Frankfurt Gamblers

Frankfurt Gamblers
Stadt: Frankfurt am Main
Gegründet: 9. Dezember 1985
Aufgelöst: 1995
Cheftrainer: Tracy Holland
Liga (1994): FLE
Größte Erfolge
Meister 2. Bundesliga Mitte 1993
Hessenmeister-Jugend 1992, 1994
Junior-Bowl-Finalist 1994
Stadion
Name:

Stadion am Bieberer Berg

Eigentümer: Stadt Offenbach
Spielbelag: Naturrasen
Kapazität: 25.000
Datenstand
10. März 2009

Die Frankfurt Gamblers waren ein Frankfurter Verein für American Football, der von 1985 bis 1994 existierte. Der Verein war ein direkter Nachfolger der Frankfurter Löwen, des 1977 gegründeten ersten Deutschen Footballvereins, der zweimal Meister wurde. Die Gamblers spielten von 1991 bis 1993 in der 2. Bundesliga Mitte, wo sie 1993 Meister wurden, aber nicht aufsteigen konnten. Stattdessen spielten sie 1994 in der Football League of Europe und gingen daran Bankrott.

Geschichte

Die Gründung der Frankfurt Gamblers erfolgte am 9. Dezember 1985. Ehemalige Spieler und Funktionäre der zerfallenen Frankfurter Löwen beschlossen die Gründung eines neuen Vereins unter der Leitung ihres ersten Präsidenten, Ford Gregori. Die weiteren Gründungsmitglieder waren Klaus Possinke, Joachim Taubert, Oliver Grün, Thomas Steiding und Sabine und Jochen Pfeiffer.[1]

Das Jahr 1986 in der Regionalliga Südwest begann mit Anlaufschwierigkeiten. Anfangs waren nur 20 Spieler im Training. Das erste Spiel wurde zuhause gegen die Stuttgart Stallions gespielt. Den ersten Touchdown in der Geschichte der Gamblers erzielte Thomas Steiding. Das Spiel wurde mit 11:18 verloren. Der erste Sieg der Vereinsgeschichte konnte dann am zweiten Spieltag gegen die „Black Forest Spirits“ aus Waldshut mit 49:0 erzielt werden. Die erste Saison beendeten die Gamblers mit einem ausgeglichenen Punktestand als Vizemeister. Im Hessenpokal konnten die Zweitligisten Wiesbaden Phantoms und Darmstadt Diamonds geschlagen werden und erst in der dritten Runde schieden die Gamblers gegen den Bundesligisten Bad Homburg Falken aus. Auch 1987 gelangte man im Hessenpokal bis ins Halbfinale, wo sie erneut an einem Bundesligisten scheiterten, diesmal den Hanau Hawks. Auch in der Liga wurden die Gamblers erneut Vizemeister, nur die Ulm Sparrows konnten ein besseres Saisonergebnis erzielen. 1988 konnte eine Bilanz von 10-2-1 erzielt werden, womit sie sich für die Aufstiegsrunde qualifizierten. Dort scheiterten sie im Halbfinale mit 21:32 an den Koblenz Huskies. 1989 konnten die Frankfurter nur zwei Siege in der Verbandsliga Hessen erzielen, womit sie Vorletzter wurden. Sehr viel erfolgreicher verlief das folgende Jahr 1990. Ungeschlagen wurden die Frankfurter Meister in der Verbandsliga Hessen mit 521:16 Punkten. Eine erneute Neugliederung der Bundesligen verhinderte einen Spielklassenwechsel. Dieser gelang schließlich 1991, als man mit 18:2 Punkten in die 2. Bundesliga Mitte aufstieg.[1]

In ihrer ersten Saison als Zweitligist bildeten sie Gamblers zusammen mit dem Bundesligaabteiger aus Hanau die klare Spitze ihrer Liga.[2] Im ersten direkten Duell hatten die Hawks jedoch deutlich die Oberhand und besiegten die Gamblers mit 35:6.[3] Auch im Rückspiel in Frankfurt verpassten die Gambler knapp den Sieg und damit auch den Aufstieg.[4] 1993 verstärkten sich die Gamblers erheblich durch die Abwerbung der Spieler der Bad Homburg Falken.[5] Erneut bildeten sie eine Zweierspitze, diesmal mit den Stuttgart Scorpions.[6] Hier gewannen die Frankfurter diesmal den direkten Vergleich, erst mit 17:7.[7] Im Spiel gegen die Darmstadt Diamonds konnten die Gamblers mit 3.400 Zuschauern einen neuen Ligarekord aufstellen.[8] Im ersten Aufstiegspiel gegen den Meister der 2. Bundesliga Süd, die Erding Bulls, konnten sich die Gamblers nicht durchsetzen. Sie verloren auswärts mit 3:20.[9] Das Rückspiel im eigenen Stadion konnte jedoch mit 28:8 gewonnen werden, was den Aufstieg bedeutet hätte. Es wurde jedoch nach dem Spiel die Spielberechtigung des Briten Nigel Dias in Frage gestellt.[10] Das Spiel wurde daraufhin am „grünen Tisch“ 0:20 strafgewertet und die Gamblers verpassten den Aufstieg.[11]

