Frank M. Bradley
Frank Mitchell Bradley ist ein Admiral der United States Navy und seit dem 3. Oktober 2025 Kommandeur des United States Special Operations Command (USSOCOM). Zuvor diente er als Kommandeur des Special Operations Command Central (SOCCENT) des United States Central Command und als Kommandeur des United States Joint Special Operations Command (JSOC) des USSOCOM.
Frühes Leben und Ausbildung
Bradley stammt aus Eldorado, Texas. Er absolvierte 1987 die Eldorado High School und schloss 1991 sein Studium an der United States Naval Academy mit einem Bachelor of Science in Physik ab. Während seiner Zeit an der Akademie war er Mitglied des Turnteams. 2005 erwarb er einen Master of Science in Physik an der Naval Postgraduate School in Monterey, Kalifornien. Seine Masterarbeit trägt den Titel Transport Imaging for the Study of Quantum Scattering Phenomena in Next Generation Semiconductor Devices.[1]
Militärische Laufbahn
Nach seinem Abschluss an der Naval Academy begann Bradley 1992 seine Ausbildung bei den United States Navy SEALs und schloss den Kurs Basic Underwater Demolition/SEAL (BUD/S) der Klasse 179 ab. Anschließend diente er in verschiedenen Einheiten, darunter dem SEAL Team Four, dem SEAL Delivery Vehicle Team Two und als Austauschoffizier bei den italienischen Comando Subacquei e Incursori.[1]
1999 wurde er für die Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) ausgewählt. Dort hatte er bis 2015 verschiedene Führungspositionen inne, darunter Elementführer, Truppenkommandeur, Geschwaderkommandeur und schließlich Kommandeur der Einheit. Bradley war einer der ersten US-amerikanischen Soldaten, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nach Afghanistan entsandt wurden und nahm regelmäßig an Einsätzen im Rahmen des Krieg gegen den Terror teil.[1]
In den Jahren 2016 bis 2018 war er in verschiedenen Stabsfunktionen tätig, darunter als Leiter der Abteilung für technische Operationen (J3) und stellvertretender J3 beim JSOC, als stellvertretender Direktor für globale Operationen beim Joint Staff, als Executive Officer für den Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Joseph F. Dunford, sowie als stellvertretender Direktor für Counterterrorismus-Strategie beim Joint Staff J5.[1]
Im Mai 2022 wurde Bradley zum Vizeadmiral befördert und übernahm im August desselben Jahres das Kommando über das JSOC. Im Juni 2025 wurde er für die Beförderung zum Admiral und die Position des Kommandeurs des United States Special Operations Command (USSOCOM) nominiert.[1] Dieses Amt trat er am 3. Oktober 2025 an.
Zu seinen ersten Aufgaben gehörte die Bekämpfung von angeblichen Drogenbooten vor Venezuela, bei der bis Dezember 2025 etwa 80 Menschen umkamen.[2] Laut einem Bericht der Washington Post kommandierte Bradley einen Raketenangriff der Vereinigten Staaten gegen mutmaßliche Drogenhändler am 2. September 2025, der von Kriegsminister Pete Hegseth gegen ein Schiff angeordnet wurde. Die Washington Post berichtete, dass Bradley einen zweiten Raketenangriff anordnete, nachdem zwei Überlebende auf einem Drohnenbild identifiziert worden waren. Er kam damit Hegseths Anweisung nach, keine Überlebenden zu hinterlassen. Bradley bezeichnete die Überlebenden als legitime Ziele, da sie theoretisch andere Schmuggler hätten kontaktieren können, um sie und ihre Fracht zu retten. Der Vorfall warf bei aktuellen und ehemaligen Beamten sowie Experten für Kriegsvölkerrecht Fragen auf, ob die Operation ein Kriegsverbrechen darstellte oder überhaupt mit den US-amerikanischen Einsatzregeln und dem Völkerrecht vereinbar war.[3]
Persönliches
Bradley ist der Sohn von Frank M. „Pancho“ Bradley, einem Veteranen des US Army Air Corps aus dem Zweiten Weltkrieg. Er ist mit Katherine Bradley verheiratet und das Paar hat vier Kinder. Ihr Sohn Frank absolvierte 2020 die United States Naval Academy.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Vice Admiral Frank M. Bradley – Commander, Joint Special Operations Command/Commander, Joint Special Operations Command Forward, U.S. Special Operations Command. United States Navy, 4. Januar 2023, abgerufen am 6. Juni 2025.
- ↑ Philipp Kollenbroich: (S+) Kriegsverbrechen in der Karibik? Zwei Überlebende klammerten sich ans Wrack. Dann feuerten die Amerikaner noch mal. In: Der Spiegel. 3. Dezember 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 3. Dezember 2025]).
- ↑ Alex Horton, Ellen Nakashima: Hegseth order on first Caribbean boat strike, officials say: Kill them all In: The Washington Post, 28. November 2025. Abgerufen am 29. November 2025 (amerikanisches Englisch).