Franz Angermann
Franz Georg Angermann (* 1. Dezember 1886 in München; † 29. Juni 1939 ebenda) war ein deutscher Pädagoge und Leiter der Heimvolkshochschule Sachsenburg.[1]
Leben und Wirken
Franz Angermann studierte von 1907 bis 1914 Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte und zwar bis 1910 an der Universität München sowie bis 1914 an der Universität Straßburg. Von 1914 bis 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde er zusammen mit Eduard Weitsch einer der Pioniere der freien Volkshochschularbeit. Von 1920 bis 1924 war er Mitarbeiter der Heimvolkshochschule Dreißigacker bei Meiningen.[2] Bis 1926 leitete er die Dr. Arthur-Pfungst-Stiftung (Frankfurt/M.), die Stipendien für junge Studierende vermittelte. Bis 1933 leitete Angermann dann die Heimvolkshochschule Schloss Sachsenburg bei Chemnitz, sie wurde zu Beginn des Dritten Reiches aufgelöst.
Veröffentlichungen
- Von der Willensfreiheit (= Schriften zur Methodik der Volkshochschule, Bd. 3). Diederichs, Jena 1920.
- Einführung in die Psychoanalyse und ihre Beziehungen zu anderen modernen psychologischen Richtungen (= Pädagogische Zeitfragen, Bd. 4). Diesterweg, Frankfurt/M. 1926.
- Arthur Pfungst. Sein Leben und sein Werk. Neuer Frankfurter Verlag, Frankfurt/M. 1926.
- (Hrsg.): Arthur Pfungst / Gesammelte Werke. Bd. 3,1 u. 3,2. Neuer Frankfurter Verlag, Frankfurt/M. 1927.
- Die freie Volksbildung. Grundlagen, Ziele, Wege. Eugen Diederichs Verlag, Jena 1928.
- Dreißigacker als Erziehungsgedanke. In: Ilse Theiß/Heiner Lotze (Hrsg.): Dreißigacker. Volkshochschule, Erwachsenenbildung. Diederichs, Jena 1930, S. 35–43.
- Philosophie als Lehrgut der Volksbildung. In: Freie Volksbildung, Bd. 5 (1930), S. 15–28.
- Die Prerower Richtlinien und die Tagung in Bad Grund. In: Freie Volksbildung, Jg. 1932, H. 1 (S. 2–9) und H. 2 (50–60).
- (Mitautor): Technik der geistigen Arbeit. 15 Teillieferungen. Bott, Berlin-Tempelhof 1934.
Literatur
- Paul Ciupke: Eine Demokratie im Kleinen. Das Volkshochschulheim Sachsenburg und sein Leiter Franz Angermann. In: Katja Margarethe Mieth u. a. (Hrsg.): "Vom fröhlichen Wandern". Sächsische Jugendbewegung im Zeitalter der Extreme 1900–1945. Staatliche Kunstsammlungen Dresden – Sächsische Landesstelle für Museumswesen, Dresden 2015, S. 227–238, ISBN 978-3-86530-221-2.
- Hans Tietgens: Franz Angermann. In: Günther Wolgast/Joachim H. Knoll (Hrsg.): Biographisches Handwörterbuch der Erwachsenenbildung. Erwachsenenbildner des 19. und 20. Jahrhunderts. Burg-Verlag, Stuttgart/Bonn 1986, S. 18f., ISBN 3-922801-84-6.
- Wilhelm Flitner: Angermann, Franz Georg. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 293 (deutsche-biographie.de).
Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Flitner: Angermann, Franz Georg. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 1 (1953), S. 293.
- ↑ Eduard Weitsch: Dreissigacker. Die Schule ohne Katheder. Stichnote, Hamburg 1952; Paul Ciupke u. a. (Hrsg.): Experimentiersozietas Dreißigacker. Historische Konturen und gegenwärtige Rezeption eines Erwachsenenbildungsprojektes der Weimarer Republik (= Geschichte und Erwachsenenbildung, Bd. 8). Klartext, Essen 1997, ISBN 3-88474-589-1.