Franz Dahlem (Galerist)

Franz Dahlem (* 13. März 1938 in München; † 29. Dezember 2025 in Altenmarkt an der Alz) war ein deutscher Galerist. Er gilt als einer der wichtigsten Akteure der westdeutschen Kunstszene der 1960er- und 1970er-Jahre.

Werdegang

Dahlem wuchs ab dem 12. Lebensjahr ohne Vater und teilweise bei einer Pflegemutter auf. Er absolvierte zunächst eine Lehre zum Bierbrauer im Kloster Schäftlarn und eine weitere zum Buchhändler. 1961 lernte er den Maler Uwe Lausen kennen, für den er eine Ausstellung bei Rudolf Springer in West-Berlin organisierte. Zeitweise war er Assistent und Geliebter der Fotografin Ica Vilander.[1] 1963 eröffnete er gemeinsam mit Heiner Friedrich und dessen Frau Six in München die Galerie Friedrich & Dahlem. In Ausstellungen zeigten sie die zu dieser Zeit unbekannten Minimal-, Land-Art- und Konzeptkünstler Carl Andre, Georg Baselitz (der zwei großformatige Porträts von Dahlem malte), Joseph Beuys, Walter De Maria, Dan Flavin, Michael Heizer, Donald Judd, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Robert Rauschenberg, Gerhard Richter, Cy Twombly und Andy Warhol.[2][3]

1966 schied Dahlem aus der gemeinsamen Galerie aus, beriet den Kunstsammler Karl Ströher und gründete eine Galerie in Darmstadt. 1967 kaufte Ströher, beraten durch Dahlem, eine komplette Ausstellung der Werke von Joseph Beuys, die unter dem Titel „Parallelprozeß l“ im Städtischen Museum in Mönchengladbach im gleichen Jahr stattgefunden hatte. Im selben Jahr kaufte Ströher auf Vermittlung Dahlems in New York City den Nachlass des Kunstsammlers Leon Kraushar, wodurch die erste umfangreiche Pop-Art-Sammlung nach Deutschland kam.[4] Dahlem eröffnete eine Galerie in Köln und leitete Anfang der 1980er-Jahre die Kölner Dependance der Dia Art Foundation.

2022 veröffentlichte Dahlem seine von Franziska Leuthäußer herausgegebene und von Lothar Schirmer verlegte Autobiografie Am liebsten würde ich Marilyn Monroe sein. Er lebte ab 1998 in Altenmarkt an der Alz, wo er Ende Dezember 2025 verstarb.[5]

Einzelnachweise

  1. Café Deutschland. Im Gespräch mit Franz Dahlem. In: cafedeutschland.staedelmuseum.de. 3. Juli 2015, abgerufen am 9. Januar 2026.
  2. Michael Kimmelman: The Dia Generation. In: The New York Times Magazine. 6. April 2003.
  3. Lisa Zeitz: Mann mit Mission und Vision, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. April 2008. [1]
  4. KUNSTMARKT / SAMMLUNG KRAUSHAR : Wella Pop - Der Spiegel 11/1968. Abgerufen am 11. Januar 2020.
  5. Galerist Franz Dahlem verstorben. In: kunstforum.de. 6. Januar 2026, abgerufen am 9. Januar 2026.