Frühlings-Ehrenpreis

Frühlings-Ehrenpreis

Frühlings-Ehrenpreis (Veronica verna)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Gattung: Ehrenpreis (Veronica)
Art: Frühlings-Ehrenpreis
Wissenschaftlicher Name
Veronica verna
L.

Der Frühlings-Ehrenpreis oder Frühlingsehrenpreis (Veronica verna) ist ein der Gattung Ehrenpreis (Veronica) innerhalb der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er blüht vorwiegend im April und Mai.

Erscheinungsbild

Vegetative Merkmale

Der Frühlings-Ehrenpreis wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 30 Zentimetern. Der Stängel ist unverzweigt oder am Grunde verästelt. Er wächst aufrecht und ist in der Laubblattregion mehr oder weniger deutlich zweizeilig behaart.

Die unteren Laubblätter sind gestielt und ihre Blattspreite ist eiförmig-lanzettlich und grob kerbig gezähnt. Die übrigen Laubblätter sind sitzend und geteilt und besitzen linealische Abschnitte. Die Laubblätter sind dünn und von grasgrüner Färbung.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt vorwiegend im April und Mai. In endständigen traubigen Blütenständen befinden sich die Blüten.

Die zwittrige Blüte besitzt eine doppelte Blütenhülle. Die himmel-blaue Krone ist nur 2 bis 3 Millimeter lang.

Die Fruchtstiele haben eine Länge von 1 bis 2,5 Millimetern. Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern sowie einer Breite von 3,5 bis 4 Millimetern rundlich-nierenförmig, auf der Fläche kurz drüsenlos flaumig behaart, und besitzt eine mehr oder weniger tiefe, stumpfwinklige Ausrandung. Der Griffel ist 0,4 bis 0,6 Millimeter lanf und überragt die Ausrandung nicht.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]

Vorkommen

Veronica verna kommt in Europa in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Irland und Island. Weiter östlich reicht das Verbreitungsgebiet von Veronica verna von West-, Zentralasien, dem Kaukasusraum bis Pakistan und Sibirien.[2] Auch in Marokko kommt er vor.[2] Veronica verna kommt in Mitteleuropa selten vor. In Österreich und der Schweiz ist Veronica verna selten und gebietsweise „stark gefährdet“. Der Frühlings-Ehrenpreis kommt im östlichen Deutschland zerstreut, ansonsten selten vor.

Der Frühlings-Ehrenpreis wächst auf Trockenrasen, in Sandgrasfluren und auf Äckern. Der Frühlings-Ehrenpreis in Mitteleuropa meist auf trockenen, meist lockeren, kalkfreien und mehr oder weniger sandigen Böden. Der Frühlings-Ehrenpreis ist pflanzensoziologisch in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Sedo-Scleranthetea, kommt aber auch in lückigen Pflanzengesellschaften der Trockenrasen (Klasse Festuco-Brometea) und seltener in Pflanzengesellschaften des Verbands Aperion spica-venti vor.[1]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[3]

Ökologie

Der Frühlings-Ehrenpreis ist eine flachwurzelnde Frühlings-Ephemere.[1]

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Veronica verna erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 14.

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:[4]

  • Veronica verna L. subsp. verna
  • Veronica verna subsp. brevistyla (Moris) Rouy: Sie kommt nur auf Sardinien und Korsika vor.[4]

Bilder

Quellen

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 839.
  2. a b Veronica verna. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  3. Veronica verna L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
  4. a b Karol Marhold, 2011: Veronica. Datenblatt Veronica verna In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. a b Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
Commons: Frühlings-Ehrenpreis (Veronica verna) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien