Francesco Crasso

Francesco Crasso (* 1500 in Mailand, Herzogtum Mailand; † 29. August 1566 in Rom, Kirchenstaat) war ein italienischer Kardinal, Jurist und Politiker.

Leben

Francesco Crasso entstammte einer alten mailändischen Familie. Er studierte Rechtswissenschaften (kanonisches und bürgerliches Recht) und erwarb den Doktor beider Rechte.

Er war zunächst in verschiedenen politischen und administrativen Ämtern in Mailand tätig: Senator (seit 28. Dezember 1535), Präsident des »Magistrato delle entrate« ab 1548, Berater des Herzogs von Mailand, Gouverneur von Siena und Cremona. Zudem war er Botschafter des Herzogtums Mailand beim Kaiser Karl V.

Nach dem Tod seiner Frau trat er ins Klerus und ging nach Rom. Dort wurde er von Papst Pius IV. zum Apostolischen Protonotar ernannt. Außerdem wurde er Referendar der Apostolischen Signatur, Auditor der römischen Rota sowie ab dem 5. Januar 1565 Gouverneur von Bologna.

Auf Veranlassung durch Karl Borromäus erhob ihn Papst Pius IV. im Konsistorium vom 12. März 1565 zum Kardinaldiakon. Am 26. Oktober 1565 stieg er in die Ordnung der Kardinalpriester auf. Er nahm am Konklave 1565–1566 teil, das Papst Pius V. wählte. Am 8. Februar 1566 erhielt er die Titeldiakonie Santa Lucia in Septisolio pro illa vice als Titelkirche verliehen. Am 6. März 1566 wechselte er zur Titelkirche Sant’Eufemia.

Crasso starb am 29. August 1566 in Rom. Sein Leichnam wurde nach Mailand überführt und in der Kapelle San Francesco in der Kirche della Pace der Observanten‑Franziskaner beigesetzt.

Wirken und Bedeutung

Seine Karriere zeigt den Weg eines weltlichen Politikers, der nach persönlichen Schicksalsschlägen (Tod der Ehefrau) in kirchliche Ämter wechselte und dort eine bedeutende Position erreichte. Er war sowohl in politischen als auch kirchlichen Verhältnissen tätig und hatte Einfluss in Mailand und innerhalb der Kurie. Außerdem war seine Verbindung zu Papst Pius IV. wichtig für seine kirchliche Laufbahn.