Franquemont (Münzstätte)
In Franquemont, einer ehemaligen Herrschaft bzw. Baronie, die sich rund um das heutige Dorf Goumois im Jura erstreckte, setzte die Münzprägung wohl im Jahre 1553 ein und dauerte aller Wahrscheinlichkeit lediglich bis in das Jahre 1555 oder 1556 an.[1]
Münzherrschaft
Baronie bzw. Freiherrschaft von Franquemont
Nicolas de Gilley, ehemaliger Botschafter des Kaisers Karl V., erwarb Franquemont im Jahre 1537 für 900 Goldgulden.[2] Mit der darauffolgenden Verlautbarung des Kaisers im Jahre 1538, in welcher er Nicolas de Gilley zum Freiherr von Franquemont und des Heiligen Römischen Reiches erhob, verlieh Kaiser Karl V. ihm gleichzeitig das Recht, Münzen zu prägen.[3] Zwar wollte dieser alsbald mit der Prägetätigkeit beginnen, da aus dieser Zeit aber keine Münzen bekannt sind, ist anzunehmen, dass die Münzproduktion tatsächlich erst 1553 einsetzte.[4] Während einer Zeitspanne von knapp drei Jahren wurden fünf Nominale ausgeprägt, die allesamt Beischläge zu Scheidemünzen verschiedener benachbarter Münzherren darstellten.[5] Aufgrund des minderwertigen Gehalts der Münzen wurden dieselben immer wieder verrufen und deren Umtausch verboten.[6]
Die Münzen zeigen unterschiedliche Bildnisse; wiederkehrende Motive stellen Nicolas de Gilley im Profil, einen Globus, der die Zugehörigkeit zum Heiligen Römischen Reich symbolisieren soll, und das Wappen der Gilleys, das eine ausgerissene Eiche zeigt, dar.[7]
Standorte der Münzstätte
Münzstätte im Schloss
Bis heute ist nicht bekannt, wo sich die Münzstätte der Freiherrschaft Franquemonts befand. Es liegt nahe, dass sie im Schloss Nicolas de Gilleys beheimatet gewesen sein könnte.[8]
Personal der Münzstätten
Es sind keine Münzmeister oder Stempelschneider der Freiherrschaft Franquemont namentlich überliefert.
Literatur
- Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 131–155.
- Claude Rebetez: Franquemont, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007617/2017-02-15/ (abgerufen am 19. November 2020).
Weblinks
- Claude Rebetez: Franquemont. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 15. Februar 2017.
Einzelnachweise
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 155.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 134.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 134.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 155.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135f.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135–152.
- ↑ Gilles Accard, Ruedi Kunzmann: Le monnayage de la seigneurie de Franquemont, in: Schweizerische numismatische Rundschau 93, 2014, S. 135.
Koordinaten: 47° 15′ 8,9″ N, 6° 57′ 5,1″ O; CH1903: 563119 / 233623