Fondmetal FA1ME
| Konstrukteur: | Fondmetal | ||||||||
| Designer: | Antonio Tomaini Ignazio Lunetta | ||||||||
| Vorgänger: | Osella FA1ME | ||||||||
| Nachfolger: | Fondmetal Fomet 1 | ||||||||
| Technische Spezifikationen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Chassis: | CFK-Monocoque | ||||||||
| Radstand: | 2860 mm | ||||||||
| Gewicht: | 505 kg | ||||||||
| Reifen: | Goodyear | ||||||||
| Benzin: | Agip | ||||||||
| Statistik | |||||||||
| Fahrer: | Olivier Grouillard | ||||||||
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| WM-Punkte: | — | ||||||||
| Podestplätze: | — | ||||||||
| Führungsrunden: | — | ||||||||
Der Fondmetal FA1ME ist ein Formel-1-Rennwagen des italienischen Motorsportteams Fondmetal, der zu zwei Läufen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1991 gemeldet wurde. Das Auto ist die Weiterentwicklung eines zwei Jahre alten Fahrzeugs von Osella und diente Fondmetal in den ersten Monaten des Jahres 1991 als Übergangsmodell. Der FA1ME qualifizierte sich für keine Rennteilnahme.
Entstehungsgeschichte
Der FA1ME ist eine Konstruktion des Turiner Rennwagenherstellers Osella, der in den 1980er-Jahren ein Werksteam in der Formel 1 unterhielt. Die Osella Squadra Corse war finanziell schwach aufgestellt und ging überwiegend mit technisch einfachen, teilweise improvisierten Autos an den Start. In der Turboära der Jahre 1984 bis 1988 war Osella eng mit Alfa Romeo verbunden und verwertete zeitweise die Restbestände des Alfa-Werksteams. So nutzte Osella Alfas alten Turbomotor 890T, und Osellas Rennwagen FA1F, FA1G, FA1H, FA1I und FA1L basierten jeweils auf dem 1982 konstruierten Alfa Romeo 183T. Zuletzt waren sie „hoffnungslos veraltet“ und nach Ansicht des Ingenieurs Gustav Brunner „richtig schlechte Karren“.[1] Für die Saison 1989, in der anders als in den vorangegangenen Jahren nur noch Saugmotoren zugelassen waren, konstruierte Osella mit dem FA1M-89 erstmals seit fünf Jahren ein komplett neues Auto, das keine Bezüge mehr zu Alfa Romeo hatte. Der für den Einsatz eines Cosworth-Motors ausgelegte FA1M-89 wurde von Osellas Sponsor Fondmetal, einem norditalienischen Hersteller von Automobilrädern, finanziert. Er war ein erfolgloses Auto: 1989 gab es nur zehn Starts und nur eine Zielankunft. 1990 brachte das Team eine zum Osella FA1ME weiterentwickelte Version an den Start. Osella baute für Olivier Grouillard, den einzigen Fahrer des Teams, zwei Exemplare des FA1ME. Auch mit diesem Auto erreichte Osella keine Zielankunft in den Punkterängen.
Nach dem Ende der Saison 1990 verkaufte Enzo Osella seinen Rennstall an Gabriele Rumi, den Inhaber seines Sponsors Fondmetal. Rumi firmierte den Rennstall in Fondmetal Corse um und verlagerte den Betriebssitz von Volpiano bei Turin in die Nähe von Bergamo. Für die Saison 1991 gab er in Großbritannien die Konstruktion eines völlig neuen Autos in Auftrag, das die Bezeichnung Fondmetal Fomet 1 erhielt. Weil der Fomet 1 erst zum dritten Rennen des Jahres im April 1991 einsatzbereit war, musste Fondmetal die Saison mit einer überarbeiteten Version des alten Osella FA1ME beginnen.[2] Zum Einsatz kamen die beiden Chassis aus dem Jahr 1990, die in Fondmetal FA1ME umbenannt worden waren und nur geringfügige Modifikationen erhalten hatten.[3]
Modellbeschreibung
Es gab zwei Exemplare des Fondmetal FA1ME. Sie trugen die Fahrgestellnummern FA1ME/8 und FA1ME/10,[4] die bislang nicht verwendet worden waren.
