Frühlings-Braunwurz

Frühlings-Braunwurz

Frühlings-Braunwurz (Scrophularia vernalis)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Gattung: Braunwurzen (Scrophularia)
Art: Frühlings-Braunwurz
Wissenschaftlicher Name
Scrophularia vernalis
L.

Die Frühlings-Braunwurz (Scrophularia vernalis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Braunwurzen (Scrophularia) in der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae).

Beschreibung

Die Frühlings-Braunwurz ist eine aufrechte, wollig behaarte Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 70 cm erreicht. Der Stängel ist vierkantig und drüsig-zottig behaart. Die Laubblätter stehen gegenständig, sie sind dreieckig herzförmig geformt, etwas runzelig und mit weichen Trichomen besetzt. Der Blattrand ist tief unregelmäßig gezähnt.

Die Blüten stehen in Blütenständen, deren dichasienartige, knäuelförmige Teilblütenstände lang gestielt sind. Die Krone ist nahezu radiärsymmetrisch, sie ist blass grünlich-gelb gefärbt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.[1]

Verbreitung

Die Frühlings-Braunwurz kommt in Süd-, West- und Mitteleuropa sowie in Südwest-Asien vor. Sie hat ursprüngliche Vorkommen in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich, Ungarn, in der früheren Tschechoslowakei, im früheren Jugoslawien, in der Ukraine, in Russland, der Türkei und im Iran. Sie kommt eingeschleppt vor in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Schweiz[2], Dänemark, Schweden und Polen.[3] Sie ist in Deutschland jedoch wahrscheinlich nur ein lokal eingeschleppter Neophyt. Sie wächst in Parks, lichten Laubwäldern und Säumen auf frischen, basen- und nährstoffreichen Lehmböden. Sie kommt vor allem in Gesellschaften des Verbands Alliarion vor.[1] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[2]

Ökologie

Die Frühlings-Braunwurz ist eine Halbschattenpflanze. Sie ist ein Nährstoffzeiger und war früher eine Bienenfutterpflanze.[1]

Taxonomie und Systematik

Die Frühlings-Braunwurz wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 620 als Scrophularia vernalis erstbeschrieben.

Es können 2 Unterarten unterschieden werden:[3]

  • Scrophularia vernalis subsp. clausii (Boiss. & Buhse) Grau: Sie kommt im Kaukasusraum und im Iran vor.[3]
  • Scrophularia vernalis subsp. vernalis.

Literatur

  • Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.

Einzelnachweise

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 832.
  2. a b Scrophularia vernalis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
  3. a b c Scrophularia vernalis. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 6. Oktober 2025.
Commons: Frühlings-Braunwurz (Scrophularia vernalis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien