Frank Dimen

Frank Dimen (bürgerlich Helmuth Dittmers; * 27. Januar 1917 in Hamburg; † 1. November 1997 ebenda) war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Drehbuchautor.[1]

Leben und Werk

Frank Dimen wurde als Sohn von Ludwig Dittmers und Martha Lucienne Dittmers, geborene von Bachelle, in Hamburg geboren, wo er auch aufwuchs.

Erste Engagements als Schauspieler hatte er in Berlin.[2] Mit Beginn der Spielzeit 1938/39 wurde Dimen, der sich zuvor längere Zeit im Ausland aufgehalten hatte, aus Berlin kommend, als „jugendlicher Chargenspieler“ an das Stadttheater Bielefeld engagiert, wo er als junger Lord in Oscar Wildes Gesellschaftskomödie Eine Frau ohne Bedeutung debütierte.[2][3][4][5] Zu seinen weiteren Rollen am Stadttheater Bielefeld gehörten in der Spielzeit 1938/39 u. a. der Marquis de Torcy in der Gesellschaftskomödie Ein Glas Wasser und der Gerichtspräsident in der Benatzky-Operette Meine Schwester und ich.[6][7][8] Im November 1938 wirkte er am Stadttheater Bielefeld in der Uraufführung des Schauspiels Das Siegel von Abukir von Zdenko von Kraft mit.[9] Im Dezember 1938 übernahm er im Weihnachtsmärchen Schneewittchen die Rolle des Händlers.[10] Ab Januar 1939 spielte er in der Shakespeare-Neuinszenierung Viel Lärm um nichts die Rolle des Schurken Borachio, in der er eine „interessante Charakterstudie, deren Intensität höchst beachtlich war“, zeigte.[11] In der Komödie Mein Sohn, der Herr Minister von André Birabeau (1890–1974) verkörperte Dimen ab Februar 1939 einen „Kabinettchef mit Franz-Moor-Gelüsten“.[12] Sein Engagement am Stadttheater Bielefeld endete mit dem Spielzeitende der Saison 1938/39.[13]

Gemeinsam mit seinem Freund Gert Fröbe war er während des Zweiten Weltkriegs im Fronttheater tätig. Nach dem Krieg war er kurzzeitig noch als Schauspieler und Spielleiter in Hamburg tätig,[14][15] bevor er eine Karriere als Drehbuchautor beim deutschen Film begann. Für den Hessischen Rundfunk schrieb er das Hörspiel Die große Furcht (1949). Ab der Spielzeit 1950/51 war er als Spielleiter des Schauspiels und des Lustspiels beim Hamburger Gastspieltheater „Die Auslese“ engagiert.[16][17]

Als Drehbuchautor arbeitete er für die Regisseure Ulrich Erfurth, Wolfgang Liebeneiner und Frank Wisbar. Die Filme, zu denen Dimen die Drehbücher verfasste, behandelten häufig zeitgenössische Themen der Nachkriegszeit und wurden teilweise auch im Ausland aufgeführt. Frank Dimen war später als „Haus-Dramaturg“ der 1957 in Hamburg gegründeten Verleihfirma Deutsche Film Hansa tätig.[18]

Er war mit der Schauspielerin Karin Volquartz verheiratet, die unter anderem in dem Film Meine Kinder und ich (1955) mitwirkte.[19][20] Aus der Ehe ging ein gemeinsamer Sohn hervor.

Dimen starb 1997 im Alter von 80 Jahren. Er wurde im Familiengrab auf dem Friedhof Ohlsdorf im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf beigesetzt.

Filmografie

Hörspiele (Auswahl)

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

Literatur

  • Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, DNB 451560736, S. 294.

Einzelnachweise

  1. Frank Dimen - Biografie - IMDb. In: imdb.com. 27. Januar 1917, abgerufen am 26. September 2025.
  2. a b In einem Monat: Theaterbeginn. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 6. August 1938, S. 6.
  3. Das Spiel kann beginnen!. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 6. September 1938, S. 5.
  4. Hans Havemann: „Eine Frau ohne Bedeutung“. Aufführungskritik. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 15. September 1938, S. 3.
  5. Julius Lothar Schücking: „Eine Frau ohne Bedeutung“. Aufführungskritik. In: Westfälische Zeitung vom 15. September 1938, S. 5.
  6. Hans Havemann: „Ein Glas Wasser“. Aufführungskritik. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 1. Oktober 1938, S. 3.
  7. Hans Eduard Braun: „Eine Verlobungsgeschichte mit Tanzmusik“. Aufführungskritik. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 21. Oktober 1938, S. 3.
  8. Julius Lothar Schücking: „Meine Schwester und ich“ im Bielefelder Stadttheater. Aufführungskritik. In: Westfälische Zeitung vom 21. Oktober 1938, S. 5.
  9. Julius Lothar Schücking: „Das Siegel von Abukir“ von Zdenko von Kraft – Uraufführung im Bielefelder Stadttheater. Aufführungskritik. In: Westfälische Zeitung vom 25. November 1938, S. 5.
  10. Hans Eduard Braun: „Und wenn sie nicht gestorben sind...“. Aufführungskritik. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 19. Dezember 1938, S. 6.
  11. Julius Lothar Schücking: „Viel Lärm um nichts“. Aufführungskritik. In: Westfälische Zeitung vom 20. Januar 1939, S. 6.
  12. Hans Eduard Braun: Mein Sohn, der Herr Minister. Aufführungskritik. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 2. März 1939, S. 6.
  13. Scheidende Künstler. Abschied vom Stadttheater Bielefeld. In: Westfälische Neueste Nachrichten vom 20. Mai 1939, S. 7.
  14. Frank Dimen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1949. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 57. Jg., Berlin 1949, S. 510 (Register).
  15. Frank Dimen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1950. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 58. Jg., Berlin 1950, S. 361 (Register).
  16. Frank Dimen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1950. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 59. Jg., Berlin 1951, S. 201 und S. 370 (Register).
  17. Frank Dimen. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1952. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 60. Jg., Hamburg 1952, S. 192 und S. 358 (Register).
  18. Frei nach Schiller. In: DER SPIEGEL Nr. 16/1959 vom 14. April 1959, abgerufen am 26. September 2025
  19. Karin Volquartz. Internet Movie Database, abgerufen am 27. September 2025.
  20. TVinfo: Meine Kinder und ich – Besetzung, abgerufen am 26. September 2025