Chassis und Karosserie des Fondmetal FA1ME entsprachen dem im Winter 1988/89 konstruierten Osella FA1M-89 und seinem Nachfolger Osella FA1ME. Die Vorderradaufhängung wurde bereits 1990 überarbeitet. Der Stoßdämpfer befindet sich beim FA1ME an der oberen Verkleidung des Monocoques.[5] Als Antrieb diente wie 1990 ein Cosworth-DFR-Motor von Hart, dessen Leistung mit etwa 625 PS angegeben wurde. Das Gesamtgewicht entsprach dem vom Reglement geforderten Mindestgewicht von 500 kg. Anfänglich hatten beide Autos ein aus dem Vorjahr übernommenes, längs angeordnetes Getriebe. Zum Großen Preis von Brasilien wurde Chassis FA1ME/10 mit einem neuen, quer liegenden Getriebe ausgestattet, das für den kommenden Fomet 1 entwickelt worden war.[6]
Im Gegensatz zum Vorjahr verwendete Fondmetal keine Pirelli-Reifen mehr, sondern Reifen von Goodyear, die nach allgemeiner Ansicht einen Nachteil in der Qualifikation mit sich brachten.[6]
Lackierung und Sponsoren
Der Fondmetal FA1ME war in einem sehr dunklen Blauton lackiert. Lediglich die Oberseite der Seitenkästen war mattsilber gehalten. Abgesehen von einigen kleinen Aufklebern technischer Ausrüster fand sich auf dem Auto nur der große, in weißen Buchstaben geschriebene Schriftzug Fondmetal, der auf der Motorabdeckung und auf dem Heckflügel angebracht war.
Renneinsätze
Fondmetal meldete 1991 ebenso wie Osella im Jahr zuvor nur ein Auto; Fahrer war Olivier Grouillard, der bereits 1990 für Osella gefahren war. Grouillard unterlag der Vorqualifikation, die er mit dem FA1ME bei jedem Versuch verpasste.
Bei der Vorqualifikation zum Auftaktrennen in den USA fuhr Grouillard den FA1ME/08.[6] Auf seiner schnellsten Runde war er fast 10 Sekunden langsamer als Ayrton Senna im McLaren MP4/6, der später die Poleposition erreichte. Langsamer war nur noch Eric van de Poele im Lambo 291 des Modena Teams.[7] Beim anschließenden Großen Preis von Brasilien ging Grouillard zunächst mit dem FA1ME/10 mit Transversalgetriebe in die Vorqualifikation.[6] In der ersten Runde brach die Hinterradaufhängung, sodass sich Grouillards Auto drehte und auf der Piste stehenblieb. Die Vorqualifikation wurde daraufhin unterbrochen. Beim Neustart fuhr Grouillard den FA1ME/8 mit herkömmlichem Längsgetriebe. Mit diesem Auto erzielte er die langsamste Rundenzeit, die mehr als 7,5 Sekunden über der Polezeit lag und 3,5 Sekunden von der zur Vorqualifikation nötigen Zeit entfernt war.[8]
Ergebnisse
| Fahrer | Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | Punkte | Rang |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Formel-1-Saison 1991 | 0 | ||||||||||||||||||
| O. Grouillard | 14 | DNPQ | DNPQ | ||||||||||||||||
| Legende | ||
|---|---|---|
| Farbe | Abkürzung | Bedeutung |
| Gold | – | Sieg |
| Silber | – | 2. Platz |
| Bronze | – | 3. Platz |
| Grün | – | Platzierung in den Punkten |
| Blau | – | Klassifiziert außerhalb der Punkteränge |
| Violett | DNF | Rennen nicht beendet (did not finish) |
| NC | nicht klassifiziert (not classified) | |
| Rot | DNQ | nicht qualifiziert (did not qualify) |
| DNPQ | in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify) | |
| Schwarz | DSQ | disqualifiziert (disqualified) |
| Weiß | DNS | nicht am Start (did not start) |
| WD | zurückgezogen (withdrawn) | |
| Hellblau | PO | nur am Training teilgenommen (practiced only) |
| TD | Freitags-Testfahrer (test driver) | |
| ohne | DNP | nicht am Training teilgenommen (did not practice) |
| INJ | verletzt oder krank (injured) | |
| EX | ausgeschlossen (excluded) | |
| DNA | nicht erschienen (did not arrive) | |
| C | Rennen abgesagt (cancelled) | |
| keine WM-Teilnahme | ||
| sonstige | P/fett | Pole-Position |
| 1/2/3/4/5/6/7/8 | Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen | |
| SR/kursiv | Schnellste Rennrunde | |
| * | nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet | |
| () | Streichresultate | |
| unterstrichen | Führender in der Gesamtwertung | |
Literatur
- Adriano Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports. Autos, Strecken und Piloten. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01848-9.
- Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1992 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2.
- David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.
- David Hodges: A–Z of Grand Prix Cars. Crowood Press, Marlborough 2001, ISBN 1-86126-339-2 (englisch).
- Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage. Chronosports, St. Sulpice 2000, ISBN 2-940125-45-7 (französisch).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Zitiert nach Motorsport aktuell, Heft 14, 1988, S. 25.
- ↑ David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7, S. 206.
- ↑ Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1992 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 53.
- ↑ Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1992 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 114.
- ↑ Alan Henry: Auto Course 1990/91, Osprey Publishing Ltd, London 1991, ISBN 0-905138-74-0, S. 122.
- ↑ a b c d Teamprofil zu Fondmetal Corse auf f1rejects.com (archivierte Version) (abgerufen am 24. Oktober 2025)
- ↑ Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1992 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 106.
- ↑ Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1992 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 114.