Flamma (Gladiator)

Flamma war ein Gladiator in römischer Zeit. Ursprünglich stammte er aus der Provinz Syria. Bekannt ist er von seinem Grabstein, der in Sizilien gefunden wurde. Laut Eintrag in der EDR-Datenbank datiert das Stück ins 2. Jahrhundert n. Chr., der aktuelle Verbleib ist unbekannt. Die Inschrift des Steins (CIL X 7297) lautet:

„Flamma s[e]c(utor) vix(it) ann(os) XXX / pugna(vi)t XXXIIII vicit XXI / stans VIIII mis(sus) IIII nat(ione) Syrus / hui(c) Delicatus coarmio merenti fecit.“

In Übersetzung: Flamma, secutor, lebte 30 Jahre / kämpfte 34-mal, siegte 21-mal / stehend (den Kampf beendet, meint unentschieden) neunmal, viermal entlassen (nach einer Niederlage), von seiner Herkunft Syrer / jenen (den Grabstein) ließ sein Waffenbruder Delicatus machen.

Als secutor war Flamma standardmäßig mit einem großen Schild und einem Kurzschwert bewaffnet. Sein Gegner war üblicherweise ein retiarius, der mit einem Netz und einem Dreizack bewaffnet war. Daher trug der secutor einen Helm mit kleinen Augenlöchern oder Schlitzen, die seine Augen vor Stichen schützten, aber auch sein Sichtfeld einschränkten.

Die Inschrift bezeugt eine relativ lange Karriere mit 21 siegreich beendeten Kämpfen. Er erlitt allerdings auch vier Niederlagen, nach welchen er jedes Mal begnadigt wurde. Die Entscheidung darüber stand grundsätzlich dem Spielegeber zu, wurde aber oft dem Publikum überlassen (vgl. den Gestus Pollice verso). Auch neun unentschiedene Auseinandersetzungen sind genannt, zusammen also die 34 Kämpfe. Demzufolge wäre Flamma nicht unmittelbar in einem Gladiatorenkampf gestorben. Die eigentliche Todesursache ist auf dem Stein nicht genannt.

Nach heutigen Überlegungen mussten Gladiatoren etwa 3–5 Kämpfe pro Jahr absolvieren[1]. Flamma hatte demzufolge sicher schon eine langjährige Karriere hinter sich. Wie er Gladiator wurde, ist nicht bekannt. Nach römischem Recht waren als Straftäter verurteilte Gladiatoren nach drei Jahren nicht mehr zum aktiven Kämpfen verpflichtet. Sie erhielten als sichtbares Zeichen dafür einen hölzernen Stab (rudis), bleiben aber noch zwei weitere Jahre in ihrer Gladiatorenkaserne[2]. Es gab neben Kriegsgefangenen und Sklaven, die keine Wahl bei ihrem Einsatz als Gladiatoren hatten, auch Freigelassene und freie Bürger, die sich freiwillig in diesem Metier verdingten. Warum Flamma so lange aktiv blieb, ist ebenfalls unbekannt. Für die Sieger eines Gladiatorenkampfes gab es Preisgelder und manchmal zusätzliche Geschenke, es bestand also ein wirtschaftlicher Anreiz für Kämpfer, die sich freiwillig in Lebensgefahr begaben[3].

Einzelnachweise

  1. Christian Mann, Der Alltag der Gladiatoren[1].
  2. Ludwig Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms II. 10. Auflage, Leipzig 1922 S. 55 (mit Hinweis auf Ulpina Coll. leg. Mos. XI 7,4).
  3. Vgl. etwa Friedländer S. 60