François Scheffer

François Scheffer (* 1. Juli 1766;[1]9. September 1844[2]) war ein luxemburgischer Politiker. Er kandidierte mehrfach als Bürgermeister der Stadt Luxemburg und bekleidete innerhalb von 40 Jahren vier Amtszeiten mit einer Gesamtdauer von 21 Jahren.

Leben

Scheffer wurde als Sohn des Luxemburger Geschäftsmanns François Scheffer sen. (1721–1778) und seiner Frau Anne Catherine Bastien geboren. Nach seinem Jurastudium arbeitete nicht als Anwalt, sondern in einem Kolonialwarengeschäft, das er von seinem Schwiegervater übernommen hatte.

Bei der Belagerung der Festung Luxemburg im Ersten Koalitionskrieg war er Leutnant. Hernach kam er unter der französischen Herrschaft in den Gemeinderat sowie in die Hypotheken- und Zentralverwaltung des Département des Forêts, welches hauptsächlich das heutige Luxemburg umfasste.

Von 1800 bis 1802 war er erstmals Bürgermeister. Nach einer folgenden Zeit als Richter am Handelsgericht und anschließend 1815 als Bataillonschef der Bürgergarde folgte seine zweite Amtszeit von 1816 bis 1817. Anschließend wurde er Vertreter des Bezirkskommissars. Von 1820 bis 1822 war er zum dritten Mal Bürgermeister und schließlich von 1827 bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1844 zum vierten Mal Bürgermeister.

Während seiner vierten Amtszeit leitete Scheffer am 22. Oktober 1838 die erste Sitzung des Luxemburger Gemeinderates im Rathaus an der Place Guillaume II.[3]

François Scheffer war mit Anne Barbe Marguerite Seyler verheiratet. Das Paar hatte vier Kinder, die alle im jungen Alter verstarben.

Scheffer gehörte der Sebastiansbruderschaft an.

Politische Ansichten

Während der Belgischen Revolution blieb Scheffer auf der Seite des niederländischen Königs Wilhelm I., während sich große Teile der Bevölkerung seinerzeit auf die Seite der Aufständischen stellten. Dabei zeichnete er sich dennoch durch eine neutrale Vermitlungsposition aus. Scheffer galt als pragmatischer und loyaler Verwalter.

Ehrungen

Die Allée Scheffer im Luxemburger Stadtteil Limpertsberg ist nach Scheffer benannt.

Ihm wurde der Orden der Eichenkrone verliehen.[4]

Literatur

  • Wirion, L., 1951. Les familles Scheffer et Seyler. Biographie nationale du Pays de Luxembourg, fasc. 3, p. 99–169 [François Scheffer: S. 108–113 a S. 125–169].

Einzelnachweise

  1. Neyen, Auguste (1952). Biographie nationale du pays de Luxembourg. Luxembourg: Cour Victor Buck. p. 108. Retrieved 4 November 2024.
  2. Ons hémecht (in German). Druck von P. Wooré-Mertens. 1917. p. 89. Retrieved 4 November 2024.
  3. Hotel Simoncini – Luxemburg-Stadt / Rathaus. In: Hotel Simoncini. Abgerufen am 4. November 2025.
  4. Mémorial A – Journal Officiel du Grand-Duché de Luxembourg, Nr. 3 / 1844. In: Legilux – Service central de législation. Abgerufen am 4. November 2025.