Flughafen Lille-Lesquin

Flughafen Lille-Lesquin
Lille-
Lesquin
Kenndaten
ICAO-Code LFQQ
IATA-Code LIL
Koordinaten 50° 33′ 48″ N, 3° 5′ 13″ O
Höhe über MSL 48 m (157 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km südlich von Lille
Straße D 655,
Basisdaten
Eröffnung 1937
Betreiber Aéroport de Lille SAS[1]
Fläche 450 ha
Terminals 3
Passagiere 1.793.368 (2024)[2]
Luftfracht 7 t (2024)[2]
Flug-
bewegungen
24.133 (2024)[2]
Start- und Landebahnen
08/26 2825 m × 45 m Asphalt
01/19 1580 m × 30 m Asphalt



i7 i11 i13

Der Flughafen Lille-Lesquin (Eigenbezeichnung Aéroport de Lille, IATA-Code: LIL, ICAO-Code: LFQQ) versorgt die nordfranzösische Stadt Lille und liegt auf dem Gebiet der französischen Kommunen Lesquin und Fretin im Département Nord. Er ist als Passagierflughafen ausgelegt für bis zu drei Millionen Passagiere. Im Jahr 2024 hat der Flughafen 1,79 Millionen Passagiere abgefertigt; auf einer Fläche von 13.000 m² wurden im Frachtbereich des Flughafens 7 t Fracht abgefertigt. Er ist rund um die Uhr geöffnet.

Geschichte

Der Flugplatz südlich von Lesquin und Vendeville wurde 1937 als Militärflugplatz Seclin-Enchemont eröffnet und nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von der britischen Royal Air Force (RAF) belegt, die hier zwei Hawker-Hurricane-Staffeln, die 85. und 87. Squadron, stationierte und die den von ihr als Lille-Seclin Airfield bezeichneten Platz ausbauten.

Nach Einnahme des Areals Ende Mai 1940 durch die deutsche Wehrmacht wurde der Flugplatz Vendeville Standort der Luftwaffe, die ihn auch als Lille-Süd bezeichnete. In der zweiten Junihälfte 1940 waren Stab und II.Gruppe des Lehrgeschwaders 1 (S. und II./LG 1), die mit Junkers Ju 88A ausgerüstet waren, der erste hier stationierte Verband.

In der folgenden Zeit wurde der Flugplatz massiv erweitert. Die Geländefläche wurde verdreifacht und es entstanden die ersten beiden befestigten Beton Start- und Landebahnen mit den Abmessungen 1.600 × 50 Meter. Einziger Nutzer in dieser Zeit war von Juli 1940 bis Mai 1941 die 1. Staffel der Aufklärungsgruppe 122 (1. (F)/Aufkl.Gr. 122).

Erst zwei Jahre später stationierte die Luftwaffe wieder Einsatzverbände in Vendeville, zunächst war es Mitte August 1943 für eine Woche die mit Messerschmitt Me 410A ausgerüstete V. Gruppe des Kampfgeschwaders 2 (V./KG 2).

Anschließend wurde Lille-Süd Stützpunkt von Abfangjägern der Jagdgeschwader 3 (JG 3) und 26 (JG 26). Die Bf 109G der 11. Staffel des JG 26 (11./JG 26) lagen hier von September bis November 1943 und die I. Gruppe des JG 3 (I./JG 3) zwischen Oktober 1943 und Januar 1944. Der letzte hier liegende Luftwaffenverband war zwischen Anfang April bis zum Beginn der alliierten Invasion in der Normandie Anfang Juni 1944 die I. Gruppe des JG 26 (I./JG 26)), die inzwischen die Focke-Wulf Fw 190A einsetzte.

Nach Kriegsende

Nach Befreiung der Gegend wurde der Flugplatz erneut von der RAF genutzt, die ihn nunmehr als Advanced Landing Ground B-51 Lille bezeichnete.[3] Im September/Oktober 1944 war hier ein Geschwader Hawker Typhoon IB, die 146. Wing, stationiert. Ihm unterstanden die 193., 197., 257., 263. und 266. Squadron.

Anschließend waren hier wechselnde Mosquito-Staffeln stationiert. Zwischen Oktober 1944 und April 1945 lagen hier jeweils zeitweise die 264., 409. (RCAF)., 410. (RCAF) und 604. Squadron.

Der Flugplatz wurde 1947 für den zivilen Luftverkehr eröffnet und ein erstes Passagierterminal wurde 1963 eingeweiht. Die örtliche Industrie- und Handelskammer übernahm 1969 den zivilen Flugbetrieb und 1972 kam ein Luftfrachtterminal hinzu. Das neue Terminal mit einer Kapazität von jährlich 1,5 Millionen Passagieren wurde 1996 eröffnet und im Juli 2016 wurde aufgrund der Wanderung des magnetischen Nordpols die Bahn 02/20 in 01/19 umbenannt.

Flugbetrieb

Der Flughafen Lille-Lesquin ist als ouvert à la CAP (offen für den öffentlichen Luftverkehr) klassifiziert (ähnlich zu einem Verkehrslandeplatz in Deutschland). Er verfügt über zwei Start- und Landebahnen:[4]

  • eine 2825 m lange und 45 m breite Start- und Landebahn aus Asphalt (Richtung: 08/26) und
  • eine 1580 m lange und 30 m breite Start- und Landebahn aus Asphalt (Richtung: 01/19).

Am Flugplatz ist eine Tankstelle für AvGas 100 LL und Jet A1 vorhanden.[4] Es findet Flugbetrieb mit Motorflugzeugen und Hubschraubern statt.[4] Am Flughafen ist der Club Aérien Lille Métropole beheimatet.[4]

Verkehrsanbindung

Es besteht eine regelmäßige Shuttle-Busverbindung vom Flughafen ins zwölf Kilometer nördlich gelegene Lille, Fahrzeit 20 Minuten. Zudem stehen am Flughafenterminal Taxis bereit.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Aéroport de Lille - Présentation générale Website des Flughafens. Abgerufen am 6. Juni 2022 (französisch).
  2. a b c Bulletin Statistique du trafic aérien commercial - année 2024. In: ecologie.gouv.fr. Ministère chargé des Transports, abgerufen am 2. August 2025 (französisch).
  3. The Air Force Engineer. Army Air Forces Engineer Command, MTO (Prov). Multiple editions. 1943–1945 (Pamphlet from USAFHRA) (englisch)
  4. a b c d AD 2 LFQQ – LILLE LESQUIN. In: Service de l’Information Aéronautique, France (Hrsg.): Luftfahrthandbuch Frankreich. 5. September 2024.