Franz Richter (Politiker, 1849)

Franz Richter (* 31. Dezember 1849 in Jedenspeigen, Bezirk Gänserndorf[1]; † 13. August 1922 in Witzelsdorf (heute Gemeinde Eckartsau), Bezirk Gänserndorf[2]) war Mittelschullehrer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[3]

Leben

Franz Richter war Sohn des Gutsverwalters Julius Richter († 1899). Er ging bis 1868 auf das Stiftsgymnasium Melk und studierte danach von 1868 bis 1871 Philosophie, Mathematik und Physik an der Universität Wien. Im Jahr 1873 machte er seine Lehramtsprüfung für Real- und Handelsschulen. Ebenfalls im Jahr 1873 wurde er Professor der kaufmännischen Fächer an der Landes-Oberreal- und Handelsschule in Krems. Im Jahr 1883 wurde er beurlaubt und im Jahr 1897 ging er in den Ruhestand.

Er war von 1898 bis 1903 Obmann des Verbands ländlicher Genossenschaften in Niederösterreich und der Niederösterreichischen landwirtschaftlichen Genossenschafts-Zentralkasse. Von 1898 bis 1902 war er Generalanwalt des Allgemeinen Verbands landwirtschaftlicher Genossenschaften in Österreich und 1898 war er Mitgründer und Obmann der Genossenschaft „Niederösterreichisches Winzerhaus“.

Er starb am 13. August 1922 im Alter von 72 Jahren laut Sterbeeintrag an einer Arteriosklerose und Kollaps.

Er war römisch-katholisch und ab 1874 verheiratet mit Maria Infanger († 1914), mit der er zwei Töchter und einen Sohn hatte, der allerdings schon 1901 verstorben ist. Beim Tod seiner Ehefrau waren sie schon gerichtlich getrennt. Seine zweite Frau, Aloisia Peschke, heiratete er im Jahr 1921.

Franz Richter war von 1884 bis 1902 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (V., VI., VII. Wahlperiode), als Abgeordneter der Städte (Mistelbach, Feldsberg, Laa, Poysdorf, Zistersdorf). Von 1896 bis 1902 war er auch im Landesausschuss. Er war auch Gemeinderat in Krems und unterlag bei der Landtagswahl 1902 gegen Johann Reckendorfer.

Politische Funktionen

Franz Richter war vom 19. April 1883 bis zum 7. September 1900 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI., VII., VIII. und IX. Legislaturperiode) und war dort von der VI. bis zur VIII. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Städte 12 (Korneuburg, Stockerau, Ober-Hollabrunn, Retz, Eggenburg, Maißau, Mistelbach, Poisdorf, Feldsberg, Laa, Zistersdorf) zuständig. In der IX. Legislaturperiode war er für die (leicht geänderte) Kurie Niederösterreich, Städte 12 (Korneuburg, Floridsdorf, Stockerau, Ober-Hollabrunn, Retz, Eggenburg, Maißau, Mistelbach, Poisdorf, Feldsberg, Laa, Zistersdorf) zuständig. Er war der Nachfolger von Alois von Czedik, der in das Herrenhaus berufen wurde.

Klubmitgliedschaften

Franz Richter war ab 1885 Mitglied im Deutschen Klub und ab 15. Februar 1887 war er fraktionslos. Ab dem 22. Mai 1887 war er bei der Deutsch-nationalen Vereinigung, ab 1891 im Klub der Deutschen Nationalpartei und ab 1897 im Verband der Deutschen Volkspartei, bei der er bis zum 22. März 1898 Mitglied des Vorstands gewesen ist.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Matricula Online – Jedenspeigen, Taufbuch, 1847–1862, Seite 22, 1. Zeile
  2. Matricula Online – Witzelsdorf, Sterbebuch, 1899–1938, Seite 38, Eintrag Nr. 3, 6. Zeile
  3. Richter, Franz, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 9. Oktober 2025.