Frank MacDermot
Francis „Frank“ Charles MacDermot (* 25. November 1886 in Dublin, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland; † 24. Juni 1975 in London, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland) war ein irischer Politiker der Nationalist Party, der National Centre Party und der Fine Gael. Er war von 1932 bis 1937 Teachta Dála (Abgeordneter) im Dáil Éireann, dem Unterhaus, und von 1938 bis 1943 Mitglied des Seanad Éireann, des Oberhauses des irischen Parlaments (Oireachtas).
MacDermot studierte Rechtswissenschaften an der University of Oxford und wurde nach dem Studienabschluss und nach der Rechtsanwaltsausbildung als Barrister (Prozessanwalt) zugelassen. Er diente im Ersten Weltkrieg in der britischen Armee und wurde beim Royal Army Service Corps eingesetzt. Er schied nach dem Ersten Weltkrieg aus der Armee mit dem Dienstrang Major aus und wanderte wenig später in die USA aus. MacDermot arbeitete von 1919 bis 1927 für eine Bank. Ende der 1920er Jahre kehrte er nach Irland zurück. Bei den Wahlen zum britischen Unterhaus 1929 trat er im Wahlkreis Belfast für die Nationalist Party an, wurde jedoch nicht gewählt. Bei den Wahlen 1932 trat er als unabhängiger Kandidat im Wahlkreis Roscommon an und wurde gewählt. Er gründete mit einigen anderen die National Centre Party mit James Dillon. Bei den Wahlen 1933 war er erfolgreich. Noch im gleichen Jahr vereinigte sich die National Centre Party mit der Cumann na nGaedheal zur Fine Gael, für deren Namen er wohl Urheber war. MacDermot trat der Fine Gael bei. Im Laufe der Jahre 1934 und 1935 sah er sich mit den rechtsextremistischen Tendenzen der Fine Gael konfrontiert. Er verließ daher die Fine Gael im Jahre 1935. Die Fianna Fáil unter Éamon de Valera schlug eine neue Verfassung für den Freistaat Irland vor. MacDermot gehörte zu den größten Kritikern. Er lehnte die Vorrangstellung der irischen Sprache und die Sonderrolle der katholischen Kirche ab. Bei den Wahlen 1937 und Wahlen 1938 trat er nicht mehr an.[1] Allerdings nominierte ihn Taoiseach Éamon de Valera für den Seanad Éireann, dem er dann bis 1943 angehörte. 1939 veröffentlichte er die Biografie „Theobald Wolfe Tone and His Times“.
Als er in den USA arbeitete, lernte er Elaine Orr Thayer kennen, die mit E. E. Cummings verheiratet war. Sie verließ daraufhin Cummings für MacDermot und heiratete ihn 1931. Gemeinsam hatten sie einen Sohn. Sein Neffe Niall MacDermot war ein britischer Politiker und Staatsminister.