1994–1995 (American) Football League of Europe (A)FLE

Die Gamblers traten 1994 nicht wieder in der Zweiten Liga an, denn in die Lücke, die die NFL-unterstützte Weltliga WLAF nach der vorerst letzten Saison 1992 hinterlassen hatte, versuchten einige europäische Unternehmer und Vereine zu stoßen und gründeten die Football League of Europe (FLE).[12] In der FLE Central Conference gelangen unter Headcoach Tracy A. Holland in neun Spielen nur 2 Siege. Zuhause konnten sie den Central-Conference-Favoriten Great Britain Spartans[13] und später die bis dahin ungeschlagenen Amsterdam Crusaders in der Verlängerung besiegen.[14] Die Reise nach Helsinki blieb den Hessen erspart.[15] Die Saison verlief sportlich nicht so erfolgreich wie erhofft und wirtschaftlich nötig, und der riskante Finanzplan zog das Team in die Insolvenz.[16] Der Zuschauerschnitt lag in dieser Saison bei etwa 3300.[17]

Spieler, Trainer und Management gründeten kurzerhand einen neuen Verein, die „Frankfurt Knights“, wechselten geschlossen in den frischen schuldenfreien Verein, und nahmen die FLE-Lizenz gleich mit. 1995 traten die Frankfurt Knights die Nachfolge der Gamblers in der nun American Football League of Europe (AFLE) genannten Liga mit nur noch 5 Teams an, und gingen kurz darauf ebenfalls pleite.

Damenteam

1989 wurde ein Damenteam gegründet. Es nahm 1991 erstmals am Ligabetrieb teil, wo man Gruppenletzter wurde. 1992 wurden sie zweiter der Gruppe Süd und qualifizierten sich für die Playoffs. Hier scheiterten sie im Halbfinale am späteren Meister, den Bamberg Lady Bears.[16] Positiv für die Gamblers verlief dafür die Saison 1993 ihrer Damenmannschaft, die sich erstmals für den Ladies Bowl qualifizieren konnte.[10] Dieser wurde jedoch mit 8:30 gegen die Berlin Adler Girls verloren.[18] Auch 1994 qualifizierte sich die Mannschaft für die Playoffs, schied aber gegen die Adler aus. 1995 konnte bedingt durch den Konkurs der Gamblers keine Ligateilnahme erfolgen. 1996 konnten die Gamblers durch Verstärkung durch die Darmstadt Diamonds Dynamite Ladies wieder am Spielbetrieb teilnehmen. Man qualifizierte sich zwar für die Playoffs, musste aufgrund von schwangerschafts- und verletzungsbedingten Ausfällen, sowie Urlaub, vom Spielbetrieb zurückziehen. 1997 nahm man an einer Spielgemeinschaft mit den Mühlheim Shamrocks teil, 1998 an einer Spielgemeinschaft mit den Hanau Witches. Die Frankfurter schlossen sich 1999 einem neuen Verein an und liefen als Frankfurt Ravens auf. 2000 kam eine Spielgemeinschaft mit den Rüsselsheim Razorbacks nicht zustande und das Team wurde endgültig aufgelöst.[16]

Jugendteam

1990 wurde unter der Leitung von Klaus Possinke Zeit das Jugend-Team der Frankfurt Gamblers aufgestellt. Die Jugendmannschaft unter Cheftrainer Steve Smith gewann 1992 nach einem 14:12-Sieg gegen die Darmstadt Diamonds die Hessenmeisterschaft. 1994 war ein schwarzes Jahr für die Mitglieder des Jugendteams der Frankfurter. Während der Saison verstarb unerwartet einer der Leistungsträger der Mannschaft. Trotz dieses Rückschlags gewann die Gamblers-Jugend abermals die Hessenmeisterschaft. Das junge Team, gespickt mit einigen erfahrenen Veteranen, schaffte es in der Saison sogar ungeschlagen bis ins Finale, dem Junior Bowl.[19] Dort mussten sich die Gamblers allerdings der Jugend der Berlin Adler mit 0:22 geschlagen geben.[20]

Ligaplatzierungen

Ligaplatzierungen
1994 4. FLE-Central Conference
1993 1. 2. Bundesliga Mitte
1992 2. 2. Bundesliga Mitte
1991 1. Regionalliga Mitte (Nord)
1990 1. Verbandsliga Hessen
1989 3. Verbandsliga Hessen
1988 2. Verbandsliga Mitte
1987 2. Regionalliga Mitte B
1986 2. Regionalliga Mitte B

Einzelnachweise

  1. a b HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  2. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  3. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  4. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  5. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  6. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  7. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  8. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  9. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  10. a b HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  11. 2. Bundesliga Mitte - 1993. In: afvd.de. ergebnisarchiv.afvd.de, abgerufen am 25. November 2025.
  12. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  13. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  14. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  15. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  16. a b c Verein – Ladiesfootball. In: afvd.de. Abgerufen am 25. November 2025.
  17. Harter Kampf um die Football-Zone Deutschland - Hamburger Abendblatt. 29. Dezember 2022, archiviert vom Original am 29. Dezember 2022; abgerufen am 2. April 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abendblatt.de
  18. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  19. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.
  20. HUDDLE Ausgaben. In: huddle-verlag.de. www.huddle-verlag.de, abgerufen am 25. November 2025.