeur des SS-Gebirgsjäger-Regiments 12 ernannt. Dort wurde er am 26. Dezember 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.[4] Im Januar 1945 nahm er an der letzten deutschen Offensive, dem Unternehmen Nordwind, teil. Im April 1945 wurde er zum Kommandeur der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ ernannt, die sich unter Interims-Kommandeur Brenner am 2. April 1945 den amerikanischen Truppen ergab.

Schreiber war nach Kriegsende 1969 Verfasser einer Schrift mit dem Titel Kampf unter dem Nordlicht. Deutsch-finnische Waffenbruderschaft am Polarkreis zur Division. Laut dem Historiker Stefan Klemp werden darin die Rolle der Division verherrlicht, die Handlungen ihrer Kommandeure vertuscht und der Abzug der deutschen Truppen aus Lappland nicht wahrheitsgemäß dargestellt.[5]

Einzelnachweise

  1. Hans-Erich Volkmann: Zum Verhältnis von Großwirtschaft und NS-Regime im Zweiten Weltkrieg. In: Zweiter Weltkrieg und sozialer Wandel. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981, ISBN 978-3-525-35705-7, S. 87–116, doi:10.13109/9783666357053.87.
  2. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/39510763
  3. Williamson, Gordon, and Alex Klubertanz.: Die SS Hitlers Instrument der Macht ; die Geschichte der SS von der Schutzstaffel bis zur Waffen-SS ; [mit über 150 Lebensläufen der wichtigsten SS-Mitglieder]. Neuer Kaiser-Verl., Fränkisch-Crumbach 2013.
  4. Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 683.
  5. Stefan Klemp: KZ-Arzt Aribert Heim. Die Geschichte einer Fahndung. Prospero Verlag, Münster/Berlin 2010, S. 47ff.