François Labrousse
François Labrousse (geboren am 29. Dezember 1878 in Brive-la-Gaillarde; gestorben am 27. November 1951 ebenda) war ein französischer Politiker der Dritten und der Vierten Republik und ein Résistant. Er gehörte zu den „quatre-vingts“, also den achtzig Parlamentariern, die am 10. Juli 1940 Philippe Pétain die diktatorischen Vollmachten verweigerten.
Leben
François Labrousse war Arzt und Sachverständiger für Psychiatrie am Berufungsgericht von Paris. 1921 wurde er wie schon sein Vater Philippe-Michel Labrousse[1] von 1894 bis 1910 zum Senator der Corrèze gewählt.[2] Er gehörte der Demokratischen Linken an.
Im Juli 1940 schloss er sich in Vichy dem vergeblichen Widerstand der Gruppe der Senatoren und Kriegsveteranen an, die einen Gegenentwurf zur Revision der Verfassungsgesetze vorlegten. Am 10. Juli gehörte er zu den achtzig Parlamentariern, die gegen die Vollmachten für Marschall Pétain stimmten, was ihm die Überwachung durch die Vichy-Regierung einbrachte. So wurde er z. B. 1941 vom Regime als Freimaurer denunziert.[3] Getreu seinen Überzeugungen schloss sich François Labrousse daraufhin der Résistance an. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die freie Zone wurde er von der Gestapo gesucht, was ihn im Alter von fast 65 Jahren zwang, in den Maquis zu gehen.
Als Mitglied der Beratenden Versammlung, deren Vizepräsident er eine Zeit lang war, kehrte er 1948 unter dem Label der Union démocratique et socialiste de la Résistance (Demokratische und sozialistische Union des Widerstands) in den Senat zurück. Er starb während seiner Amtszeit.[2]
Als talentierter Maler und Karikaturist wurde er 1944 auch in die Académie des beaux-arts (Akademie der Schönen Künste) gewählt.[4]; der Société des Artistes Français gehörte er als Ehrenmitglied an.[5]
Auszeichnungen
- Kommandeur der Ehrenlegion[6]
- Croix de guerre 1914–1918
- Médaille de la Résistance mit Rosette
- Croix du combattant
- Officier de l'ordre de la Santé publique
- Ordre du Mérite social
Werke
- Quelques notes sur un médecin philosophe P. J. G. Cabanis (1757–1808). A. Michalon, 1903 ([7]).
Literatur
- Pierre Miquel: Les quatre-vingts. éd.Fayard, 1995, ISBN 978-2-213-59416-3.
- Jean Odin: Les Quatre-vingts. FeniXX réédition numérique, 1996, ISBN 978-2-402-07154-3 (google.de).
Weblinks
- LABROUSSE François | Ancien sénateur de la Corrèze. In: Sénat. (französisch).
- LABROUSSE Pierre Étienne Marie Léon François. In: La France savante. (französisch).
- Angaben zu François Labrousse in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
Einzelnachweise
- ↑ Philippe, Michel Labrousse. In: Assemblée nationale. Abgerufen am 19. September 2025 (französisch).
- ↑ a b Siehe Biographie im Weblink Senat
- ↑ Le Petit Parisien vom 11. September 1941; La liste des dignitaires de la franc-maçonnerie auf Gallica
- ↑ François Labrousse. In: Académie des beaux-arts. Abgerufen am 19. September 2025 (französisch).
- ↑ Siehe Weblink France savante
- ↑ LABROUSSE. In: Base Léonore. Abgerufen am 19. September 2025 (französisch).
- ↑ Werk auf Gallica