Franz Merck

Franz Georg Ludwig Merck (* 14. Juni 1862 in Darmstadt; † 27. April 1934 in Auerbach (Bensheim)) war ein Großherzoglich Hessischer Kreisamtmann und Oberkonsistorialrat.

Leben

Franz Merck entstammte der Familie Merck, aus der zahlreiche namhafte Persönlichkeiten hervorgegangen sind. Er war ein Sohn des aus dem Franzschen Zweig kommenden Ludwig Emanuel Merck (1831–1893), der in Darmstadt Chemiker war. Seine Mutter war Marie Hofmann (1842–1919). Der Bruder seines Großvaters Franz Rudolf Merck (1791–1835), der Chemiker Emanuel Merck, war der Begründer des Pharma-Unternehmens Merck[1]. Nach dem Abitur am Gymnasium Bensheim absolvierte Franz ein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten in Leipzig, Heidelberg und Straßburg und legte im Mai 1886 in Colmar die erste juristische Staatsprüfung ab. Es schloss sich ein Referendariat in Zabern an. Noch im selben Jahr leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim Großherzoglich-Hessischen Dragoner-Regiment Nr. 24 in Darmstadt, wo er als Secondeleutnant entlassen wurde. Im Herbst 1889 machte er in Zwingenberg bzw. Darmstadt das große juristische Staatsexamen und wurde Regierungsassessor beim Kreisamt Büdingen, wo er im Oktober 1893 eine Anstellung als Kreisamtmann erhielt. 1896 wechselte er in gleicher Funktion zum Kreisamt Friedberg.

Merck wechselte 1897 in den Dienst der Evangelischen Landeskirche in Hessen und kam zum Oberkonsistorium der Evangelischen Landeskirche Hessen, oberste Kirchenbehörde der evangelischen Landeskirche im Großherzogtum Hessen. Dort leitete er das Referat Bauangelegenheiten. Am 14. Dezember 1901 wurde er zum Oberkonsistorialrat und am 25. November 1909 zum Geheimen Oberkonsistorialrat ernannt. Mit der Kirchenverfassung von 1922, mit der die Kirche weiter vom Staat wegrückte und auch die oberste Kirchenverwaltung mehr Selbstständigkeit erhielt, wurde das Oberkonsistorium in das „Landeskirchenamt“ überführt, an dessen Spitze ein Präsident stand, der nun immer ein Theologe war.

Er wurde Mitarbeiter im Evangelischen Bund, der 1903 einen eigenen „Deutsch-Evangelischer Bund für die Ostmark“ gebildet hatte.

1927 ging er in den Ruhestand und ließ sich im väterlichen Landhaus in Auerbach nieder, wo er 1934 verstarb.

Familie

Er war seit dem 11. Mai 1892 mit Hedwig Bachmann (1869–1942) verheiratet. Aus der Ehe stammen die Kinder Franz Gustav (* 1896, Regierungsassessor), Ernst Ludwig (1904–1945, Architekt) und Maria (1894–1948, ∞ Wilhelm August Herrmann).

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Band 18. 1910 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Grossherzoglich Hessische Ordensliste. 1907 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).