Frances McPhun

Frances Mary McPhun (* 1880 in Glasgow; † 1940 ebenda) war eine schottisch-britische Suffragette.

Leben

McPhun war eine Tochter von John Pollock McPhun, einem Holzhändler und Stadtrat im East End von Glasgow, einem Stadtverordneten und Mitglied des Friedensgerichts.[1] Sie hatte mindestens zwei Schwestern, Margaret und Nessie.

McPhun studierte an der Universität Glasgow, schloss ihr Studium mit einem Master of Arts ab mit Auszeichnungen in den Fächern Politische Ökonomie, Moralphilosophie und Englische Literatur.[2]

Zusammen mit ihrer Schwester Margaret McPhun trat sie der Women’s Social and Political Union (WSPU) bei. Im Oktober 1909 organisierte sie einen Pageant of famous Scottish Women für eine Demonstration für das Frauenwahlrecht in Edinburgh. Sie war ehrenamtliche Organisationssekretärin der Scottish Suffrage Exhibition im Jahr 1910 und ehrenamtliche Sekretärin der WSPU-Ortsgruppe Glasgow in den Jahren 1911–1912. Helen Crawfurd erinnerte sich: „I remember a tour of Lanarkshire where I was the speaker, along with Margaret and Frances McPhun. Margaret took the Chair and Frances would map out our campaign, book halls and arrange connections for trains […] Frances was a beautiful woman, and had a real sense of humour, as had Margaret.“[3]

Sie und ihre Schwester gehörten zu Dutzenden von Frauen, die im März 1912 wegen der Zerstörung von Fenstern in Regierungsgebäuden inhaftiert wurden. Die Schwestern verwendeten die Namen „Margery“ und „Fanny Campbell“, um ihre Herkunft zu verschleiern, als sie verhaftet wurden.[4] Sie verbüßte zwei Monate Zwangsarbeit im Holloway Prison. Im April 1912 traten die Schwestern in den Hungerstreik,[5] scheuten allerdings die Zwangsernährung über eine Nasensonde und willigten ein, aus einer Tasse zu trinken, wie McPhunin einem Brief aus dem Gefängnis geschmuggelten Brief an Laura Underwood, die WSPU-Sekretärin in Glasgow März 1912 schrieb.[4] Als sie nach zwei Monaten, am 29. April, aus dem Gefängnis entlassen wurden, erhielten beide Schwestern von der WSPU die sogenannte „Hungerstreik-Medaille“ For Valour, um ihren Einsatz zu würdigen[6]

Sie war sehr aktiv in Nachwahlkampagnen im Westen Schottlands.[7][8][9][10] Die Schwestern McPhun sind in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt, Frances McPhun allerdings unter dem falschen Vornamen „Florence“.[11]

McPhun starb 1940 in Glasgow.

Bei einer Debatte des schottischen Parlaments zum Internationalen Frauentag 2022 nahm ein Urgroßneffe von McPhun, der konservative Abgeordnete Russell Findlay, bezug auf seine beiden Urgroßtanten.[12]

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Einzelnachweise

  1. Nuala Naughton: Glasgow’s East End. From Bishops to Barraboys. Transworld Publishers, London 2014, ISBN 978-1-78057-797-5, S. 81 (google.de).
  2. Frances Mary McPhun. In: The University of Glasgow Story. University of Glasgow, archiviert vom Original am 19. November 2018; abgerufen am 23. Oktober 2025.
  3. Elizabeth Crawford: The Women’s Suffrage Movement: A Reference Guide, 1866–1928. Routledge, London 2001, ISBN 978-0-415-23926-4, S. 404.
  4. a b Eleanor Peters: Jennifer Godfrey: «The Scotch Batch» of 1912 Suffragette Glassbreakers. In: Blog. Women’s History Scotland, 6. März 2025, abgerufen am 25. September 2025.
  5. Frances M. McPhun (1880–1940) & Margaret McPhun (1876–1960). In: The Suffragette Handkerchief at the Priest House, West Hoathly. Sussex Past, Sussex Archaeological Society, August 2011, archiviert vom Original am 28. September 2015; abgerufen am 23. Oktober 2025.
  6. Suffrage – Hunger Strike Medal. In: Lot 189. Bonham, Juni 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  7. Leah Leneman: A guid cause: the women’s suffrage movement in Scotland. Aberdeen University Press, Aberdeen 1991, ISBN 978-0-08-041201-6, S. 265.
  8. Lesley Roberts: For Elsie’s sake, stand up and be counted. In: Sunday Mail. 14. Mai 2017.
  9. Elspeth King: The Hidden History of Glasgow's Women: The Thenew Factor. Mainstream Publishing, Edinburgh 1993, ISBN 978-1-85158-404-8.
  10. Nan Spowart: Roll of honour: Ten Scottish women who fought for the right to vote. The National, 30. September 2018, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  11. Suffragette Fellowship: Roll of Honour of Suffragette Prisoners 1905-1914. In: London University: London School of Economics, The Women's Library, Papers of Annie Lacon. The National Archives, 1950, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  12. Russell Findlay: International Women’s Day 2022. In: Meeting of the Parliament (Hybrid). Scottish Parliament, 3. März 2022, abgerufen am 23. Oktober 2025.