Franco Masoni
Franco Masoni (* 5. Juli 1928 in Lugano; † 18. Oktober 2025[1] ebenda[2]) war ein Schweizer Rechtsanwalt und Politiker (FDP).
Biografie
Franco Masoni wurde als Sohn von Igino, einem Drucker aus der Toskana, und der Marina, geborene Mazzuconi, aus Pregassona (heute Gemeinde Lugano) geboren. 1955 heiratete er Valeria Fontana aus Chiasso, erste Tessiner Rechtsanwältin und Notarin. Er besuchte die Schulen in Lugano, dann absolvierte er ein Rechtsstudien in Heidelberg und 1955 erhielt er das Lizenziat der Rechtswissenschaften an der Universität Bern. Ab 1957 war er selbstständiger Rechtsanwalt und Notar in Lugano. Er wurde 1946 Mitglied der Jugendorganisation der liberal-radikalen Partei des Kantons Tessin.
Er vertrat die Liberal-Radikalen von 1956 bis 1972 und von 1982 bis 1990 im Gemeinderat von Lugano, 1959–1975 im Tessiner Grossen Rat, 1967–1975 im Nationalrat und 1975–1979 sowie 1983–1991 im Ständerat,[3] dessen Präsident er 1987/88 war. Ab den 1970er Jahren gehörte er zu den tonangebenden Politikern des rechten Luganeser Parteiflügels. In diesem Sinne gründete er 1976 in Lugano die Organisation Alleanza Liberi e Svizzeri (ALS),[4] die mit den Zeitschriften Europa Libera und Cornache dell’ALS und einer eigenen Fernsehstation im von der Schweiz umgebenen Campione d’Italia ultrakonservative Diskurse zu verbreiten versuchte.
Masoni prägte die politische Linie der Zeitschrift Gazzetta Ticinese, verfasste zahlreiche Publikationen und bekleidete leitende Stellungen in kulturellen Vereinigungen nicht nur im Tessin, sondern auch schweizweit und auf internationaler Ebene. Er gehörte unter anderem dem Verwaltungsrat der Schweizerischen Bankgesellschaft und der Banca della Svizzera italiana an.
Er war Mitglied des Rotary Clubs von Lugano (1983 bis 1984 Präsident).[5]
Seine Tochter Marina Masoni wurde 1995 als erste Frau in die Tessiner Exekutive gewählt.[6]
Schriften
- Publikationen von und über Franco Masoni im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
Literatur
- Oscar Mazzoleni: Franco Masoni. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2. März 2010.
- Franco Masoni auf Gazzetta Ticinese, 22. Dezember 1993
Weblinks
- Franco Masoni auf der Website der Bundesversammlung
- Masoni-Fontana, Franco auf unil.ch
Einzelnachweise
- ↑ Traueranzeige, NZZ, 23. Oktober 2025.
- ↑ È morto Franco Masoni. In: RSI Info. 20. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Franco Masoni Ständerat (mit Foto) auf parlament.ch
- ↑ Claude Cantini: Les Ultras – Extrême droite et droite extrême en Suisse : les mouvements et la presse de 1921 à 1991. Éditions d’en bas, Lausanne 1992, ISBN 2-8290-0135-4, S. 92 f.
- ↑ Franco Masoni presidente. auf lanostrastoria.ch
- ↑ Früherer Tessiner Ständerat Franco Masoni gestorben. In: Nau.ch, 21. Oktober 2025.
Dieser Artikel basiert weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.