Franz Griesbach

Franz Griesbach (* 21. Dezember 1892 in Brück; † 24. September 1984 in Lage) war ein deutscher Generalmajor im Zweiten Weltkrieg sowie Lehrer.

Leben

Griesbachs Vater, Johann Friedrich Franz Griesbach, war Schleusenmeister. Griesbach war der Zweitgeborene und wuchs mit insgesamt drei Geschwistern auf. Nach Besuch der Volksschule in Putlitz, Westprignitz, lernte er von 1907 bis 1910 an der Präparandenanstalt in Genthin. Im Anschluss studierte er am dortigen Lehrerseminar bis 1913 und schloss mit der ersten Lehrerprüfung ab.

Griesbach trat am 1. April 1914 in die 4. Kompanie des Infanterie-Regiments „Prinz Louis Ferdinand von Preußen“ (2. Magdeburgisches) Nr. 27 als Einjährig-Freiwilliger ein. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam er mit seinem Regiment als Gefreiter bei Arras an die Front. Auf die Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse am 22. Dezember 1914, erfolgte am 29. Dezember 1914 die Beförderung zum Unteroffizier. Am 23. August 1916 zum Leutnant befördert, wurde Griesbach am 13. Januar 1917 zur 2. Kompanie des Regiments versetzt, die er dann auch führte. Am 23. August 1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz der I. Klasse verliehen. Für erlittene Verwundungen erhielt Griesbach am 5. Mai 1918 das Verwundetenabzeichen in Schwarz und am 25. Juni 1918 dasjenige in Mattweiß. Während der Schlacht an der Somme war Griesbach am 16. Juli 1916 durch Artilleriebeschuss verschüttet worden. Am 18. Januar 1919 wurde er entlassen.

Bereits auf den 1. Februar 1919 wurde Griesbach in Badeleben als Lehrer angestellt. 1920 legte er die zweite Lehrerprüfung ab. Ab 1. September 1920 war er Lehrer an der Volksschule in Großwusterwitz, das 1950 in Wusterwitz umbenannt wurde.

Am 1. Juni 1939 wurde Griesbach mit Wirkung vom 1. März 1939 als Hauptmann angestellt. Nach Ableistung des Lehrgangs für Kommandeure eines Bataillons vom 16. Mai bis 8. Juni 1940 in Königsbrück, wurde Griesbach am 20. Oktober 1940 mit Wirkung vom 1. August 1940 zum Major (Ergänzungsoffizier) befördert. Anfang 1941 war Griesbach Kommandeur des I. Infanterieregiment 589. Am 1. Mai 1941 wurde er mit der Führung des Infanterie-Ersatzbataillons 467 beauftragt und mit Wirkung vom 5. Juni 1941 zu dessen Kommandeur ernannt. Ab dem 13. September 1941 war er zur Führerreserve der Heeresgruppe Süd versetzt. Mit Wirkung zum 1. Dezember 1941 erfolgte die Übernahme des bisherigen Ergänzungsoffiziers zu den aktiven Truppenoffizieren. Im weiteren Verlauf des Kriegs diente er während der Kämpfe an der Ostfront als Kommandeur des I. Bataillons Infanterie-Regiment 391 und wurde am 14. März 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.[1] Mit Wirkung zum 17. April 1942 wurde Major Griesbach mit der Führung des Infanterie-Regiments 399 der 170. Infanterie-Division beauftragt. Am 20. April 1942 erfolgte die Beförderung zum Oberstleutnant mit Wirkung vom 1. April 1942 an, und mit dem 1. August 1942 die Ernennung zum Kommandeur dieses Regiments. Mit Wirkung zum 1. Januar 1943 erfolgte die Beförderung zum Oberst. Als Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments 399 erhielt er am 17. Mai 1943 für seine Leistungen in der Zweiten Ladoga-Schlacht vor Leningrad das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (242. Verleihung). Am 15. Februar 1944 ist Griesbach mit der Führung der 170. Infanterie-Division beauftragt worden und wurde bereits einen Tag später schwer verwundet. Am 6. März 1944 wurde Griesbach mit den Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub (53. Verleihung) ausgezeichnet. Ende April 1945 geriet er noch im Lazarett in Brandenburg an der Havel in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 21. Oktober 1949 entlassen wurde.

Familie

In zweiter Ehe, seine erste Ehefrau, die Mutter seiner beiden Söhne, verstarb 1940, war Griesbach seit 1942 mit Gertrud Murmann (* 2. September 1907) verheiratet.

Sein Bruder Georg Erich (1902–1943) arbeitete ebenfalls als Lehrer.[2]

Trivia

Die Deutsche Digitale Bibliothek verweist bezüglich der Literatur zum Infanterie-Regiment 399 / Grenadier-Regiment 399 der 170. Infanterie-Division auf „Kollatz, Karl: Oberst Franz Griesbach, Rastatt o.J.“.[3] Hierbei handelt es sich um ein Heft aus der Kriegsromanreihe Der Landser.

Literatur

  • John Kreutzmann: Stadt Genthin: Ein nicht alltägliches Geschichtsbuch. 1995, S. 107f.
Commons: Franz Griesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 348.
  2. Universität Magdeburg - Biografie von Georg Erich Griesbach.
  3. Infanterie-Regiment 399 / Grenadier-Regiment 399 (170. Inf.Div.). In: Deutsche Digitale Bibliothek - Kultur und Wissen online, Berlin. Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 30. Januar 2024, abgerufen am 18. November 2025.