Forno di Zoldo

Forno di Zoldo
Forno di Zoldo mit der Pfarrkirche Sant’Antonio Abate und der Bosconerogruppe im Hintergrund
Staat Italien
Region Venetien
Provinz Belluno (BL)
Gemeinde Val di Zoldo (Gemeinde)
Koordinaten 46° 21′ N, 12° 11′ O
Höhe 840 m s.l.m.
Einwohner 2.370 (2014)
Patron Sant’Antonio Abate
Kirchtag 17. Januar
Telefonvorwahl 0437 CAP 32012

Forno di Zoldo (ladinisch al Fôr) ist eine Fraktion der italienischen Gemeinde (comune) Val di Zoldo in der Provinz Belluno, Region Venetien.

Lage

Der Ort liegt etwa 35 km nördlich der Provinzhauptstadt Belluno im Val di Zoldo in einer Senke am Mittellauf des Torrente Maè, einem Nebenfluss des Piave.[1] Er ist von den zu den östlichen Dolomiten zählenden Civettagruppe, dem Pelmomassiv mit dem Monte Pelmo (3168 m s.l.m.) und der Bosconerogruppe umgeben.

Zusammen mit der Fraktion Zoldo Alto bildet es das Val di Zoldo, das für seine Gelatieri (ital. = Eismacher) bekannt ist.

Geschichte

Der Ort wurde erstmals 1031 als Çaudes in einer Urkunde von Kaiser Konrad II. erwähnt. Darin bestätigte er dem Bischof von Belluno den seinen Vorgängern gewährte Rechte in der Diözese Belluno.[2]

Eine erste dauerhafte Siedlung kann auf das Ende des 10. Jahrhunderts festgelegt werden. Die Gegend war aber bereits in der Mittelsteinzeit begangen worden. Drei römische Grenzsteine, die auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert werden, weisen auf eine zumindest temporäre römische Präsenz hin. Die Besiedlung im Mittelalter geht auf das Betreiben der Bischöfe von Belluno zurück, die die Besiedlung förderten, um das Land urbar zu machen.[2]

Im 13. Jahrhundert fiel der Ort unter den Einfluss von Ezzelino III. da Romano. Möglicherweise ließ er hier eine Burg errichten, worauf der Flurname „Castel de Roman“ hindeutet.[3] Nach Ezzelino gelangte Forno di Zoldo ab 1266 unter die Signoria der Da Camino aus Treviso, gefolgt von einer Reihe weiterer Signorien, wie den Scaligern, den Avoscano aus Agordo, den Da Carrara und den Visconti. Im Zuge der venezianischen Expansionspolitik auf der Terraferma wurde Forno di Zoldo 1404 Teil der Republik Venedig, bei der es bis zur Auflösung der Republik 1797 verblieb.[2]

Nach der wechselreichen napoleonischen Epoche, war der Ort von 1814 bis 1866 Teil des Königreichs Lombardo-Venetien. Unter der Habsburgermonarchie wurde die Straße nach Longarone erbaut, die den bis dahin genutzten Saumweg ersetzte. Nach dem Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg wurde der Forno di Zoldo an das Königreich Italien angeschlossen. Während des Ersten Weltkrieges besetzten österreichisch-ungarische Truppen nach der italienischen Niederlage in der Schlacht von Caporetto den Ort. Die Besetzungszeit dauerte vom 10. November 1917 bis zum Inkrafttreten des Waffenstillstands von Villa Giusti am 4. November 1918 und war durch extremen Hunger gekennzeichnet.[2]

Forno di Zoldo war bis Februar 2016 eine selbständige Gemeinde und wurde am 23. Februar 2016 mit Zoldo Alto zur neuen Streugemeinde Val di Zoldo zusammengeschlossen.[4] Zum 79,85 km² großen Gemeindegebiet von Forno di Zoldo gehörten noch die Fraktionen Astragal, Bragarezza, Calchera, Campo, Casal, Cella, Cercenà, Col, Colcerver, Cornigian, Dont, Dozza, Foppa, Fornesighe, Pieve, Pra, Pradel, Pralongo, Sommariva, Sotto le Rive, Sottorogno und Villa. Die Nachbargemeinden waren Cibiana di Cadore, La Valle Agordina, Longarone, Ospitale di Cadore, Vodo di Cadore und Zoppè di Cadore – alle in der Provinz Belluno gelegen.

Verkehr

Durch die Ort führt die ehemalige Staatsstraße SS 251 „della Val di Zoldo e Val Cellina“, die in der Provinz Belluno mittlerweile zur Provinzialstraße SP 251 herabgestuft wurde.

Literatur

  • Elio Migliorini: Forno di Zoldo. In: Enciclopedia Italiana. Band 15: Fer–Franci. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1932.
  • Il Veneto paese per paese. III Volume: Danta – Mirano. (= Enciclopedia dei Comuni d’Italia). Bonechi, Florenz 1982, S. 132–134.
Commons: Forno di Zoldo – Sammlung von Bildern
  • Forno di Zoldo. In: Enciclopedia on line. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom.

Einzelnachweise

  1. Elio Migliorini: Forno di Zoldo. In: Enciclopedia Italiana. Band 15: Fer–Franci. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1932.
  2. a b c d Cenni storici della Val di Zoldo. In: valdizoldo.net. Abgerufen am 17. November 2025 (italienisch).
  3. Il Veneto paese per paese. III Volume: Danta – Mirano. S. 132.
  4. Comune ISTAT “025024 Forno di Zoldo (Belluno)”. In: elesh.it. Abgerufen am 13. November 2025 (italienisch).