Franz-Josef Herold


Franz-Josef Herold (* 1904 in Kassel; † 1986 in Aachen) war ein deutscher Maler und Kunsterzieher. Er gilt als bedeutender Vertreter der Aachener Kunstszene nach dem Zweiten Weltkrieg und prägte durch seine Lehrtätigkeit und sein künstlerisches Schaffen mehrere Generationen von Künstlern.

Leben

Herold wurde 1904 in Kassel geboren. Seine Ausbildung erhielt er in den Kunstgewerbeschulen Mainz und Offenbach unter den Professoren Panitz, Ludwig Enders und Rudolf Koch, die er 1926 mit dem Examen als Kunsterzieher abschloss. Anschließend ließ er sich in Aachen nieder und arbeitet neben seinem Wirken als freischaffender Künstler auch als Kunsterzieher von 1933 bis 1970 an der David-Hansemann-Schule. Ab 1933 beteiligter er sich an allen Jahresausstellungen des "Aachener Künstlerbundes". Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich für die Wiederbelebung der lokalen Kunstszene und war ein wichtiger Impulsgeber für die bildnerische Erneuerung. Nach der Auflösung des Aachener Künstlerbundes trat 1952 die Formation Neue Aachener Gruppe mit einer Ausstellung im damals städtischen Suermondt-Museum auf. Zu dieser Gruppe, die sich aus Mitgliedern des alten Künstlerbundes und der Gruppe Gression des Aachener Umlandes gebildet hatte, gehörten neben ihm K. F. Dahmen, Rolf Faber, Willi Kohl, E. Mainzer, Fritz Martin, Carl Schneiders und Hubert Werden. Weitere Mitglieder und Gäste kamen später hinzu: u. a. Peter Lacroix, H. Wilthelm, die Bildhauer Mataré und Zeller, Else Driessen, Hanns Pastor und Heinrich Maria Davringhausen.

Zahlreiche Ausstellungen zeigten seine Bilder in Aachen als Mitgründer der "Neuen Aachener Gruppe" u.a. zusammen mit den Werken von Karl Fred Dahmen und Engelbert Mainzer. U.a. in den Jahresausstellungen des Suermondt-Museum Aachen im Dez. 1961 und Dezember 1966 waren seine Werke vertreten. Einzelausstellungen 1949, 1957 und 1979 im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen. Letztere Ausstellung im Jahr 1979 mit dem Titel "Franz-Josef Herold - Das malerische Werk" zeigte 41 Arbeiten aus den letzten 30 Jahren. Seit 1962 war er ununterbrochen bis zu seinem Tod an den Ausstellungen der "Europäischen Vereinigung bildender Künstler aus Eifel und Ardennen" (EVBK) beteiligt. Mit der Verleihung des Kaiser-Lothar-Preises 1980 wurde neben seiner künstlerischen Entwicklung auch sein Engagement für den europäischen Gedanken gewürdigt. Aachen blieb seine künstlerische Heimat als Maler bis zu seinem Tod.

Zu seinen Schülern zählt unter anderem der spätere documenta-VI-Künstler Herbert Falken, den er maßgeblich beeinflusste. Herold vertrat eine undogmatische Lehrhaltung und förderte freies bildnerisches Gestalten.

Werk

Herolds Werke bewegen sich stilistisch zwischen Impressionismus und Expressionismus. Charakteristisch sind seine Lichtspiele und farbintensiven Konturen, die stets eine Verbindung zur gegenständlichen Darstellung bewahren. Seine Aquarelle, häufig in Italien und im Tessin entstanden, zeigen Landschaften, Stadtansichten und Naturmotive. Auch Portraits und Stillleben und figürliche Kompositionen finden sich in seinen zahlreichen Werken.

"Es gibt keine Festlegung auf bestimmte Sujets, kein Stehenbleiben bei einmal gefundenen Lösungen: Vielfalt kennzeichnet das Werk von Franz-Josef Herold. Ein Maler, der das Halbfertige nicht wollte, dagegen die Improvisation liebte, die Farbe in all ihren Möglichkeiten einsetzte und sie in sein malerisches Kalkül einsetzte und sie mit der Form zum künstlerischen Organismus verband" (Dr. E.G. Grimme, Direktor des Suermondtmuseums, anlässlich der Ausstellung Franz-Josef Herold "Das malerische Werk", 07.10.-28.10.1979)

Eines der bekannten Werk ist das Ölgemälde Winter am Rursee (1979), das sich lange in einer rheinischen Privatsammlung befand.

Auszeichnungen

  • 1980 Kaiser-Lothar-Preis in Prüm
  • 1988 Gran Premio ´S Gaudenzio , Galleria D´Arte La Sfinge, Novara

Rezeption

Herolds Arbeiten sind heute maßgeblich Teil privater und öffentlicher Sammlungen. Sein Einfluss auf die Aachener Kunstpädagogik und die Nachkriegskunst wird bis heute gewürdigt.