Fouzi El-Asmar

Fouzi El-Asmar, auch Fawzi oder Fouzi al-Asmar (arabisch فوزي الأسمر; geb. 1937 in Haifa, Völkerbundsmandat für Palästina; gest. 19. September 2013 in Bethesda, Maryland, USA) war ein palästinensisch-US-amerikanischer Autor, Dichter und Journalist.

Biographie

1958 wurde Fouzi El-Asmar Redakteur der Literaturzeitschrift Al Fajr und 1966 Herausgeber der Zeitschrift Hadha Al Alam. Er gehörte gemeinsam mit seiner Mutter zu den Mitbegründern der Bewegung Al Ard (Das Land),[1] deren Ziel die Erlangung gleicher Rechte für alle Bewohner Israels sowie eine Lösung des Palästina-Problems war.[2]

1969 wurde El-Asmar von den IDF wegen Verdacht des Terrorismus in sogenannte „Administrativhaft“ genommen. Die rechtliche Grundlage basiert auf einem Gesetz der Britischen Mandatsbehörden aus dem Jahr 1937. Er wurde inhaftiert und anschließend unter Hausarrest gestellt.

Um seine Verhaftung entbrannte ein öffentlicher Konflikt: Im Gefängnis erhielt El-Asmar Besuch von dem US-amerikanischen Anwalt Alan Dershowitz, der sich ihm als Bürgerrechtler vorstellte, der für einen Artikel über Verwaltungshaft recherchiere. Auf die Frage, warum er verhaftet worden war, sagte er zu Dershowitz: „Because I express the feeling of 300.000 Israeli Arabs and that makes me dangerous. There are Jews who share my beliefs maybe even some who express them better. But they are not dangerous because no Arab will listen to them.“ („Weil ich die Gefühle von 300.000 [israelischen Arabern] zum Ausdruck bringe und das macht mich gefährlich. Es gibt Juden, die meine Überzeugungen teilen, vielleicht sogar einige, die sie besser zum Ausdruck bringen. Aber sie sind nicht gefährlich, weil kein Araber ihnen zuhören wird.“)[3] Nach seinem Gespräch mit El-Asmar traf Dershowitz den israelischen Generalstaatsanwalt und den Leiter des israelischen Inlandgeheimdienstes Schin Bet, der ihm die „umfangreiche“ Akte über El Asmar zeigte. In einem Artikel, der in der Zeitschrift Commentary veröffentlicht wurde, rechtfertigte Dershowitz die Praxis der „Adminstrationshaft“ (die er als „Präventivhaft“ bezeichnete) und beschrieb El-Asmar als „äußerst gefährlich“ und „Anführer einer Terroristengruppe“. In einer späteren Ausgabe des Magazins wurden Briefe von El Asmar selbst, der Anwältin Felicia Langer und dem Bürgerrechtler Israel Shahak veröffentlicht, in denen sie auf die zahlreichen sachlichen Fehler von Dershowitz hinwiesen und seine „offensichtlichen Verzerrungen“ widerlegten.[4]

1971 wurde El-Asmar freigelassen, nachdem sich auch der prominente israelische Journalist Uri Avnery, Israel Shahak, die Israelische Liga für Bürger- und Menschenrechte und Amnesty International für ihn eingesetzt hatten.[1] Obwohl die Israelis über die Anschuldigungen gegen El-Asmar nach Norman Finkelstein „spöttelten“, bestand Dershowitz auf seiner Position.[5][6]

Anschließend wurde El-Asmar zu einer Vortragsreise in die USA eingeladen. Er blieb dort und wurde 1981 US-amerikanischer Staatsbürger. Er besuchte das Central Connecticut State College und absolvierte dort 1975 seinen Bachelor mit Auszeichnung in Geschichts- und Politikwissenschaft und schrieb für die saudischen Tageszeitungen Asharq Al-Awsat sowie Al Riyadh und promovierte an der britischen Universität Exeter in Arabisch und Islamwissenschaft.[1] Sein Doktorvater war der Menschenrechtler Uri Davis.

El Asmar verfasste mehrere Bücher, darunter sein bekanntestes To Be an Arab in Israel (1975)[7] und Through the Hebrew Looking Glass: Arab Stereotypes in Children’s Literature (1986). To Be an Arab in Israel ist seine politische Autobiographie und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.[8][9] Gemeinsam mit Uri Davis und Naim Khader gab er die beiden Bücher Towards a Socialist Republic of Palestine und Debate on Palestine heraus.[10]

El-Asmar starb am 19. September 2013 in Bethesda, Maryland, drei Wochen nach dem Tod seiner Frau Maria. Er wurde in Palästina bestattet.[1]

Werke (Auswahl)

  • Poems from an Israeli prison. Know Books, New York 1973 (englisch).
  • mit Uri Davis und Naïm Kader: To be an Arab in Israel. Ithaca Press; Miftah Publishers, London 1978, ISBN 0-88728-096-X (englisch).
  • The wind-driven reed, and other poems. Three Continents Press, Washington 1979, ISBN 0-89410-035-1 (englisch).
  • Through the Hebrew looking glass : Arab stereotypes in children's literature. Amana, Zed, Vermont; London 1979, ISBN 0-915597-39-X (englisch).
  • mit Uri Davis & Naim Khader: Debate on Palestine. Ithaca Press, London 1981, ISBN 978-0-903729-64-2 (englisch).
  • Philip Mattar: Encyclopedia of the Palestinians. Infobase Publishing, 2005, ISBN 0-8160-6986-7 S. 93 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

  1. a b c d Magda Abu-Fadil: Palestinian Journalist/Author/Poet/Activist Fouzi El-Asmar, R.I.P. In: huffpost.com. 23. September 2013, abgerufen am 2. Oktober 2025 (englisch).
  2. Arik Rudnitzky: The Palestinian Arabs in Israel: Reconceptualizing the Past – Moshe Dayan Center for Middle Eastern and African Studies. In: dayan.org. 30. Oktober 2017, abgerufen am 2. Oktober 2025 (englisch).
  3. Michael Goldstein: Israeli Security Measures in the Occupied Territories: Administrative Detention. In: Middle East Journal. Band 32, Nr. 1, 1978, S. 35–44. JSTOR:4325711
  4. Our Readers: Preventive Detention in Israel – Commentary Magazine. In: commentary.org. 1. Juni 1971, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
  5. Alan Dershowitz: Terrorism & Preventive Detention: The Case of Israel. 1. Dezember 1970 (commentary.org [abgerufen am 9. Februar 2024]).
  6. Norman Finkelstein: Beyond Chutzpah. On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History. University of California Press, Berkeley, Los Angeles 2008, ISBN 978-0-520-24989-9, S. 147 ff. (englisch).
  7. Matthew Abraham: The Perils of Separation: Fouzi El-Asmar's To Be an Arab in Israel as an Allegory of Settler Colonial Anxiety. In: South Atlantic Quarterly. Band 107, Nr. 4, 2008, S. 715–734, doi:10.1215/00382876-2008-014.
  8. Uri Davis: Book review. Stranger in his own land: Fouzi El Asmar. To Be An Arab in Israel. In: Journal of Palestine Studies. Band 8, Nr. 2, 1979, S. 133–143, doi:10.2307/2536514, JSTOR:2536514.
  9. Etre un Arabe en Israël / Fouzi el-Asmar. Casterman. [Tournai], [Paris], 1981, ISBN 2-203-21237-3 (französisch, nice.fr [abgerufen am 27. Februar 2024]).
  10. James A. Reilly: Book review. In: Journal of Palestine Studies. Band 12, Nr. 2, 1983, S. 80–83, JSTOR:2536418.