Franz Adolf Wickenhauser

Franz Adolf Wickenhauser (* 27. November 1809 in Wurmbach; † 6. April 1891 in Czernowitz) war ein österreichischer Historiker.

Leben

Wickenhauser studierte Jura, ging anschließend 1835 in den Staatsdienst und kam 1837 als Finanzbeamter in die Bukowina. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er als Historiker der Bukowina tätig, trug historische und kirchliche Urkunden zusammen und erlernte die Landessprachen, unter anderem auch das historische Kirchenslawisch. Seine Werke beschäftigten sich insbesondere mit der Geschichte der Bukowina während der moldauischen Herrschaft von 1350 bis 1774. Sie bestehen zumeist aus einem darstellenden und einem Quellenteil, in dem die Urkunden in Übersetzung wiedergegeben wurden. Da die Originale vielfach im Ersten Weltkrieg zerstört wurden, sind Wickenhausers Übersetzungen häufig die einzigen noch erhaltenen Dokumente.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Moldawa oder Beiträge zu einem Urkundenbuche für die Moldau und Bukovina. Jacob & Holzhausen u. a., Wien 1862–1877
    • Heft 1: Die Urkunden des Klosters Moldowiza, 1862
    • Abt. 2: Geschichte und Urkunden des Klosters Solka, 1877
  • Molda oder Beiträge zur Geschichte der Moldau und Bukowina. Selbstverlag, Czernowitz, Pardini in Comm.
    • Bd. 1: Geschichte der Klöster Homor, Sct. Onufri, Horodnik und Petrauz, 1881.
    • Bd. 2: Die deutschen Siedelungen in der Bukowina. 2 Bde., 1885–1887.
    • Bd. 3: Geschichte der Klöster Woronetz und Putna. 2 Bde., 1886–1888.
    • Bd. 4: Geschichte des Bistums Radautz und des Klosters Gross-Skit. 2 Bde., 1890–1891.
    • Bd. 5,2: Moldauisch und Russisch Kimpolung (Huzulen) und die Einwanderung der Lippowaner, 1891.
  • Das Entstehen und die Entwicklung der Lippowaner-Colonien in der Bukowina. In: Archiv für österreichische Geschichte. Bd. 83 (1897), S. 236–525.
  • Raimund Friedrich Kaindl (Hrsg.): Das Ansiedlungswesen in der Bukowina seit der Besitzergreifung durch Österreich: mit besonderer Berücksichtigung der Ansiedlung der Deutschen ; mit Benützung der urkundlichen Materialien aus dem Nachlasse von F. A. Wickenhauser. Wagner, Innsbruck 1902 (Quellen und Forschungen zur Geschichte, Literatur und Sprache Österreichs und seiner Kronländer; 8).

Literatur

  • Raimund Friedrich Kaindl: Wickenhauser, Franz Adolf. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 42 (1897), S. 327–328 (Online)
  • Wickenhauser, Franz Adolf. In: Amy D. Colin (Hrsg.): Versunkene Dichtung der Bukowina: eine Anthologie deutschsprachiger Lyrik. Fink, München 1994, ISBN 3-7705-2875-1, S. 405.