Franz Karl Mayerhofer
Franz Karl Mayerhofer, auch Franz von Mayerhofer bzw. Franz Karl Ritter von Mayerhofer, der Familienname wird auch oft Mayrhofer und der Zweitname auch oft Carl geschrieben (* 27. Dezember 1822 in Wien; † 1. Oktober 1874 in Dornbach (ab 1892 zur Stadt Wien gehörend)[1]) war Kaufmann und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]
Leben
Franz Karl Mayrhofer war Sohn des Kaufmanns Anton Mayrhofer († 1847). Er ging von 1833 bis 1839 ins Akademische Gymnasium in Wien und besuchte danach Philosophische Jahrgänge an der Universität Wien, an der er letztendlich auch Rechtswissenschaft studierte und 1846 ebendort zum Dr. iur. promovierte. Ebenfalls im Jahr 1846 wurde er Advokaturskonzipient in Wien, aber schon im Jahr 1848, nach dem Tod seines Bruders, wurde er Besitzer einer Drogerie (F.C. Mayrhofer Materialwarenhändler, nach 1861 Material-, Specerei- und Farbwarenhändler) in Wien. Im Jahr 1863 wurde er Verwaltungsrat und von 1866 bis 1874 war er Präsident der Credit-Anstalt. Von der Gründung im Jahr 1864 bis Ende 1868 war er auch Präsident der Österreichischen Pfandleih-Gesellschaft in Wien (die danach in die Allgemeine Verkehrsbank umgewandelt wurde). Im Jahr 1867 wurde er in den Ritterstand erhoben.
Er starb am 1. Oktober 1874 auf seinem Gut in Dornbach im Alter von 51 Jahren laut Sterbeeintrag an einem Blutschlag.
Er war römisch-katholisch und ab 1851 verheiratet mit Bertha von Stradiot, mit der er drei Töchter und einen Sohn hatte, wobei eine Tochter jung verstorben ist.
Franz Karl Mayerhofer war von 1866 bis 1873 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (I., II. und III. Wahlperiode), als Abgeordneter der Handels- und Gewerbekammer. Von 1848 bis 1849 und von 1861 bis 1868 war er auch Gemeinderat von Wien und von 1863 bis 1868 auch zweiter Bürgermeister-Stellvertreter von Wien.
Politische Funktionen
Franz Karl Mayerhofer war vom 11. Dezember 1869 bis zum 17. September 1874 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (II., III., IV. und V. Legislaturperiode) und war dort während der II., III. und IV. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Handels- und Gewerbekammer Wien zuständig, während der V. Legislaturperiode für die Kurie Niederösterreich, Städte 1 Wien I. Bezirk. Er war der Nachfolger des 1869 ins Herrenhaus berufenen Simon Ritter von Winterstein. Mayerhofer trat am 17. September 1874 aus Gesundheitsgründen zurück und starb wenige Tage später am 1. Oktober 1874.[3]
Klubmitgliedschaften
Franz Karl Mayerhofer war ab 1869 Mitglied im Klub der neuen Linken, ab dem 17. Januar 1872 im Klub der Verfassungspartei und ab 1873 im Klub der Linken.
Literatur
- H. Wohlrab: Mayerhofer Franz von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 6, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1975, ISBN 3-7001-0128-7, S. 12.
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 127–128
- Dr. F. C. v. Mayrhofer †. In: Die Presse (Abendblatt), 1. Oktober 1874, S. 2 Mitte (online bei ANNO).
- Aus dem Leben des Dr. F. C. v. Mayrhofer. In: Local-Anzeiger der „Presse“, 2. Oktober 1874, S. 1 links (online bei ANNO).
- Kleine Chronik – Dr. F. C. v. Mayrhofer †. In: Wiener Zeitung, 2. Oktober 1874, S. 23 rechts (online bei ANNO).
- Mayrhofer Franz Karl, Ritter v., Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0005, V. Session, S. 202 (online bei ANNO).
- Mayrhofer Franz Karl, Ritter v., Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0006, VI. Session, S. 68 (online bei ANNO).
- Mayrhofer Franz Karl, Ritter v., Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0007, VII. Session, S. 132 (online bei ANNO).
- Mayerhofer Franz Karl, Ritter v., Dr. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 231–232 (online bei ANNO).
Weblinks
- Mayerhofer (Mayrhofer), Franz Karl Ritter von (1867) Dr. iur., Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Matricula Online – Wien - 17., Dornbach, Sterbebuch, 1874–1898, Seite 2, Eintrag Nr. 54, 9. Zeile
- ↑ Mayerhofer (Mayrhofer), Franz Karl Ritter von (1867) Dr. iur., Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Mandatsniederlegung und Todesmitteilung In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 2391 rechts unten (online bei ANNO)